Seite 2: Onboard-Komponenten und Layout-Vergleich

ASUS ROG STRIX B350-F Gaming

Beginnen wir mit der ersten Platine, die ASUS als ROG-STRIX-Modell branded. Insofern sollten Overclocking- und Gaming-Funktionen enthalten sein. Auffällig ist zunächst das komplett schwarze PCB, auch wenn ASUS einige RGB-LEDs einbaut und somit dem aktuellen Trend folgt, das Mainboards in irgend einer Form beleuchtet sein müssen. Auf der positiven Seite finden sich auch reichhaltige Kühlungsmöglichkeiten für die VRMs, die hier als 4+4-Spannungsversorgung für den Ryzen-Prozessor ausgeführt ist. Die Speichermodule können auf eine Phase zurückgreifen. Als einziges Mainboard in diesem Vergleich ist es beim ASUS-Board möglich, zwei Grafikkarten einzusetzen. Beide mit Metallstabilisierung ausgestatteten PCIe-3.0-x16-Ports laufen dann mit jeweils acht PCIe-3.0-Lanes. Vier ASM1480 sorgen als PCIe-Switch für diese Eigenschaft. Der dritte Port ist als PCIe-2.0-x4-Port angebunden, besitzt aber die volle x16-Länge. Weiterhin bietet ASUS drei x1-Slots.

Der M.2-Slot ist bei ASUS oberhalb der Grafikkarte positioniert, sodass die SSDs einfach getauscht werden können, selbst wenn eine Grafikkarte eingesetzt ist. Der Onboard-Sound ist als "SupremeFX" gebranded und etwas hochwertiger mit Kondensatoren ausgeführt, es handelt sich aber um einen klassischen Realtek ALC1220A. Der Gigabit-Ethernet-Port ist hier nicht von Realtek, sondern von Intel: Ein I211-AT sorgt für die Kabelverbindung ins Netz.

Interessant: Lt. Handbuch und Aufdruck auf dem Board bietet ASUS viermal USB 3.0 und zweimal USB 3.1 (Gen1) auf der I/O-Leiste, als Header stehen USB 3.0 und USB 2.0 zur Verfügung. Performanceunterschiede gibt es hier nicht, denn bei USB 3.0 handelt es sich effektiv um USB 3.1 Gen1. Lustigerweise wurde dies auf der Webseite zum Board bereits korrigiert, hier finden wir nur nur noch die Bezeichnungen USB 3.1 (Gen1) und USB 3.1 (Gen2). Bei unseren späteren Tests bestätigte sich dann auch, dass das Board den Superspeed-Modus kennt.

Die üblichen sechs SATA-Ports sind auch hier zu finden, wobei zwei mit dem NVMe/M.2 geteilt an der Ryzen-CPU hängen und somit jeweils umgekehrt deaktiviert sind, wenn ein Gerät bereits angeschlossen ist. Ist eine Ryzen-CPU eingesetzt, sind auch der Display-Port und HDMI-Port auf dem I/O-Panel abgeschaltet.

Insgesamt sechs Fan-Header, davon ein AiO-Header, und zwei RGB-Header befinden sich auf dem Mainboard.

ASRock AB350 Gaming 4

Aus der "Fatal1ty"-Reihe stammt ASRocks AB350 Gaming K4, es ist also ähnlich einzuordnen wie ASUS' ROG-Mainboard. Allerdings gibt es einige deutliche Unterschiede zwischen den Platinen. Das beginnt bei der Spannungsversorgung, die ASRock als 3+3-phasige Versorgung auslegt, mit drei weiteren für die DIMMs. Die VRMs um den CPU-Sockel sind mit Kühlern bestückt, die in unserem Test auch absolut ausreichend waren. Den ersten PCIe-Slot hebt man mit mechanischer Metallstabilisierung als den Wichtigen ab: Er ist der PCIe-3.0-x16 für die Grafikkarte, die restlichen Ports sind an den B350 angebunden und somit nur PCIe-2.0-Ports. Der zweite x16-Port besitzt wie alle folgenden Boards im Vergleich nur eine x4-Anbindung. Multi-GPU-Setups sind also eher nicht geeignet für dieses Board.

