TEST

LC-Power LC1000P2 V3.1

Kurztest vom Platinum-Modell

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Kurztest vom Platinum-Modell
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Ein Platinum-Netzteil von LC-Power – das entspricht eigentlich gar nicht dem Bild, das man vom sehr preisgünstigen Anbieter über die Jahre gewohnt war. Und – um schon ein wenig zu spoilern: Billig, in Form von minderwertig, ist das LC1000P2 V3.1 in keinem Bereich. Nur günstig ist es weiterhin, das Platinum-Modell liegt zwar nicht unter den billigsten 1.000-W-Modellen mit Platinum-Effizienz, aber im günstigeren Mittelfeld. Wir nehmen es uns in einem Kurztest zur Brust und checken die Leistungswerte.

Der Trend der letzten Jahre wird auch im Jahr 2026 weitergehen: Netzteile im Platinum-Bereich um 850 bis 1.200 W werden aufgrund der leistungshungrigen Grafikkarten weiterhin im Fokus vieler DIY-Kunden stehen. Nur wenn eine kleinere Grafikkarte zum Einsatz kommt, sind auch geringere Wattklassen denkbar. Bei der Effizienz hingegen bleibt Titanium teuer, dafür rücken Platinum-Modelle in einen Preisbereich vor, der vormals der Gold-Effizienz vorbehalten war. Insofern kann man sein System hinsichtlich des Stromverbrauchs etwas sparsamer gestalten, meist zu gleichen Kosten. 

Viele Hersteller am Markt sind dabei für besonders attraktive Preise bekannt – im Netzteilbereich ist dies sicherlich LC-Power. Mit vielen Produkten kam der Hersteller letztes Jahr aber bereits in qualitativ höherwertige Regionen, beispielsweise mit dem Gaming-715B-Seamless_X-Gehäuse, oder bei einer neuen Produktkategorie, dem LC-M49QCK-Monitor. Und so verwundert es nicht, dass LC-Power nun auch ein Platinum-Netzteil mit 1.000 W und ATX-3.1-Norm anbietet und hier eher im Preisbereich rund um FSP, be quiet! und anderen wildert. 

Optisch macht das Netzteil auf jeden Fall schon nach dem Auspacken etwas her:

Und nicht nur das Optische, sondern auch die technischen Daten vom Netzteil können sich sehen lassen:

Technische Daten in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
LC-Power
LC10000P2 V3.1 (Platinum Pro-Serie)
Straßenpreis ca. 162 Euro
Homepagelc-power.com
Leistungswerte
+3,3V 20 A
+5V 20 A
+12V
83,3 A
+5Vsb 3 A
-12V 0,4 A
Leistung 12V 999,6 W
Leistung 3,3V & 5V 100 W
Gesamtleistung 1000 W
Anschlüsse
ATX 24-Pin
EPS/12V/CPU 2x 8(4+4)-Pin, 1x 4-pin
PCI-Express
(6P / 8(6+2)P / 8P)
0 / 3 / 0  
PCI-Express 5.0
(12VHPWR)
2 (ein Kabel im Lieferumfang)
SATA 10 (drei Kabel)
4-Pin Molex 5 (ein Kabel)
Floppy -
Features
Effizienz 80 PLUS Platinum
Maße (LxBxH) 180 x 150 x 86 mm
Lüfter 135 mm (Doppelkugellager),
semi-passiv (temperaturabhängig)
Kabelmanagement ja, voll-modular
Herstellergarantie 10 Jahre
Besonderheiten OPP/OVP/UVP/SCP/OCP/OTP

Erfreulich sind hier neben den Leistungswerten und der 80-PLUS-Platinum-Effizienz natürlich die 10 Jahre Garantiezeit, die auf eine hochwertige Ausstattung schließen lassen. Bockig gestaltete sich das Netzteil nur im Fotoshooting: Es war uns nicht möglich, es zu öffnen, ohne das Gehäuse zu zerstören. Nach unseren Messungen haben wir dann aber noch Bilder vom Innenleben angefertigt. Diese sind in der Galerie zu finden. 

Äußeres und Technik

Von der Technik und Topologie her ist das Netzteil mit einer Half-Bridge + LLC-Resonanzwandler-Topologie ausgestattet, was aktuell bei 80-PLUS-Platinum-Modellen der Standard ist. Die Sekundärseite ist klassisch ausgeführt, mit einer synchronen Gleichrichtung für 12-V-Spannungen und mit DC-DC-Wandlern für 3,5 V und 5 V. Damit entspricht das Netzteil technisch dem gehobenen Segment. Auch bei der Wahl der Kondensatoren hat LC-Power hochwertige Komponenten gewählt, z.B. Nippon Chemi Con auf der Primärseite und Rubycon auf der Sekundärseite, beide mit 105-°C-Rating und somit passend zur 10-jährigen Garantie des Netzteils.

Auch bei der Verarbeitung und dem internen Aufbau ist man bei LC-Power achtsam umgegangen: Die Platine ist sauber und kabellos aufgebaut, weist eine hohe Lötqualität auf und große Kühlkörper, die einen soliden Eindruck machen. Insgesamt deckt sich die interne Ausstattung mit der guten Materialanmutung des Gehäuses - ohne, dass man den Eindruck hat, hier wäre etwas künstlich auf Premium-Segment inszeniert. 

