Seite 3: Detailbetrachtung Cryorig R1 Ultimate, Teil 2

Der Cryorig R1 Ultimate ist also ein kompakter Twin-Tower-Kühler mit einer Größe von 14,0 cm (B) x 16,8 cm (H) x 14,2 cm (T) und soll durch diese, abgesehen von der Höhe für einen Twin-Tower Kühler eher zurückhaltenden Maße, zu sehr vielen unterschiedlichen Systemen kompatibel sein.

Dies gelingt vor allem durch den stark nach hinten versetzten vorderen Kühlturm. Durch eine so geringere Tiefe soll eine bestmögliche Kompatibilität zu RAM-Kits mit hohen Heatspreadern ermöglicht werden.

Die ebenfalls moderate Breite des Kühlers verhindert darüber hinaus ebenfalls, dass der oberste PCI-Express Steckplatz – zumindest auf normalen ATX-Mainboards – verdeckt wird.

Seitenprofil des Kühlers

Cryorig hat sich für den R1 Ultimate ein paar neue und interessante Kühlkonzepte überlegt und macht somit einige Dinge anders, als man dies von der Konkurrenz bisher so kennt.

Zum einen ist dies das sogenannte „DirectCompress™ Soldering“-Lötverfahren, indem beide Kühltürme aus zwei voneinander unterschiedlichen und unabhängigen Hälften um die Heatpipes herum zusammengelötet werden und die Heatsinks komplett umschließen – laut Cryorig gewinnt man durch diese Konzeption und diese Architektur 10 Prozent an Kühlfläche.

Im Seitenprofil des Kühlers können beide unterschiedlichen Hälften der beiden Türme noch gut erkannt werden, gerade da diese sich farblich unterscheiden und der innere Teil des Turms auch noch schwarz eloxiert vernickelt wurde.  

Boden und Heatpipes des R1 Ultimate

Die Bodenplatte des Kühlers, also die Kontaktfläche zur CPU, wurde ebenfalls sauber hochglanzvernickelt und besitzt eine leicht konvexe Form. Die leicht konvexe Form ermöglicht einen höheren Anpressdruck auf die CPU, der unter Umständen eine bessere Kühlleistung ermöglicht (je nach Form und Variante des Heatspreaders der CPU).

Ebenfalls auf beiden Bilder gut zu erkennen ist, wie sehr die vorderen Heatpipes und somit der vordere Kühlturm nach hinten versetzt wurden, um die bereits angesprochene Kompatibilität zu gewährleisten.

Seitenansicht des Kühlkörpers

Der R1 Ultimate verfügt über ganze sieben asymmetrisch angeordnete Sechs-Millimeter-Heatpipes (Cryorig nennt diese Anordnung „Heatsink Displacement Optimization™“), die die gesamte Radiatorfläche des Kühlers durchlaufen. Alle Heatpipes sind sauber in den Boden des Kühlers eingearbeitet und mit der Grundplatte verlötet worden – hier gibt es keinerlei Anlass zur Kritik.

Sowohl der Boden des Kühlers als auch die besagten Heatpipes wurde sauber hochglanzvernickelt und es bestand bezüglich der Verarbeitung keinerlei Anlass zur Kritik.

Top-Finishing und Abschluß der Heatpipes

Der Radiator selbst besteht aus 53 (respektive 52 ohne das Top-Finish) bzw. 46 (und 45 ohne das Top-Finish) Aluminiumlamellen mit 1,8 mm bzw. 2,4 mm Innenabstand zueinander.

Hier gilt es als Besonderheit zu bemerken, dass die beiden bereits angesprochenen unterschiedlichen Hälften der Kühltürme über einen unterschiedlichen Lamellenabstand verfügen. Durch diese Architektur bzw. dieses System, das Cryorig „Jet Fin Acceleration System™“ nennt, soll laut Cryorig die heiße Luft schneller aus den Kühltürmen abtransportiert werden können.

Ein relativ enger Lamellenabstand bedeutet in der Regel, dass der Kühlkörper für den Betrieb mit förderstarken Lüftern optimiert wurde und das Optimum seiner Leistung wohl auch nur mit schneller drehenden Lüftern entfaltet werden kann.

Mit 1,8 mm und 2,4 mm lassen sich nun zwei unterschiedliche Lamellendichten vorfinden, wobei der Luftzug zunächst die 2,4 mm breiten Lamellen passiert und dann nach außen hin erst die engmaschigen Lamellen mit 1,8 mm Innenabstand. Somit werden zunächst die breitmaschigen Lamellen passiert, damit die Hitze schnell abtransportiert werden kann, und nach außen hin durch die zusätzlichen engmaschigen Lamellen noch etwas an Fläche gewonnen.

Da der Kühlkörper auf den beiden Seiten des Kühlturms über keine Rillen verfügt, in denen sich die Klammern zur Befestigung der Lüfter normal seitlich einhängen lassen, ziert ein schwarzes Plastikcover die beiden vorderen Hälften der beiden Kühltürme, an denen sich die besagten Klammern dann auch einhängen lassen. Das Einhängen der Lüfter kann somit auch ganz bequem nach der Montage vorgenommen werden.

Der Cryorig R1 Ultimate in Seitenlage

Die Kühlfinnen des Kühlkörpers wurden durchgehend sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei übermäßig scharfen Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Bei unserem Sample konnten wir keinerlei Herstellungsfehler erkennen und die Verarbeitungsqualität des Kühlers befindet sich auf einem exzellenten Niveau.

Der Montagevorgang des Kühlers weist allerdings einige Besonderheiten auf. Zunächst werden, wie bei der Montage auf Sockel 2011 üblich, die mitgelieferten Bolzen (Cryorig nennt diese Schraubenabstandhalter) in die Gewinde des Sockels geschraubt. Danach gilt es die beiden Montagebrücken mit Daumenschrauben an den besagten Bolzen zu befestigen.

Als nächsten Montageschritt platzierten wir den Kühler auf der CPU und brachten diesen in Position, sodass sich die Schrauben an der Querschiene, die löblicherweise fest auf der Oberseite des Bodens des Kühlers befestigt wurden, an den dafür vorgesehenen Stellen auf den Montagebrücken andockten und sich festschrauben ließen. Durch die fest fixierte Querschiene gelang der Einbau sehr bequem und spielend einfach und auch ohne den Ausbau der Grafikkarte, des hinteren Gehäuselüfters sowie der Ram-Kits. Ein Wechsel der CPU ist somit spielend in wenigen Minuten problemlos und bequem möglich. 

Die Befestigung der Lüfter gelingt dank der Klammern ebenfalls relativ einfach und komfortabel, auch wenn das Einhängen am Kühlkörper selbst noch etwas komfortabler wäre, als mit der Plastik-Lösung vorlieb zu nehmen. Denn das Entfernen der Klammern ist, was zur Montage mindestens einmal mittig nötig ist, deutlich schwieriger als das Einhängen. Die Lüfter verfügen weiterhin über Gummipads, die ein direktes Aufliegen auf dem Kühlkörper verhindern und so Übertragungen der Schwingungen an den Kühlkörper verhindern bzw. etwas eindämmen sollen.

Die an der Verpackung angepriesene Montage in 5 Minuten ist dennoch problemlos möglich und somit kein leeres Werbeversprechen.

Der R1 Ultimate hinterlässt alles in allem also einen sehr guten Ersteindruck. Weitere Impressionen des Cryorig R1 Ultimate finden sich wie gewohnt in unserer Fotostrecke.