Seite 8: Fazit

Gigabytes Z490 Vision G ist gemessen an der Ausstattung der kleine Bruder des Z490 Vision D, beide Modelle jedoch sind der Designare-Produktfamilie angehörig und sollen in erster Linie die Content-Creation-Mainboards darstellen. Einer der größten Unterschiede zwischen den beiden Modellen ist die Tatsache, dass das Vision D über zwei mechanische PCIe-4.0-x16-Slots verfügt, während beim Vision G nur der obere Steckplatz für PCIe 4.0 vorbereitet ist. Und auch wenn die Comet-Lake-S-Prozessoren, wie der Core i9-10900K (Hardwareluxx-Test), bereits am Limit agieren, erlaubt das Gigabyte Z490 Vision G natürlich auch das CPU- und RAM-Overclocking mit einem direkten 12+1-Phasendesign mit 50A-Spannungswandlern.

Dafür jedoch muss der Käufer bis auf vier Status-LEDs beim Booten und des Q-Flash-Plus-Features auf sämtlichen Onboard-Komfort verzichten. Ein CMOS-Clear-Button hätte dem Gigabyte Z490 Vision G auf jeden Fall sehr gut zu Gesicht gestanden. Die restliche Ausstattung ist sehr übersichtlich gestaltet worden. Insgesamt fünfmal USB 3.2 Gen2 (davon einmal intern), sechsmal USB 3.2 Gen1 (davon zweimal intern) und viermal USB 2.0 ermöglichen den Anschluss zahlreicher USB-Geräte. Für den Storage-Part stehen die sechs nativen SATA-6GBit/s-Ports sowie insgesamt drei M.2-M-Key-Schnittstellen bereit. Zwei M.2-Slots agieren über den Z490-PCH und sind instant nutzbar, die dritte wurde jedoch an den CPU-Sockel angebunden und kann erst mit der folgenden elften Core-Generation (Rocket Lake-S) verwendet werden.

Die vier DDR4-UDIMM-Speicherbänke nehmen bis zu 128 GB RAM auf und sind von Gigabyte bis effektiv 5.000 MHz bei Minimalbestückung ausgelegt. Im RAM-OC-Test konnten wir bei den DDR4-4133-DIMMs mit 4.300 MHz ein paar zusätzliche MHz herauskitzeln und zudem die Latenzen senken. WLAN gibt es beim Gigabyte Z490 Vision G zwar nicht, dafür jedoch einen 2,5-GBit/s-LAN-Port über Intels I255-V-PHY. Die Soundausgabe erfolgt über Realteks ALC1220-Codec und neun Audio-Kondensatoren. Am I/O-Panel halten sich dazu sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen bereit, denn TOSLink gibt es leider nicht. Auf Wunsch kann über je einen DisplayPort-1.4- und HDMI-1.4b-Grafikausgang die im Prozessor integrierte Grafikeinheit angesprochen werden, sofern es sich nicht um ein F-Modell handelt.

Preislich sind die Z490-Mainboards generell in neue Sphären vorgestoßen und davon ist leider auch Gigabyte Z490 Vision G betroffen, das ab 250 Euro gelistet ist und für die gebotene Ausstattung schon sehr kostenintensiv erscheint. Wer jedoch auf keine Overclocking-Rekorde aus ist, sich mit der Ausstattung zufrieden gibt und den hohen Preis akzeptiert, kann mit dem Gigabyte Z490 Vision G durchaus glücklich werden.

Positive Eigenschaften des Gigabyte Z490 Vision G:

  • gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung (12+1)
  • übliche Ausstattung, u.a. sechs SATA-Schnittstellen und fünf USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-4.0-Unterstützung an einem PEG-Slot
  • PCIe-4.0-x4-Vorbereitung an einer M.2-Schnittstelle
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • niedriger Idle-Stromverbrauch
  • zwei weitere M.2-Schnittstellen inkl. Passivkühler

Negative Eigenschaften des Gigabyte Z490 Vision G:

  • hoher Preis
  • sehr hohe Leistungsaufnahme unter Last
  • wenig Onboard-Komfort (z.B. CMOS-Clear-Button)

Bei der guten AMD-Alternative fällt der ernsthafte Blick auf die Intel-Z490-Plattform schwierig. Wer jedoch unbedingt ein solches System sein Eigen nennen möchte, bekommt mit dem Gigabyte Z490 Vision G für einen nicht gerade niedrigen Preis eine moderate Z490-Platine.

Das Gigabyte Z490 Vision G ist qualitativ sehr gut und agierte sehr stabil. Optimierungsbedarf besteht beim BIOS, genauer bei der Standard-VCore, denn die war deutlich zu hoch angesetzt. Aber natürlich ist auch der Preis für die gebotene Ausstattung viel zu hoch. (Marcel Niederste-Berg)