Testresultate

Kommen wir dieses Mal zuerst zur Effizienz: Denn diese ist beim LC-Power LC1000P2 V3.1 wie erwartet gut. Der 80-Plus-Standard wird bei 115V sauber erreicht und auch bei 230V liegt man im Platinum-Bereich. Besonders hervorzuheben ist die 70%-ige Effizienz bei einer Last von 2 %, was ein sehr guter Wert für ein 1.000-W-Netzteil ist. Damit liegt das LC1000P2 auf Platinum-Niveau, ohne nach oben oder unten auszureißen.

Auch bei der Spannungsregulation liefert LC-Power eine gute Regulation: Die 12-V-Werte sind stabil und ohne Abweichungen, die Nebenspannungen (3,3 V und 5 V) sind zwar sichtbar schwächer, aber im akzeptablen Rahmen - und zudem sind die Spannungen auch immer unwichtiger. Im Ripple- und Noise-Bereich konnten wir eine niedrige Restwelligkeit feststellen, die durchweg im grünen Bereich ist, auch unter starker Last. Und auch bei der Hold-Up-Time gab es keine Auffälligkeiten, das Netzteil erfüllte vollständig die Spezifikationen.

Feststellen konnten wir relativ hohe OCP-Grenzen, sowohl für 12 V, aber noch extremer für 3,3 V und 5 V. Aber: Die Abschaltung funktionierte zuverlässig und auch die Spannungen blieben bis dahin stabil. Für die Praxis bedeutet dies also, dass die hohen Grenzen unproblematisch sind, wenn auch etwas großzügig dimensioniert.

Bei der Lüfterlautstärke und der Lüfterregelung liegt der eigentliche Kritikpunkt am LC1000P2 V3.1 - wie bei viele ntemperatur- und lastgesteuerten semi-passiven Netzteilen zuvor auch schon. Im Bereich einer Last von 50 - 70 % schaltet sich der Lüfter ständig an- und wieder ab und sorgt so für eine spürbar auffällige Charakteristik. Die gemessenen 800 rpm sind dabei vollkommen ok - aber das An- und Abschalten kann je nach Umgebung natürlich nervig sein.

Last 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 80 % 100 %
Lüfterdrehzahl (in U/min) - semi-passiv 0 00 0 800 8079141119

Ein weiteres Problem entsteht durch das Lüftergitter, der den eigentlich leisen Lüfter relativ laut macht. Das Gitter deckt einen großen Teil der 135-mm-Lüfteröffnung ab, hat scharfe Kanten und erzäugt ein massives Strömungsrauschen. Ohne Gitter ist das Netzteil deutlich leiser - das Geräuschbild wird sofort deutlich angenehmer. Hier wurde das Lüfterdesign über die Funktion gestellt, was durchaus schade ist, denn das Geräuschverhalten des Lüfters selber wäre in Ordnung. 

Fazit

Ein Schnäppchen-Geheimtipp ist das LC-Power LC1000P2 V3.1 nicht: Es liegt preislich auf dem Niveau anderer 1.000-W-Platinum-Modelle und es gibt auch einige günstigere Modelle am Markt. Technisch ist es aber auch nicht billig, sondern hochwertig gestaltet. Es hat eine moderne LLC-Topologie, hochwertige Kondensatoren, eine saubere Verarbeitung und ein gutes Layout. Insofern ist das LC-Power vielleicht kein Schnäppchen-Geheimtipp - aber ein solider, regulärer Mitspieler im Bereich der 1.000-W-Platinum-Klasse.

LC-Power macht auch vieles richtig bei dem Netzteil: Gerade im Effizienz-Bereich, im Bereich der 12-V-Regulation, der Ripple-Werte und der Schutzschaltungen ist das LC1000P2 V3.1 sehr gut unterwegs. Das untermauert der Hersteller auch mit der 10-jährigen Garantie. Hinsichtlich des Aufbaus ist man also auf einem Level mit den großen PSU-Herstellern am Markt.

Zwei kleine Fehler kosten dem Netzteil dann aber unsere uneingeschränkte Empfehlung - und diese haben beide Male mit der Lautstärke zu tun. Hinsichtlich der Lüftersteuerung würde es sich empfehlen, die temperaturabhängige Steuerung zu überarbeiten, damit man nicht mit einem An-/Aus-Effekt zu kämpfen hat. Und das Lüftergitter könnte hinsichtlich des Rauschens optimiert werden, denn eigentlich ist auch der verwendete Lüfter in Ordnung. Wer hinsichtlich der Geräuschentwicklung weniger empfindlich ist und zum Beispiel ohnehin hauptsächlich mit Kopfhörern spielt, für den wären die beiden Fehler aber sicherlich zu vernachlässigen. Und natürlich gilt: Unter einer Last von 50% ist der Lüfter abgeschaltet – das Netzteil also lautlos. 

Vergleicht man das Netzteil mit anderen Modellen am Markt, so gesellt sich das Netzteil in die Riege eines be quiet! Pure Power 13M oder Corsair RMe Series 2023 RM1000e ein. Insofern hat LC-Power hier ein durchaus konkurrenzfähiges Modell am Markt. 

LC-Power LC1000P2 V3.1

  • Platinum-Effizienz sowohl auf 115V wie auch auf 230V
  • 70%-Effizienz bei 2% Last
  • Sehr guter interner Aufbau 
  • hochwertige Komponenten und Kondensatoren
  • Schutzschaltungen und Spannungsstabilität
  • 10-jährige Garantie

  • Lüftersteuerung mit Schwächen
  • Lüftergitter führt zu Rauschen

Preise und Verfügbarkeit
LC-Power LC1000P2 V3.1
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