Seite 2: CPU-Modelle und Chipsatz: 'K'-Modell kaufen oder geht auch ein kleinerer?

Intel hat mit dem Skylake-Update zwar die Übertaktungsmöglichkeiten für seine K-Modelle ausgebaut, aber gleichzeitig wirksam das Übertakten der kleinen Skylakes ohne K eingeschränkt. Wir hatten bereits den Core i5-6600T, Core i5-6500T und Core i5-6400 im Testlabor, alle drei Modelle ließen sich aber nicht übertakten. Der Multiplikator ist natürlich sowieso "gelocked" bei diesen CPUs, aber wir erhofften uns vor der Skylake-Einführung, das Intel durch die bessere Übertaktbarkeit über die Base Clock Rate eine Möglichkeit schaffen würde, wie zu alten "Front-Side-Bus-Zeiten" die kleinen CPUs zu übertakten. 

Leider stellte sich bei den Tests heraus, dass unser Board mit jeder CPU bei ungefähr 102,50 MHz Base Clock Rate keine weitere Übertaktung zuließ. Das sind nur 2,5 % mehr - und entsprechend brachten natürlich auch Spannungserhöhungen nichts. Keine Einstellung am Board versprach eine Besserung, also kann man festhalten, dass die Non-K-Modelle sich nur minimal übertakten lassen. Ältere Haswell-CPUs konnte man neben der Übertaktung der Base Clock Rate auch noch etwas tweaken, in dem man den Turbo-Takt bei Belastung von allen vier Kernen auf den 1-Core-Maximalwert setzte. Auch diese Möglichkeit gibt es bei Skylake nicht mehr - die Einstellung "ASUS MultiCore Enhancement" brachte früher diesen kleinen Performanceschub, heutzutage ist die Funktion bei Non-K-Modellen ohne Funktion.

core i5 6400 oc

Die einzige Tuning-Möglichkeit sind diese 2,5 %, und eventuell ein Undervolting sowie ein höherer Speichertakt, um etwas mehr Performance bei etwas besserem Stromverbrauch zu bekommen. 

Bei ASUS ist dies für den Laien auch einfach zu realisieren per ASUS TPU. Im BIOS wird unter "Ai Tweaker" die entsprechende Funktion gewählt und das System testet automatisch die maximale Taktfrequenz:

151102183629

Natürlich kann auch ASUS hier nicht über die 102,50 MHz hinaus kommen, aber praktischerweise optimiert das System auch gleich den Speichertakt mit:

ASUS TPU OC 6500T 2

Wer also etwas schnelleren Speicher besitzt, braucht diesen Dank TPU nicht großartig separat tunen. Der Übertakter mit "K"-CPU wird aber wohl die Einstellungen selber wählen wollen - dafür sind die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten im BIOS der Z170-Boards letztendlich auch da. 

Und nicht nur dies ist eine Einschränkung, denn auch beim Chipsatz gibt es weitere Einschränkungen: Wer eine K-CPU übertakten will, benötigt zwingend den Z170 als Chipatz. Die kleineren H- und Q-Chipsätze sollen keine Overclockingmöglichkeiten mitbringen. Wer noch nicht einmal die integrierte Grafik nutzen möchte, kann auch auf den Server-Chipsatz C230 zurückgreifen und einen Xeon kaufen, der allerdings ebenso wenig übertaktbar ist. Das führt dazu, dass sich die Intel-Welt nun in Übertakter und Nichtübertakter aufteilt:

Skylake-Auswahl-Matrix
Welcher Chipsatz passt zu welcher CPU?
Übertaktung geplant? Prozessor Chipsatz
ja Core i7-6700K
Core i5-6600K
Z170
nein andere Non-K-Modelle H- und Q-Serie
nein (und keine Onboard-Grafik) andere Xeon-Modelle C230-Serie

Überspitzt könnte man also formulieren: Wer nicht übertakten möchte, kann sich einen Skylake-Prozessor mit möglichst gutem Preis-Leistungsverhältnis aussuchen und beispielsweise ein passendes, preisgünstiges H150-Board. Das gesparte Geld steckt man dafür in eine größere Grafikkarte. Wer aber übertakten will, wird zur Kasse gebeten, denn es muss auch ein teureres Z170-Board her. Dafür bekommt man dann auch die besseren Übertaktungsfeatures der Skylake-Architektur oben drauf.