Als Onboard-LAN verwendet ASRock einen Realtek RTL8111GR, als Sound kommt der etwas angestaubte Realtek ALC892 zum Einsatz. Der Bereich um den Sound ist im Vergleich zu ASUS und Gigabyte auch deutlich einfacher aufgebaut. Im Vergleich zu anderen als Vorteil ist zu nennen, dass ASRock mehr SATA- und M.2-Ports integriert: Einer der M.2-Slots befindet sich oberhalb des Grafikkarten-Slots und ist mit der CPU verbunden. Während bei den anderen Boards der SATA-Port 5 und 6 abgeschaltet werden, führt ASRock diese erst gar nicht nach aussen. Der M.2-Port unterhalb des unteren PCIe-x16-Slots kann ebenso eine NVMe-SSD aufnehmen. Allerdings ist der Controller mit denselben PCIe-2.0-Lanes verbunden wie der untere PCIe-x16-Port, dieser ist beim Einsatz der SSD dann abgeschaltet. Die SATA-Ports neben den DIMM-Steckplätzen werden von einem ASMedia ASM1061 angebunden, was dem Board einen Vorteil von zwei weiteren SATA-Ports im Vergleich zur Konkurrenz verschafft.

Weitere Details auf dem Board sind die fünf FAN-Header, davon einer als All-in-One-Wasserkühler-Header, und ein LED-RGB-Header. Auf dem I/O-Planel setzt ASRock noch auf zwei USB-2.0-Ports, einer davon mit dem "Fatal1ty Maus Port"-Feature. Weiterhin vorhanden: Insgesamt sechs USB-3.0-Anschlüsse, davon einer als "Type C", USB 3.1 Gen2 fehlt wie bei der ASUS-Platine. Der VGA-, HDMI- und DVI-Ausgang ist nur nutzbar mit einer AMD-APU wie Raven Ridge, mit Ryzen sind sie abgeschaltet.

Gigabyte AB350-Gaming 3

Auch beim AB350-Gaming 3 sind einige Slots etwas Blendwerk: Der zweite PCIe-x16-Slot ist über vier PCIe-2.0-Lanes des B350 angebunden, der dritte PCIe-x16-Slot ist sogar nur mit einer Lane angebunden. Für Multi-GPU-Setups ist das Board also eher nicht geeignet, was für ein 100-Euro-Board aber auch nicht vorgesehen sein sollte. Gigabyte setzt auf einen Realtek-Gigabit-Ethernet-Chipsatz, bietet viermal USB 3.1 Gen1 und zweimal USB 3.1 Gen2 über das rückwärtige I/O-Panel, zudem weitere USB-3.1-Gen1- und 2.0-Ports über jeweils einen Front-Header auf dem Board. Gigabyte mixt hier eifrig im Handbuch die Bezeichnungen, bei den dort weiterhin erwähnten USB-3.1-Gen1-Ports handelt es sich um die als USB 3.0 auf dem Mainboard beschrifteten Header.

Als Besonderheit ist der goldene USB-3.1-Gen1-DAC-Port auf dem I/O-Planel zu nennen. Weiterhin setzt Gigabyte auch bei der günstigen Platine bereits auf eine etwas höherwertige Audio-Lösung (AMP Up Audio und Realtek ALC 1220). RGB-Funktionen werden geboten und dürfen bei dem Gaming-Board natürlich auch nicht fehlen. Fünf FAN-Header befinden sich auf dem Board, darunter ein AiO-Header, zudem auch ein LED-Header zum Anschließen weiterer LED-Geräte.

