Seite 1: Western Digital WD_Black AN1500 im Test: gelungene PCIe4-Alternative

western digital wd black an1500 03Als Spezialist für Massenspeicher kommt Western Digital mit der WD_Black SN850 bereits vergleichsweise spät zur PCIe4-Party. Doch neben der Ankündigung der SN850 überraschte WD vor allem mit der Ankündigung der WD_Black AN1500, einer SSC-Add-In-Karte, die mittels RAID und acht PCIe3-Lanes auch Nutzern abseits moderner AM4-Mainboards die größtmögliche Speicherbandbreite zur Verfügung stellen möchte. Wie gut das klappt und ob damit tatsächlich eine PCIe4-Alternative besteht, klären wir wir gewohnt in unserem Review.

Mit der WD_Black AN1500 beschreitet Western Digital grundsätzlich keine neuen Wege. Bereits vor wenigen Monaten konnten wir mit der Aorus RAID SSD von Gigabyte ein Beispiel für die Rechnung "8x3 statt 4x4" sehen, als insgesamt vier SSDs mit je zwei PCIe3-Lanes auf die Bandbreite moderner PCIe4-SSDs mittels RAID-0 aufaddiert werden. Das Resultat konnte in einigen Benchmarks mit bislang unerreichten Transferraten überzeugen, auch wenn wir im Gesamtfazit dennoch wenig Alltagstauglichkeit bescheinigen konnten. Bei der AN1500 ist der Grundgedanke also derselbe, die Umsetzung jedoch anders: nur zwei WD_Black SN730 (dafür mit je vier Lanes Anbindung) versprechen Transferraten bis zu 6.100 MB/s (lesend). 

Außerdem darf natürlich bei allen Modellen (die Kapazitäten umfassen 1, 2 und 4 TB) passend zur Zielgruppe der Enthusiasten und Gamern ein entsprechendes LED-Feature nicht fehlen. Diese Beleuchtung umringt das Aluminiumgehäuse komplett, das ansonsten in stilsicherem Schwarz zu gefallen weiß.

Herstellerangaben der Western Digital WD_Black AN1500
Modell Western Digital WD_Black AN1500 (2 TB)
RAID-Controller Marvell 88NR2241
Controller (SSD)
SanDisk 20-82-00705-A2
Cache DRAM (Micron OHE75)
NAND SanDisk 60082 512G (BiCS4)
Verfügbare Kapazität (gesamt)
1 TB
2 TB
4 TB
sequentielle Lese/Schreibrate Lesend: 6.500 MB/s
Schreibend: 4.100 MB/s
Kühler Aluminiumgehäuse
Total Bytes Written (TBW) Keine Herstellerangaben
(Info: Die WD SN730 1 TB ist mit 400 TBW spezifiziert)
MTBF 1,75 Millionen Stunden
Garantie Fünf Jahre
Preis
Etwa 485 Euro (2 TB)

Wir zuletzt bereits leider öfters gesehen, sind die Herstellerangaben von Western Digital eher lückenhaft. So sind die Angaben zu TBW und MTBF zwar im Kleingedruckten als Garantieeinschränkung genannt, die konkreten Angaben können wir aber nur über den Umweg der verwendeten SSDs ermitteln. Dabei sind die Eckdaten der WD_Black AN1500 in jedem Fall beeindruckend. Neben den extremen Transferraten fällt beispielsweise auf, dass alle Modelle gleich spezifiziert sind, also auch das kleinste Modell mit einer Kapazität von 1 TB mit 4.100 MB/s Schreibrate glänzen darf. Dazu kommt neben dem hauseigenen Controller von SanDisk (bekanntlich mittlerweile von Western Digital übernommen) auch eigener NAND-Speicher zu Einsatz, den wir als BiCS4 bereits mehrmals im Testsystem begrüßen durften - meist mit positivem Fazit. Eine üppige DRAM-Ausstattung darf bei einem Massenspeicher dieser Klasse sowieso nicht fehlen.