Seite 8: Fazit

Ganz klar lässt sich erkennen, dass die kleinen Mainboard-Vertreter im Mini-ITX-Format weiterhin mit großem Interesse verfolgt werden. Alle renommierten Mainboard-Hersteller haben entsprechende Platinchen mit verschiedenen Chipsätzen für den Sockel LGA1150 im Programm. EVGA bietet zum aktuellen Zeitpunkt lediglich das nun getestete Z87 Stinger an, das zumindest optisch die ITX-Variante für den Gamer sein soll. Für die Platinengröße ist das Board bis auf einige Ausnahmen ziemlich gut ausgestattet und hat auch einige Overclocking-Features mit an Bord. Dazu gehören auch Onboard-Features, wie ein Power- und Reset-Button und auch eine Diagnostic-LED.

Mithilfe des PCIe-3.0-x16-Slots als einziger Erweiterungsslot lässt sich zudem eine potente dedizierte Grafikkarte installieren, sodass das EVGA Z87 Stinger ohne Frage für ein Mini-Gaming-System verwendet werden kann. In der Summe kann der Interessent auf vier SATA-, sechs USB-3.0- und vier USB-2.0-Anschlüsse vertrauen. Netzwerktechnisch hat sich der US-Konzern für den guten Intel I217-V entschieden. WLAN ist beim Z87 Stinger jedoch Fehlanzeige und muss über den Mini-PCIe nachgerüstet werden. Der Audiobereich wird passend zu den Gaming-Ambitionen vom Creative Sound Core3D ansprechend abgedeckt. Darüber hinaus befindet sich am I/O-Panel aber auch noch ein nativer eSATA-6G-Anschluss und auf dem PCB hält sich zusätzlich auch noch ein Mini-PCIe-/mSATA-Slot bereit.

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Leider gab es beim Z87 Stinger auch einige Vorkommnisse, die wir nicht unter den Teppich kehren können. Zumindest unser Sample hatte in einigen Punkten mit Problemen zu kämpfen. Beispielsweise hatte das Board bei zwei SATA-Ports Schwierigkeiten, das Storage-Device ordnungsgemäß anzusprechen. Und wenn wir dann einmal doch Glück hatten, erkannte das UEFI das Device nach einem Systemneustart plötzlich nichts mehr. Dieses Problem bestand auch teilweise bei den anderen beiden SATA-Anschlüssen. Ferner hinterlässt der nicht durchführbare USB-3.0-Benchmark einen negativen Beigeschmack.

Das UEFI haben die US-Amerikaner unserer Meinung nach ansprechend optisch verändert, jedoch fehlte noch immer eine Instant-Flash-Funktion, die mittlerweile einfach nicht mehr fehlen darf. Stattdessen wird der Käufer weiterhin dazu gezwungen, das UEFI-Update entweder per DOS-Mode oder alternativ unter der Windows-Oberfläche vorzunehmen. Die andere große Kehrseite stellt der verlangte Preis dar, der bei Amazon bei sehr hohen 234 Euro liegt. Aber auch in unserem Preisvergleich ist die Platine erst ab 215 Euro gelistet. Im EVGA-Shop selbst wird das Z87 Stinger für 189,90 Euro etwas günstiger angeboten. Dennoch muss für eine besser ausgestattete Mini-ITX-Platine deutlich weniger investiert werden, wie z.B. beim ASRock Z87E-ITX, welches zudem auch noch WLAN im Gepäck hat. Dafür beläuft sich die erweiterte Garantiezeit beim Z87 Stinger auf insgesamt drei Jahre.

Positive Eigenschaften des EVGA Z87 Stinger:

  • angemessene Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung und vielen Overclocking-Funktionen
  • annehmbare Ausstattung, u.a. sechs USB-3.0-Anschlüsse und vier SATA-Ports
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an einem PEG-Slot

Negative Eigenschaften des EVGA Z87 Stinger:

  • zu hoher Preis
  • leichte Performanceprobleme
  • Instant-Flash-Funktion fehlt
  • SATA-/USB-Erkennungs- und Leseprobleme
  • Bluetooth lediglich in der Revision 2.1

Vom Preis einmal abgesehen klingen die technischen Daten auf dem Papier recht interessant und vielversprechend. Jedoch verlangte uns das EVGA Z87 Stinger eine Menge Geduld ab. 

Alternativen? Wir haben bereits weiter oben das ASRock Z87E-ITX angesprochen, welches eine sehr gute Alternative darstellt. Laut unserer Preisvergleichsseite ist es aktuell ab angenehmen 117 Euro gelistet und bietet zudem auch noch eine bessere Grundausstattung inkl. ac-WLAN und Bluetooth 4.0.

 

Persönliche Meinung

Ob Pech oder nicht, ich fand es schade, dass das Sample nicht so gearbeitet hat, wie es EVGA sicherlich vorgesehen hat. Die Platinen von EVGA sind bei vielen Interessenten etwas Besonderes, was sich auch meistens im hohen Preis wiederspiegelt. Das Gute ist jedoch, dass es im Mini-ITX-Bereich genügend Alternativen gibt, bei denen man auch einiges an Geld sparen kann und wo auch die Ausstattung nicht zu kurz kommt. (Marcel Niederste-Berg)