Seite 9: Fazit

Mit dem Z77A-GD80 hat MSI ein überzeugendes Produkt geschaffen, welches nur kleinere, negative Punkte aufzuweisen hat. Die gebotene Ausstattung, die Leistung, der Funktionsumfang und vor allem die ausgezeichnete Effizienz sind die großen Stärken von MSI's Sockel 1155-Flaggschiff. Vorallem der letzte Punkt ist von wichtiger Bedeutung, wenn man sich für Green-IT interessiert. MSI tut es jedenfalls sehr überzeugend. Neben der hervorragendes Effizienz wurde die Ausstattung nicht vernachlässigt und bietet dem Käufer gleich drei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots, die eine sehr performante Multi-GPU-Konfiguration ermöglichen. Zusammen mit dem Z77-Chipsatz bietet das Z77A-GD80 eine gute (High-End-)Grundlage für den Alltag.

Da wenige Zusatzchips von MSI verbaut wurden, gestaltet sich die Vergabe der knappen Anzahl der Lanes als einfach. Der Z77-PCH stellt acht PCIe-2.0-Lanes zur Verfügung, die von den ebenfalls vorhandenen vier PCIe-2.0-x1-Slots, dem Sound-, Netzwerk-Controller und dem ASM1061-SATA-Controller von ASMedia in Anspruch genommen werden können. Die drei PCIe-3.0-x16-Slots erhalten ihre Lanes direkt von der CPU, die insgesamt 16 Stück zu bieten hat. Das Interesse an Green-IT hat natürlich auch seine Nachteile, denn insgesamt werden dem Käufer des Z77A-GD80 nur vier USB-3.0-Schnittstellen ermöglicht, die über den Z77-Chipsatz kommunizieren. Auf zusätzliche USB-3.0-Controller wird also verzichtet. Aber das Flaggschiff bietet darüber hinaus natürlich auch USB-2.0-Anschlüsse, 10 an der Zahl, wenn man die drei internen Header hinzurechnet.

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Für die Anbindung von SSDs, HDDs und Laufwerken befinden sich auf dem MSI Z77A-GD80 acht SATA-Ports. Vier davon können Datenübertragungen von bis zu 6 GBit/s erreichen, die anderen vier bis zu 3 GBit/s. Die nativen SATA-6G-Buchsen über den Z77-Chipsatz sind optimal für SSDs geeignet. HDDs und andere optische Laufwerke finden an den übrigen SATA-Schnittstellen ebenfalls einen Platz. eSATA-Ports sucht man beim Z77A-GD80 allerdings vergebens. Mit von der Partie ist der neue Thunderbolt-Anschluss, der sich mit am I/O-Panel befindet und eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu 10 GBit/s ermöglicht. An ihm lassen sich Geräte wie Monitore, Festplatten oder Videokameras anschließen, die man aktuell gesehen aber an einer Hand abzählen kann.

Anhand der Tests konnten wir feststellen, dass das MSI Z77A-GD80 ein überzeugendes Overclocking-Mainboard ist. Die zahlreich existierenden Funktionen im BIOS bieten dem geneigten Käufer viele Veränderungen der Taktfrequenzen, der Spannungen und der Feinjustierung. MSI hat zum direkten Ablesen der wichtigsten Spannungen "V-Check Points" untergebracht, die mit den mitgelieferten Adapter-Kabeln mithilfe eines Multimeters ausgelesen werden können. Wie auch auf dem Gigabyte GA-Z77X-UD3H befindet sich auf dem Z77A-GD80 ein Switch, mit dem man von BIOS A auf BIOS B und natürlich umgekehrt umschalten kann. Wer mit Vorliebe die iGPU einsetzen möchte, sei es als primäre Grafikausgabe oder mit dem Lucid Virtu-Feature, kann auf einen HDMI-, VGA- oder mini-DisplayPort-Grafikausgang (Thunderbolt) zurückgreifen.

Für die Belüftung halten sich insgesamt fünf Lüfter-Anschlüsse bereit. Die Platzierung des CPU-FAN-Headers und eines weiteren Lüfter-Anschlusses in der Nähe des CPU-Sockels wurde unglücklich getroffen, was an das Ausmaß der großen Passiv-Kühlkörper auf dem Mainboard zurückzuführen ist. MSI hätte da auf ein anderes Kühlerdesign setzen können, sodass vor allem der CPU-FAN-Header wie gewohnt besser oberhalb des CPU-Sockels untergebracht werden könnte. Die anderen drei FAN-Header sind nahe des Rands schon besser platziert.

Auf dem Z77A-GD80 übernimmt ein zeitgemäßes, modernes UEFI-BIOS die "Kontrolle" über die ganzen Funktionen. Aufgeteilt wurde es in drei Modi: ECO Mode, Standard Mode und OC Genie Mode. Auf den ersten Blick mag es eine gute Idee sein, es auf diese Art und Weise zu splitten. Diese Aufteilung kann mitunter aber auch ganz schön verwirren. So braucht es eine gewisse Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Einmal den Dreh gefunden, setzt das Mainboard die gesetzten Einstellungen konsequent um, wo es in unseren Tests keinerlei Beanstandungen gab.

Das MSI Z77A-GD80 wechselt für ca. 240 Euro den Besitzer. Das ist schon eine kleine, aber dennoch stolze Summe für ein derartiges High-End-Mainboard. Der Preis ist dennoch gerechtfertigt, wenn man nicht außer Acht lässt, was dem Käufer alles an Ausstattung, Funktionen und Software übergeben wird. Einzig auf einen PCI- und einem mSATA-Slot muss beim Z77A-GD80 verzichtet werden.

Positive Eigenschaften des MSI Z77A-GD80:

  • gehobene Leistungsfähigkeit mit starker CPU-Spannungsversorgung und zahlreichen Overclocking-Funktionen
  • gute Ausstattung, u.a. vier native USB-3.0-Schnittstellen und acht SATA-Anschlüsse
  • natives USB 3.0 (zwei am I/O-Panel, zwei über internen Header)
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots (nur mit Ivy-Bridge-CPU)
  • sehr gute Gesamtperformance, sehr gute Stabilität und hervorragende Effizienz
  • fünf Messpunkte zum Ablesen der wichtigsten Spannungen
  • Switch zum Umschalten der zwei BIOS-ROMs
  • Thunderbolt

Negative Eigenschaften des MSI Z77A-GD80:

  • ungünstige Platzierung des CPU-FAN-Headers

Das aktuelle Sockel 1155-Flaggschiff von MSI ist in den meisten Disziplinen ein Erfolg. Mit der guten Ausstattung, den umfangreichen Funktionen, den nützlichen Features und der hervorragenden Effizienz ist man in den meisten Fällen gut gerüstet und wird bei normaler Verwendung von keiner hohen Stromrechnung überrascht.

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