Als Nachteil ist sicherlich die Positionierung des M.2-NVMe-Slots zu erwähnen, der unter dem ersten PCIe-x16-Slot der Grafikkarte nicht einfach zugänglich ist. An einer anderen Position könnte man die SSD auch austauschen, ohne dass man die zwingend einzusetzende Grafikkarte vorher ausbauen muss. Für Ryzen-Nutzer überflüssig sind zudem die DVI- und HDMI-Ports auf dem I/O-Planel, die man aktuell nur mit älteren AM4-Prozessoren mit integrierter Grafik nutzen kann. Wie bei allen B350-Boards werden zwei SATA-Ports abgeschaltet, wenn NVMe genutzt wird, bei Gigabyte sind dies die als "A-SATA" gekennzeichneten Ports, die über die Ryzen-CPU laufen.

Bei einem Blick auf die VRMs findet man die üblichen sieben Phasen (4+3) für die Ryzen-CPU vor, die auch auf allen anderen Boards so zu finden sind. Ebenso ist eine Phase für den Speicherbereich zu sehen - auch hier unterscheiden sich alle vier Boards somit nicht. Bezüglich der Kühlung ist das Gigabyte-Board mit am spärlichsten ausgestattet, aber das ist in diesem Fall kein Problem. Temperaturprobleme konnten wir keine feststellen. Die metallene Unterstützung der PCIe-Slots sieht sicherlich gut aus, hilft aber auch etwas bei schweren Grafikkarten, um die dauerhafte Stabilität des Slots zu gewährleisten.

MSI B350 Tomahawk

MSIs Tomahawk-Board mit B350-Chipsatz kommt im Military-Look: PCB und Kühlkörper sind entsprechend gestyled. Wie die bisherigen Platinen liefert man einen metallverstärkten PCIe-3.0-x16-Slot für die Grafikkarten, die restlichen Slots sind über den B350 als PCIe-2.0-Geräte angebunden. Interessant: Das Board besitzt noch PCI-Slots - entsprechend könnten alte Karten weiter eingesetzt werden. Der M.2-Slot befindet sich an der ungünstigen Position unterhalb der Grafikkarte. Damit man nicht das Problem hat, dass SATA-Ports abgeschaltet werden, lötet MSI diese gar nicht erst auf das Mainboard. Die vier SATA-Ports sind somit komplett über den B350 gelöst und immer aktiv. Die Spannungswandler sitzen unter Kühlkörper und sind als 4+3-phasige Versorgung für die CPU und einphasige Versorgung für den Speicher ausgeführt.

Lustig: Die DIMM-Slots nummeriert MSI als "DimmA1" bis "DimmB2" durch, und schreibt hinter die A2- und B2-Dimms "First" dahinter, um anzuzeigen, dass man die zweiten Slots zuerst nutzen soll. Warum hat man sie dann nicht gleich A1 und B1 genannt?

Die Onboard-Chips stammen von Realtek: Der ALC892 ist bereits auf ASRocks Platine zu sehen gewesen, auch bei MSI kommt er für den Sound zum Einsatz. Auch wenn der Codec etwas älter ist, hat MSI zumindest einige Kondensatoren mehr verbaut als ASRock. Der Gigabit Ethernet stammt auch von Realtek, hier ist es der RTL8111H.

Sämtliche anderen Schnittstellen stellt entweder die Ryzen-CPU oder der B350-FCH zur Verfügung. So auch die USB-Schnittstellen auf dem I/O-Panel, wobei zwei USB 2.0 und vier USB 3.1 (Gen1) verfügbar sind. Ein USB 3.1 führt MSI dabei als Typ C aus. Weitere USB 3.1 Gen1 können intern per USB-Header zugänglich gemacht werden, wobei diese dem B350 entstammen. Sechs FAN-Header (davon ein All-in-One-Wasserkühlungs-Header) und ein RGB-LED-Header komplettieren das Bild.