Seite 3: SilverStone ET700-MG - Lautstärke und Ausstattung

Die Betriebslautstärke eines Netzteils ist ein weiterer wichtiger Punkt. Bezogen auf seine Kernaufgabe, nämlich die Spannungsversorgung des Systems, sollte das ideale Netzteil komplett unauffällig sein, d.h. seine Existenz wird vom User im Betrieb schlichtweg nicht bemerkt. Oder anders formuliert: Es macht keinen Krach, verursacht keine System-Instabilitäten und hält den Stromverbrauch bzw. die Abwärmeproduktion auf dem niedrigst möglichen Level. Über die letzten Jahre sind auch "Standard-Netzteile" im Großen und Ganzen recht leise geworden, woran die gestiegene Effizienz auch maßgeblichen Einfluss hat. 

Ein Netzteil mit 80 PLUS Gold hat bei der gleichen Last mit deutlich weniger Abwärme als ein 80-PLUS-Standard- oder -Bronze-Modell zu kämpfen. Zumindest sind uns in letzter Zeit kaum noch Modelle untergekommen, die von der Lautstärke her negativ auffallen. Das gesamte Thema Lautstärke ist natürlich weiterhin höchst "subjektiv" und abhängig vom jeweiligen Einsatz. Wir betrachten die Lautstärke daher nicht aus Sicht eines "Ultra-Silent-Systems", sondern bezogen auf ein übliches luftgekühltes System ohne besondere Silence-Optimierungen. 

Das ET700-MG verwendet einen 135-mm-Lüfter, welcher von einer üblichen rein aktiv agierenden Lüftersteuerung angesteuert wird. Laut Hersteller soll die Drehzahl des Lüfters bis zu einer Last von knapp 50 % konstant gehalten werden und danach dann entsprechend ansteigen. Der Lüfter vom Hersteller "Poweryear" mit der Modellnummer PY-13525M12S ist mit 0,38 A Stromaufnahme bei 12 V angegeben, was auf eine höhere Enddrehzahl schließen lässt. Das "S" in der Modellbezeichnung ist meist ein Hinweis auf eine Gleitlagerung, wobei nicht zu recherchieren war, ob es ein einfaches Gleitlager oder eine höherwertige Variante aka Hydro Dynamic Bearing etc. bezeichnet.

In unserem Test konnte das SilverStone ET700-MG bis einschließlich dem 60-%-Lastpunkt die Basisdrehzahl von knapp 650 U/min aufrechterhalten. Vom Geräuschempfinden her lässt sich der Lüfter dabei als sehr leise und kaum wahrnehmbar beschreiben. Nach Überschreiten des 60-%-Lastpunkts hat das ET700-MG die Drehzahl recht stark hochgefahren. Bei einer Last von 80 % erreichte der Lüfter schon 1.350 U/min, was in einem noch nicht lauten, aber schon deutlich wahrnehmbaren Lüfterrauschen resultierte. Unter Volllast beschleunigte der Lüfter dann schließlich auf 1.800 U/min, was sich als "lautes Lüfterrauschen" beschreiben lässt.

 Last 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 80 % 100 %
Lüfterdrehzahl (in U/min)
650
650
650
660
660
660
1.350
1.800

Insgesamt ist das ET700-MG bis ungefähr 2/3 Last angenehm leise und sehr unauffällig. Bei höheren Lasten macht es sich dann durch ein Lüfterrauschen immer stärker bemerkbar, aber in diesen Lastbereich ist es bei üblichen luftgekühlten Systemen meist eh schon vorbei mit dem leisen Gesamtsystem.

Das voll-modulare Kabelmanagement bietet insgesamt gute und der Klasse angemessene Anschlussmöglichkeiten. So sind zwei 8(4+4)-Pin-Stecker für die CPU-Stromversorgung und vier 8(6+2)-Pin-Anschlüsse für Grafikkarten vorhanden bzw. gleichzeitig nutzbar. Für Peripheriegeräte stehen insgesamt acht SATA- und drei 4-Pin-Molex-Stecker zur Verfügung, welche sich "sortenrein" auf drei modulare Anschlusskabel aufteilen. Somit bleibt eine der vier Anschlussbuchsen am Netzteil frei, was etwas schade ist, denn ein weiterer Kabelstrang mit zumindest zwei SATA-Steckern wäre eine nette Ergänzung. 

Der Vorteil wäre hier weniger die größere Anzahl von SATA-Steckern, sondern die Flexibilität in großen Gehäusen auch drei räumlich voneinander getrennte Einbauplätze erreichen zu können, beispielsweise den Einbauplatz für 2,5-Zoll-SATA-SSDs auf der Rückseite des Mainboard-Trays und jeweils noch Geräte oben und unten im vorderen Gehäusebereich. Aber vielleicht reserviert sich SilverStone die vierte Buchse für ein zukünftiges 800-W-Modell.

Das 24-Pin-ATX-Kabel ist bei voll-modularen Netzteilen auf der Netzteilseite üblicherweise in zwei Stecker aufgeteilt. Häufig ist der kleinere der beiden Stecker ausschließlich für 12 V und Masse zuständig und ist bei manchen Modellen daher aufgrund der "inneren Leistungsverteilung" auch an anderer Stelle am Netzteil angebracht. Beim ET700-MG ist der zweite Stecker hingegen mit "Sense" beschriftet, d.h. diese Leitungen werden zur Kompensation des Spannungsabfalls benutzt. Über diese Leitungen misst das Netzteil die Spannung direkt "im" Mainboard-seitigen Stecker, kennt damit den Spannungsabfall über das gesamte ATX-Kabel und kann diesen Abfall durch entsprechende Erhöhung der Ausgangsspannungen ausgleichen. 

Alle Anschlusskabel sind als schwarze Flachband-Kabel ausgeführt. Insbesondere die Peripheriekabel sind überdurchschnittlich lang, aber auch die Länge von CPU/EPS- und PCI-Express-Kabeln kann sich sehen lassen. Die vier SATA-Abgriffe pro Kabelstrang befinden sich im Bereich von 600 bis 1.050 mm, bei 8-Pin CPU/EPS sind es 750 bzw. 900 mm und bei PCI-Express jeweils 700 und 850 mm Kabellänge.