Seite 8: Fazit und Empfehlungen

Kann man auf acht SATA-Schnittstellen, Dual-M.2-RAID, SLI oder CrossFire und Dual-Gigabit-LAN verzichten, so kommt man von den Onboard-Komponenten her mit den 100-Euro-Mainboards vollkommen aus. Sie sind solide aufgebaut, besitzen aber keinen Schnick-Schnack, der die Boards teuer macht. Auch an sonstigen Features, wie beispielsweise der Stromversorgung, wird das geboten, was notwendig ist, aber nicht mehr. Schlecht ist das nicht - denn in unserem Test funktionierten alle Boards ohne Probleme.

Unterschiede gibt es natürlich: Der eine Hersteller bietet ein paar Overclocking-Funktionen, die der nächste nicht für 100 Euro bieten möchte. Ein anderer setzt auf eine etwas andere Onboard-Konfiguration, der nächste findet LED-RGBs besonders wichtig. Insofern hat der Käufer schon bei 100 Euro Kaufpreis genügend Auswahl, um sich eine gewünschte Platine auszusuchen, die für den eigenen Gaming-Rechner passt und trotzdem nicht gleich das Budget nach oben treibt.

Abstriche machen muss man aber ebenso bei allen vier Mainboards, was bei einem Blick auf die Zusammenfassung schnell auffällt:

Das ASUS ROG Strix B350-F Gaming überzeugte in unserem Test aufgrund der geschickten Slot-Aufteilung, die theoretisch auch ein SLI- oder CrossFire-System ermöglichen würde. Es besitzt einen guten Onboard-Sound und Gigabit-LAN, auch im Storage-Bereich wird mit USB 3.1 Gen2 und 3.1 Gen1 sowie M.2 und SATA alles geboten, was der Chipsatz und die CPU mitbringen. Schwächen konnten wir nur wenige feststellen - bei aktiviertem TPU waren die Bandbreiten im NVMe- und USB-3.1-Betrieb zu kritisieren. Dafür hat das Board die umfangreichsten Overclocking-Möglichkeiten und das fortschrittlichste BIOS im Test.

ASRocks Fatal1ty AB350 Gaming K4 hat im Vergleich zu den anderen Boards einen M.2-Slot mehr. Wer also zwei SSDs im M.2-Format einsetzen möchte, kommt um diese Variante nicht drumherum. Ansonsten bot es eher ein durchschnittliches BIOS, Overclocking und XMP wurden jedoch nicht korrekt umgesetzt und funktionierten nicht. Hier kann ASRock sicherlich noch nachbessern. Bezüglich des Layouts gibt es keine Kritikpunkte, aber auch keine Highlights.

Das Gigabyte AB350-Gaming 3 ist von der RGB-Beleuchtung her das auffälligste Board, unterstützt USB 3.1 Gen2 mit voller Geschwindigkeit und zeigte auch bei den anderen Bandbreiten-Tests keine Schwächen. Die Overclocking-Fähigkeiten sind zwar etwas einfacher, aber XMP sowie die Übertaktung funktionierten ohne Probleme. Auch wenn das BIOS etwas altbacken aussah, so funktionierte doch alles wie gewünscht. Beim Layout gibt es keine größeren Einschränkungen, nur der Stromverbrauch war minimal höher als bei den anderen Boards.

Von MSIs B350 Tomahawk gibt es bei der Ausstattung am wenigsten zu sagen, hier wird schlicht das geboten, was der Chipsatz kann. Das BIOS ist ordentlich gelöst, wir konnten übertakten, wenn auch nicht ganz so einfach wie bei den anderen Platinen. Der Stromverbrauch war aufgrund der erhöhten Lüfterdrehzahl etwas hoch, fällt aber noch nicht aus dem Rahmen.

Letztendlich ist es so ein wenig der eigene Geschmack: Wenn man Overclocking-Funktionen wie bei einem teureren Board benötigt, bietet sich das ASUS ROG Strix B350-F Gaming an. Wem hingegen RGB und schnelle Bandbreite am Wichtigsten sind, kann zum Gigabyte AB350-Gaming 3 greifen. Diese beiden Boards sehen wir knapp in Führung und sie erhalten deshalb unseren Preis-Leistungsaward. Theoretisch macht man aber auch mit den anderen beiden Platinen nichts falsch.


Alle technischen Daten sowie die besten Preise zu den vier getesteten Boards findet man in unserem Preisvergleich.