Seite 3: Detailbetrachtung Thermalright Silver Arrow IB-E/IB-E Extreme, Teil 2

Der Thermalright Silver Arrow IB-E ist ein Twin-Tower-Kühler, der mit einer Größe von 15,4 cm (B) x 16,3 cm (H) x 10,3 cm (T), was die Höhe angeht, etwas kleiner ausfällt als sein direkter Vorgänger. Einbußen bei der Leistung soll es natürlich trotzdem keine geben.

Die wohl wichtigste Neuerung des Silver Arrow IB-E ist, wie schon eingangs festgestellt, der neu designte Kühlkörper. Ein nun asymmetrisches Design soll die bestmögliche Kompatibilität zu Mainboards und Gehäusen garantieren. So wird nun der oberste PCI-Express Steckplatz auf ATX-Mainboards nicht mehr durch den Kühler blockiert - ein Kritikpunkt, der laut Thermalright von einigen Benutzern des Vorgängers häufiger geäußert wurde. Auch ein Überragen des Mainboards nach oben hinaus soll auf den meisten Mainboards kein Thema mehr sein.

Der Thermalright Silver Arrow IB-E in Seitenlage

Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Kühlkörper des Silver Arrow IB-E weiterhin durch einen etwas breiteren Lamellenabstand für eine geringe Lüfterdrehzahl und somit einen geringen Luftdurchsatz optimiert.

Durch die etwas reduzierte Höhe von 16,3 Zentimetern verspricht sich Thermalright eine größere Komptabilität zu durchschnittlich großen Midi-Towern. Hier gilt, wie so häufig, im Vorfeld einmal nachzumessen bzw. sich über die räumlichen Gegebenheiten im eigenen Tower klar zu werden, bevor eine Kaufentscheidung gefällt wird.

Im Betrieb mit beiden montierten Lüftern wird es definitiv zu Kollisionen mit etwaigen ausladenden RAM-Kühlkörpern kommen, denn der vordere montierte Lüfter überragt 2,5 der 4 vorhandenen RAM-Slots komplett.

Die Bodenplatte des Kühlers, also die Kontaktfläche zur CPU, wurde sauber hochglanzvernickelt, besitzt eine leicht konvexe Form und ermöglicht so einen höheren Anpressdruck auf die CPU, der unter Umständen eine bessere Kühlleistung ermöglicht (je nach Form und Variante des Heatspreaders der CPU).

Boden und Heatpipes des Silver Arrow IB-E

Der Silver Arrow IB-E verfügt über ganze acht asymmetrisch angeordnete Sechs-Millimeter-Heatpipes, die die gesamte, ebenfalls asymmetrische, Radiatorfläche des Kühlers durchlaufen. Alle Heatpipes sind sauber in den Boden des Kühlers eingearbeitet und mit der Grundplatte verlötet worden – hier gibt es keinerlei Anlass zur Kritik. Auch der Boden des Kühlers wurde sauber vernickelt und es sind keinerlei Verschmutzungen oder Unebenheiten festzustellen. Die Vernickelung dient, laut Thermalright, unter anderem auch dem Schutz vor Korrosion.

Sauber verarbeitete Lamellen mit kleinen Höhengefällen

Der Radiator selbst besteht aus 45 (respektive, ohne das Top-Finish, 44) Aluminiumlamellen mit 2,0 mm Innenabstand zueinander. Dieser relativ großzügige Innenabstand soll verhindern, dass der Kühlerkörper von einem förderstarken Lüfter mit einem hohen Luftdruck abhängig ist, wie es bei engmaschigeren Lamellen oft der Fall ist. Es wird also sehr interessant sein zu sehen, wie sich die Leistung des Kühlers in unseren verschiedenen Testszenarien verhalten wird.

Weiterhin besitzt der Kühlkörper auf den jeweiligen Seiten der beiden Türme eine Schiene, in der sich die Klammern zur Befestigung der Lüfter seitlich einhängen lassen. Dieses System kennt man so unter anderem schon von Kühlern aus dem Hause Thermalright.

Die Kühlfinnen selbst überlappen sich in mehreren Stufen und durchlaufen die Kühlfläche nicht etwa nur gerade – vermutlich umso mehr Oberfläche zu schaffen, ohne die Kühlfläche tatsächlich in puncto Größe erweitern zu müssen. Besonders gut zu sehen ist dies bei der obersten Finne bzw. dem Top-Finishing des Kühlers.

Top-Finishing und Abschluß der Heatpipes

Die Kühlfinnen des Kühlkörpers wurden durchgehend sauber entgratet und es wurden im Test keinerlei übermäßig scharfen Kanten oder Ecken gefunden, an denen sich der Nutzer eventuell verletzen könnte. Bei unserem Sample konnten wir keinerlei Herstellungsfehler erkennen und die Verarbeitungsqualität des Kühlers ist auf einem exzellenten Niveau.

Die Montage des Kühlers gelingt geübten Händen in wenigen Minuten und ist insgesamt recht komfortabel. Es gelang uns den Kühler zu montieren, ohne das Mainboard dafür extra vorher aus dem Gehäuse entfernen zu müssen. Auch die Montage bei sonstigen Intel- oder AMD-Systemen sollte möglich sein, ohne das Mainboard ausbauen zu müssen, falls das Gehäuse über eine entsprechend große Aussparung auf der Rückseite des Mainboardtrays verfügt.

Seitenprofil des Kühlers

Zunächst werden, wie bei der Montage auf Sockel 2011 üblich, die mitgelieferten Schrauben in die Gewindebolzen des Sockels geschraubt. Wie bei Thermalright typisch wird auf diese ein Montagerahmen gelegt, der mit vier kleinen Schrauben befestigt wird.

Als nächsten Montageschritt platzierten wir den Kühler mit der Montageschiene (Thermalright nennt diese Befestigungsplatte) auf der CPU und brachten diese in Position, sodass der Silver Arrow IB-E mit zwei weiteren, etwas längeren Schrauben mit der Montageplatte verschraubt werden konnte. Dies gelang ohne größere Mühe und als einziger Kritikpunkt sei angemerkt, dass es etwas komfortabler wäre, wenn die Montageschiene direkt am Kühler selbst zu befestigen wäre – und somit nicht während der Montage verrutschen könnte. Ein Wechsel der CPU ist, trotz dieses Kritikpunktes, in wenigen Minuten problemlos und bequem möglich.

Auch das Einhängen der Lüfter in die mitgelieferten Klammern gelingt leider nicht ganz so komfortabel, wie man es von der Konkurrenz wie beispielsweise bei Noctua oder Phanteks durch Clips, die besagte Klammern mit dem Lüfter temporär vereinen und so ein Verrutschen bzw. Herausspringen der Klammern verhindern, gewöhnt ist.   

Der Silver Arrow IB-E hinterlässt alles in allem aber einen doch positiven und durchdachten Ersteindruck. Die Verarbeitung des Kühlers selbst sowie auch die des Zubehörs ist erstklassig und auch die versprochene Kompatibilität scheint in vielen Fällen, wie auch dem unseren, gewährleistet zu sein. Lediglich bei RAM-Kits mit hohen Heatspreader ist, wie bei so vielen anderen Kühlern auch, Vorsicht und Nachmessen angesagt.

Man darf also zu Recht darauf gespannt sein, ob sich unser positiver Ersteindruck auch in der Praxis bestätigen wird.

Weitere Impressionen des Silver Arrow IB-E finden sich wie gewohnt in unserer Fotostrecke.