Seite 2: Leistung, Laufzeit und Kühlung

Auf die Eigenheiten des Core M sind wir bereits im Test des Yoga 3 Pro eingegangen. Der erste Ableger der Broadwell-Generation soll die laut Intel vorhandene Lücke zwischen Atom und i3 schließen und vor allem in den Punkten Effizienz und Grafikleistung punkten. Letztere liegt dank neugestalteter GPU - in allen Core-M-Chips steckt eine HD Graphics 5300 - spürbar höher als noch bei Haswell, erstere soll nicht nur verbesserte Laufzeiten, sondern auch vermehrt flache lüfterlose Designs ermöglichen.

Sprinter statt Dauerläufer

Dass diese drei Aspekte einander zumindest teilweise gegenseitig ausschließen können, zeigt Lenovo. Denn beim Yoga 3 Pro schrumpft der Akku zugunsten eines flachen Gehäuses und ohne Lüfter kommt der Prozessor nicht aus - selbst mit kommt es schnell zu Drosselungen. Umso interessanter ist HPs Ansatz. Denn das Gerät ist nicht nur wie beschrieben dicker, sondern setzt auch auf eine komplett passive Kühlung. Aber: Mit welcher cTDP das Envy 13 x2 betrieben, verrät der Hersteller nicht. Denn nicht nur die von Intel offiziell angegebenen 4,5 W sind möglich, die Partner können auch auf 3,0 oder 6,0 W wechseln. Der Blick auf die Benchmarks kann ebenfalls keine endgültige Aufklärung bieten.

Auch im Envy 13 x2 zeigt der Core M seine Schwächen
Auch im Envy 13 x2 zeigt der Core M seine Schwächen

Denn während im Yoga 3 Pro mit dem 5Y70 eines der leistungsstärksten Core-M-Modelle zum Einsatz kommt, setzt HP auf den 5Y10, das schwächste Familienmitglied. Auch hier stehen zwei Kerne sowie 4 MB L3-Cache zur Verfügung, mit 0,8 bis 2,0 GHz fallen die Taktraten aber deutlich geringer (1,1 bis 2,6 GHz beim 5Y70) aus; bei 14 nm bleibt es, die GPU taktet in der Spitze mit 50 MHz weniger und auch einige Zusatz-Features wie TSX-NI fehlen. Am Ende bleibt lediglich der Vergleich der Leistungsmessungen. Laut Cinebench 11 erreicht das Envy 13 x2 in der CPU-Wertung 1,64 Punkte, im neueren Cinebench 15 168 Punkte. Gegenüber dem Yoga 3 Pro mit seinem 5Y70 bedeutet dies ein Minus von etwa 13 respektive ein Plus von 10 Prozent. Berücksichtigt man die weitere Hardware in Form von RAM und Massenspeicher, wird der Vergleich beider CPUs noch schwieriger. Denn ersterer fällt mit 4 GB nur halb so groß aus, mit 513 MB pro Sekunde in der Spitze ist die SSD zudem etwas langsamer. Und dennoch kann sich HPs Vertreter im Produktivtest PCMark 8 wacker schlagen: Im Home-Szenario reicht es für knapp 1.900 Punkte, im anspruchsvolleren Creative-Setting sind es immerhin noch fast 1.700 Punkte; mal vor, mal hinter dem 5Y70 im Yoga 3 Pro.

Betrachtet man das Envy 13 x2 isoliert, bestätigen sich die ersten Core-M-Eindrücke. Der Broadwell-Chip bietet in der Breite teils deutlich mehr Leistung als die Atom-Verwandten und kann es stellenweise auch mit den U-Varianten der i5-Reihe auf Haswell-Basis aufnehmen. Für Office und Co. reicht der 5Y10 mehr als aus, an umfangreiche Bild- und Videobearbeitung oder mehr als vergleichsweise anspruchslose Spiele braucht man aber nicht zu denken - unabhängig von Arbeits- und Massenspeicher.

Cinebench 11

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Wer mehr Leistung benötigt, kann zur besser ausgestatteten Version 13-j001ng greifen. Hier verbaut HP nicht nur 8 GB RAM, sondern auch den schnelleren Core M-5Y70 sowie eine 256 GB fassende SSD. Der Aufpreis beträgt knapp 200 Euro.

Gute Laufzeiten dank Core M

Mit einer Kapazität von 33 Wh fällt der Akku vergleichsweise klein aus, selbst angesichts der Tatsache, dass die gesamte Technik in der Tablet-Einheit steckt. Am Ende reicht es aber dennoch für gute Laufzeiten. Denn mit einem Verbrauch von 5,9 bis 17,8 W im Leerlauf und unter Last zeigt sich das Envy 13 x2 äußerst genügsam. Vor allem ersterer Wert ist entscheidend, denn die gesamte Leistung dürfte im Alltag nur selten abgerufen werden. Nutzt man diese doch, hält das Gerät laut Battery Eater rund 3 Stunden durch, im PCMark 8 konnten mit einer Ladung jeweils knapp 4 Stunden erreicht werden. Beschränkt man sich hingegen auf einfache Aufgaben, können mehr als 7,5 Stunden überbrückt werden. In den meisten Fällen kann das Ladegerät damit zu Hause gelassen werden.

Auch ohne Lüfter kühl

Im Yoga 3 Pro gab der Core M in Sachen Temperatur eine eher schlechte Figur ab. Denn trotz aktiver Kühlung wurden die Taktraten unter Last schon nach wenigen Sekunden immer wieder gesenkt, CPU-seitig unter den Nominaltakt. Verantwortlich dafür war und ist aber weniger Lenovo, sondern vor allem Intels Konzept, das die thermische Trägheit ausnutzt. Denn der Core M soll in erster Linie während kurzer Lastspitzen, beispielsweise beim Start von Programmen oder einzelnen Berechnungen, den Maximaltakt erreichen - dem verzögerten Temperaturanstieg begegnet der Prozessor dann mit Taktreduzierungen. Abzulesen ist dies unter anderem an den Verbrauchswerten, denn in der Spitze genehmigt sich der Chip bis zu 14 W. Dass Intel dabei der GPU eine höhere Priorität als der CPU einräumt, ist ein anderes Thema.

Zweimal Core M, zwei verschiedene Ansätze: Lenovo (links) setzt auf einen Lüfter, HP verzichtet darauf
Zweimal Core M, zwei verschiedene Ansätze: Lenovo (links) setzt auf einen Lüfter, HP verzichtet darauf

Klar ist, dass auch das HP-Testgerät mit dem schwächeren 5Y10 ein ähnliches Verhalten aufweist. Der CPU-Takt wird schnell auf 500 MHz gesenkt, die GPU verbleibt bei mindestens 300 MHz. Im Laufe des Tests stand jedoch vor allem die Kühlung im Mittelpunkt. Denn anders als im Yoga 3 Pro steckt im Envy 13 x2 kein Lüfter. Probleme bereitet dies nicht, wie die Messungen zeigen. Zwar erreicht der Prozessor im Leerlauf schon 67 Grad Celsius, nach langen Volllastphasen stieg der Wert aber lediglich auf 71 Grad Celsius - 4 Grad mehr als im Lenovo-Notebook mit Lüfter.

Die Qualität der Kühlung zeigt sich am Ende in den Gehäusetemperaturen. Bei geringer Last werden punktuell maximal rund 43 Grad Celsius auf der Rückseite erreicht, bei Volllast gut 46 Grad Celsius; kritisch ist beides nicht.