Seite 3: Bedienung und Klangcheck

Flexible Klanganpassung – einfache Bedienung

Die Vorteile des vollaktiven Konzepts und der digitalen Signalverarbeitung nutzt Nubert auf der ganzen Linie, denn die nuPro-X-Serie kommt mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten daher. 

Nubert erlaubt natürlich ganz klassisch die Anpassung der Höhen und des Basses. Wer etwas präziser gegen Einschränkungen im Frequenzgang arbeiten möchte, der hat einen graphischen 5-Band-Equalizer zur Verfügung. Die jeweiligen Bänder können jeweils in 0,5-dB-Schritten angepasst werden. Bereits seit der A-Reihe etabliert ist die von Nubert kreierte Klangschale, bei der Höhen und Tiefen gemeinsam verändert werden. Den meisten Anwendern wiederum dürfte die klassische Loudness-Funktion bekannt sein. Wer geneigt ist, etwas mit den verschiedenen Reglern herumzutüfteln, kann sich austoben und den Klang ein gutes Stück an die eigenen Vorlieben anpassen. 

Bei einem Blick auf die Einstellmöglichkeiten ist es auch kein Wunder, dass ein Display auf der Front eines jeden Lautsprechers verbaut wurde. Dank eines OLED-Panels sieht letzteres noch ein gutes Stück moderner aus, als es bei der A-Serie der Fall war. Deutlich wichtiger ist aber, wie die Lautsprecher gesteuert werden. Der Anwender hat gleich drei Möglichkeiten die Aktivboxen zu justieren. Ganz klassisch erfolgt die Bedienung via fünf Tasten auf der Front.

Gegenüber der Vorgänger-Generation wurde die Fernbedienung ordentlich aufgewertet. Sie ist nicht nur merklich hochwertiger verarbeitet, sondern bietet zudem direkten Zugriff auf die Eingänge oder eine Anpassung von Höhen und Tiefen.

Am komfortabelsten ist jedoch die Bedienung via App. In einer ersten Ebene kann auf die Funktionen zugegriffen werden, die auch via Fernbedienung zur Verfügung stehen. Erst wirklich interessant wird es in der zweiten Unterebene des Menüs. Denn dort kann nicht nur die Übernahme-Frequenz für den Subwoofer gesetzt, sondern auch ein High-Pass-Filter aktiviert werden. Wer beispielsweise ohnehin auf einen Subwoofer setzt, kann so die Tieftöner etwas entlasten, um noch höhere Pegel zu ermöglichen. Wie wir aber gleich sehen werden, ist das für den normalen Anwendungsfall kaum nötig.

Hinsichtlich der Einstellmöglichkeiten lässt Nubert also kaum Wünsche offen, genau wie hinsichtlich der Bedienung. Einzig eine bessere Markierung des Master-Speakers in der App wäre praktisch, da man ansonsten gefühlt immer den falschen Speaker zuerst anwählt.

Klangcheck

Bislang ist deutlich geworden, dass Nubert kein Stein auf dem anderen gelassen hat, um mit der neuesten Generation der nuPro-Serie noch einmal einen Schritt nach vorne zu machen. Dass sich dies gelohnt hat, zeigt der Klangcheck.

Vorab wie immer der Hinweis, dass es sich bei der Einschätzung des Klangs um eine rein subjektive Wahrnehmung handelt. Wir haben die Nubert nuPro X-3000 sowohl auf dem Schreibtisch als auch in einem akustisch optimierten Heimkinoraum aufgestellt.

Im klassischen Nahfeld-Einsatz fällt schnell auf, dass die kleinsten Mitglieder der X-Serie mit einer grandiosen Räumlichkeit aufwarten können, die in unseren bisherigen Tests alles in den Schatten stellen. Nubert gelingt es dabei, zwischen den Lautsprechern, also im Bereich des Monitors ein fein gestaffeltes Klangbild zu erzeugen, das auch auf diesem kleinen Raum bereits eine beachtliche Tiefe erzeugt. Gerade dann, wenn der Abstand zwischen Lautsprecher und Zuhörer etwas weiter steigt, nimmt die räumliche Abbildung in der Tiefe noch einmal deutlich zu. 

Gleichzeitig können die X-3000 ohne EQ-Eingriffe mit einer sehr ausgewogenen Darstellung aufwarten. Auf der einen Seite bieten sie nicht nur eine hohe Räumlichkeit, sondern auch einen exzellenten Hochtonbereich. Die beiden Aktivlautsprecher arbeiten selbst feinste Details sehr präzise heraus. Geigen und Gitarren, beispielsweise in unserem langjährigen Referenzsong „Forgiven not Forgotten“ der Corrs werden luftig und unangestrengt intoniert. Die Mischung macht es möglich, immer wieder neue Details in Musikstücken zu entdecken, die bislang verborgen geblieben sind. Der Nachteil: Unsauberkeiten im Mastering werden schonungslos aufgedeckt – genau so, wie es bei einem Studiomonitor nun einmal sein muss.

Gleichzeitig bieten unsere Testkandidaten einen reichen Mitteltonbereich, der einen großen Teil zur runden Darstellung beiträgt. Sehr deutlich macht sich dies beispielsweise beim Klassiker „Hurt“ von Nine Inch Nails bemerkbar. Der Track wirkt auf den X-3000 ungemein voll und intensiv. 

Das liegt zu einem nicht ganz unerheblichen Teil aber auch daran, dass Nubert mit den X-3000 zeigt, was für ein Bass aus einem doch nicht allzu großen Gehäuse geholt werden kann. Die gerade einmal 15 cm großen Tieftöner liefern eine beeindruckende Performance ab. Sie generieren nicht nur einen präzisen und weit herabreichenden Bass, sie können, wenn es sein muss, auch mit dem nötigen Kick auftrumpfen und schieben die Bassfolgen schnell und präzise in den Hörraum. 

Dabei schrecken die Nubert nuPro X-3000 auch vor gesteigerten Lautstärken nicht zurück. Auch dann, wenn es für den Schreibtisch-Einsatz definitiv schon deutlich zu laut zu geht, behalten die beiden Kompaktlautsprecher einen kühlen Kopf und klingen niemals angestrengt oder unpräzise. Wirklich empfehlen würden wir ein solches Lautstärke-Niveau aber niemandem über eine längere Zeit.

Es fällt allerdings auf, dass bei hohen Lautstärken (-5 dB am Lautsprecher) ein schwaches Grundrauschen im Nahfeld-Bereich zu hören ist. Spätestens dann, wenn Musik wiedergegeben wird, ist davon aber nichts mehr zu hören.

Erstaunt haben uns unsere Testkandidaten aber erst richtig, als wir sie ausgiebig im akustisch behandelten Heimkino getestet haben. Bedingt durch diverse Absorber wird dort deutlich mehr Power benötigt um subjektiv auf die gleiche Lautstärke zu kommen. In einem Abstand von rund 3 m arbeiteten die X-3000 vollkommen mühelos, unangestrengt und (bedingt durch den Raum) noch einmal räumlicher, voluminöser und präziser. Mit geschlossenen Augen hätte man jederzeit auf einen deutlich größeren Lautsprecher getippt. Wir könnten uns aber gut vorstellen, dass die größeren X-4000 im Kino noch einmal einen Tick souveräner klingen könnten, sodass die Kombination aus drei X-4000 für die Front und zwei bis acht X-3000 für den Surround-Bereich durchaus reizvoll wäre.