Seite 7: Vorläufige Einschätzung

Alles deutet derzeit daraufhin, dass AMD die Lücke zu Intel nicht nur schließen, sondern den langjährigen Spitzenreiter in nahezu allen Anwendungsfällen auch überholen wird. War AMD schon mit den ersten Ryzen-Prozessoren gut aufgestellt, wenn möglichst viele Kerne ins Spiel gekommen sind, ist nun auch die Single-Threaded-Leistung auf Augenhöhe.

Dies versetzt AMD in die Position im direkten Vergleich, Kern gegen Kern, mindestens ebenbürtig zu sein. Natürlich bleibt AMD aber auch seiner Linie treu und stellt die Anzahl der Kerne in den Fokus. So können ab dem 7. Juli im Desktop-Segment bis zu zwölf Kerne angeboten werden, ab September sollen es sogar 16 sein.

Ob man diese auch wird nutzen können, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab. Zuvor aber war AMD immer im Nachteil, wenn die Mehrzahl der Kerne nicht genutzt wurde – beispielsweise weil Spiele kaum mehr als vier oder sechs Kerne benötigen. Die geringe Single-Threaded-Leistung fiel AMD bisher immer auf die Füße. Doch mit den Ryzen-Prozessoren der dritten Generation hat sich die Lage offenbar zu Gunsten von AMD entwickelt. Der enorme Schritt bei der IPC-Leistung bringt AMD in die Position, in der Leistung der einzelnen Kerne gleichauf mit Intel zu sein.

Doch bisher kennen wir nur die Leistungswerte, die uns AMD zur Verfügung stellt. Zum Start am 7. Juli (oder kurz davor), werden wir uns noch ein eigenes Bild der Leistung machen können. Welche Prozessoren dann genau getestet werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Sicherlich aber wird es neben den üblichen Standardtests der Spiele- und Workstation-Leistung auch detaillierte Betrachtungen der Abhängigkeiten zum Takt des Speichers geben. Auch PCI-Express 4.0 wird eine Rolle spielen. Für NVMe-SSDs sind die Vorteile hier eindeutig, anders sieht dies jedoch bei den Grafikkarten aus. Mit der Navi-Generation der Radeon-RX-Grafikkarten stehen uns im Juli noch einige interessante Neuigkeiten bevor.