Seite 6: Fazit

Verglichen mit dem heute getesteten ASUS ROG GR8 II waren die ersten Steam Machines bzw. Konsolen-PCs von ASUS und anderen Herstellern wie beispielsweise Alienware ziemlich langsam. Während in der ersten Generation noch ein Ultrabook-Prozessor auf Haswell-Basis verbaut wurde und das System mit einer Mittelklasse-Grafikkarte der ersten Maxwell-Generation auskommen musste, setzt ASUS nun auf einen waschechten Desktop-Prozessor der Core-i7-Klasse, gepaart mit einer flotten Mittelklasse-Grafikkarte der Pascal-Familie. Dies hat zur Folge, dass die Spieleleistung erheblich ansteigt. All unsere Benchmarks lassen sich ohne Probleme ruckelfrei in 1080p darstellen – vereinzelt ist sogar QHD drin. Der Leistungssprung gegenüber der Vorgänger-Generation ist beachtlich.

Die potentere Hardware ist allerdings auch deutlich stromhungriger. Während der ASUS ROG GR8 aus dem Jahr 2015 sich noch mit unter 100 W unter Volllast begnügte, zieht der ROG GR8 II fast bis zu 230 W aus der Steckdose. Immerhin: Das gilt nur für das Worst-Case-Szenario mit Prime95 und Furmark. Im Spielebetrieb ist unser Testrechner mit etwa 175 W erheblich genügsamer. Trotzdem bleibt das System im 2D-Modus erfreulich laufruhig und arbeitet leiser als die meisten aktuellen Gaming-Notebooks. Wir haben zwischen 33,6 bis 47,8 dB(A) gemessen. Auch wenn der Prozessor während unserer Tests Temperaturen von bis zu 94 °C erreicht, zu Problemen führte das nicht. Weder gab es Abstürze oder Freezes, noch kam es zu einer Leistungsabsenkung. Die Kühlung ist für die Hardware also ausreichend dimensioniert. 

Zwar besitzt der ASUS ROG GR8 II eine Typ-C-Buchse, diese muss aber auf das Thunderbolt-3-Protokoll verzichten. Dies schließt ein späteres Grafikupgrade über eine externe Grafikbox wie beispielsweise die ASUS ROG XG Station 2 aus und drosselt die maximale Übertragungsrate auf 10 Gbit/s. Eine schnelle NVMe-Übertragung gibt es bei der SSD ebenfalls nicht. ASUS setzt zwar auf ein M.2-Steckkartenformat, verzichtet allerdings auf die PCI-Express-Anbindung. Das bremst die durchschnittlichen Leseraten auf etwa 550 MB/s ab. Das stört im Alltag jedoch weniger. Platz für eine zusätzliche Festplatte gibt es ebenfalls, die muss man bei unserer Konfiguration allerdings eigenhändig hinzustecken. 

All das bringt man in einem schicken, getreu der ROG-Familie futuristisch gehaltenem Gehäuse mit sehr guter Verarbeitung unter. Das MSI Trident 3 mag zwar etwas kleiner sein, ist dafür aber etwas dicker. Kompakte Konsolen-PCs sind beide Modelle. Dazu gibt es auch wieder die altbekannte Aura-Beleuchtung, die sich individuell anpassen lässt und das Design weiter abrundet. Das Gehäuse ist allerdings komplett auf die verbaute Hardware zugeschnitten – eine spätere Aufrüstung ist trotz der Desktop-Komponenten sehr schwierig.

Gegenüber der Konkurrenz geht der Preis für den ASUS ROG GR8 II durchaus in Ordnung. Für unsere Konfiguration, bestehend aus Intel Core i7-7700, NVIDIA GeForce GTX 1060, 16 GB Arbeitsspeicher und 256-GB-SSD, bezahlt man rund 1.050 Euro. Zum Vergleich: Für die ZOTAC ZBOX EN1060 bezahlt man aktuell rund 900 Euro – dann aber ohne Speicher. Das MSI Trident 3 mit ähnlicher Ausstattung kostet ebenfalls knapp über 1.000 Euro. Gegenüber eines Selbstbau-PCs auf ITX-Basis aber fährt man wie üblich etwas teurer.

Dank der sehr soliden Leistung, des relativ leisen Betriebsgeräusches, des schicken Designs und der wenigen Negativ-Punkte zücken wir unseren begehrten Excellent-Hardware-Award. Herzlichen Glückwunsch!

asus rog gr8ii award

 

Positive Aspekte des ASUS ROG GR8 II:

  • für 1080p ausreichend schnell
  • schickes Design
  • relativ leise

Negative Aspekte des ASUS ROG GR8 II:

  • kein Thunderbolt 3
  • schlechte Aufrüstbarkeit
  • relativ teuer

Persönliche Meinung

Beachtlich, was dank Kaby Lake und vor allem Pascal von einer Generation zur anderen für Leistungssteigerungen möglich sind. Im Vergleich zur ersten Generation legt der ASUS ROG GR8 II in Sachen Grafikperformance deutlich zu und ermöglicht zumindest in Full HD ruckelfreies Spielevergnügen. Das Design sagt mir ebenfalls zu – mehr als das von MSI oder ZOTAC. Alles richtig gemacht! (Andreas Stegmüller)