Seite 2: Die Hardware-Ausstattung

Bevor wir uns das Gehäuse des ASUS ROG GR8 II im Detail anschauen, werfen wir einen Blick auf die Hardware-Ausstattung.

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Während ASUS im ersten ROG GR8 noch einen Ultrabook-Prozessor auf Haswell-Basis verbaute, hat man bei seiner Neuauflage auf die Kaby-Lake-Generation umgeschwenkt und einen waschechten Desktop-Prozessor verbaut. Konkret setzt man bei unserem Testmodell auf einen Intel Core i7-7700. Den ROG GR8 II gibt es auf Wunsch aber auch mit langsamerem Core i5-7400 oder mit den entsprechenden Vorgänger-Modellen der Skylake-Generation.

Unser Modell läuft jedenfalls wie alle aktuellen Kaby-Lake-Prozessoren im fortschrittlichen 14-nm-Verfahren vom Band und damit im gleichen Fertigungsprozess wie die Vorgänger-Generation. Die Architektur wurde von Intel allerdings leicht angepasst, was zu weiteren Performance- und Effizienz-Steigerungen führte. Wie die in der Praxis ausfallen und welche Änderungen Intel tatsächlich vorgenommen hat, das erfährt man in unserem ausführlichen Testartikel zum Intel Core i7-7700K. Im Gegensatz zum Topmodell verzichtet unsere Test-CPU auf den nach oben hin geöffneten Multiplikator, lässt sich dadurch nicht mehr ganz so einfach übertakten und ist obendrein ab Werk etwas niedriger getaktet. Sie macht sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 3,6 bzw. 4,2 GHz ans Werk. Zum Vergleich: Beim K-Modell waren noch bis zu 4,5 GHz möglich.

Die vier Rechenkerne, die dank SMT-Support jeweils zwei Threads gleichzeitig bearbeiten können, gibt es aber auch hier. Genau wie den klassenüblichen 8 MB großen L3-Cache, den sich alle vier Kerne teilen müssen und den 256 KB großen L2-Zwischenspeicher für jeden Core. Der Intel Core i7-7700 besitzt damit einen 1.024 MB großen L2-Cache in der Summe. Der Daten- und Instruktionscache in erster Reihe bringt es auf jeweils 32 KB pro Rechenkern. Aufgrund der niedrigeren Taktraten im Vergleich zum Topmodell sinkt die TDP von ehemals 91 auf nun 65 W. Gegenüber dem ASUS ROG GR8 aus dem Jahr 2015 ist das aber mehr als viermal so viel – die Kühlung hat bei der neuen Generation also deutlich mehr zu tun. 

Den Speichercontroller steuert ASUS beim ROG GR8 II über zwei 2.400 MHz schnelle DDR4-Module im Dual-Channel-Modus an, die jeweils 8.192 MB bereitstellen und den Arbeitsspeicher damit auf 16 GB bringen. Auch wenn Intel bei Kaby Lake die integrierte Grafikeinheit abermals deutlich beschleunigen konnte, wäre die Intel HD Graphics 630 mit ihren 24 Execution-Units für aktuelle Spieletitel deutlich zu langsam, weshalb sie im 3D-Betrieb auch nicht zum Einsatz kommt. Hier setzt ASUS auf eine deutlich schnellere, dedizierte Grafiklösung.

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Konkret setzt man auf die NVIDIA GeForce GTX 1060. Die kann jedoch nicht, wie von uns immer wieder getestet, auf einen 6 GB großen GDDR5-Videospeicher zurückgreifen, sondern muss sich mit der Hälfte begnügen. Die Speichergröße ist jedoch nicht der einzige Unterschied. Die 3-GB-Version muss sich außerdem mit weniger Shadereinheiten begnügen. Während die Variante mit größerem Speicherausbau mit 1.280 Shadereinheiten ausgerüstet ist, kann die GeForce GTX 1060 mit 3 GB Videospeicher nur 1.152 Shadereinheiten vorweisen. Im gleichen Zuge reduziert sich dadurch die Zahl der Textureinheiten. Sie sinkt von ehemals 80 auf nur noch 72. Offenbar hat sich NVIDIA zu diesem Schritt entschieden, um auch teildefekte GP106-GPUs verwenden zu können. Die Anzahl der ROPs aber bleibt aufgrund des sonst gleichen Speicherausbaus mit 48 erhalten. Die 3-GB-Variante der NVIDIA GeForce GTX 1060 setzt ebenfalls auf ein 192 Bit breites Interface.

Bei den Taktraten hat sich hingegen nichts getan. Beide Karten arbeiten mit einem Basis-Takt von 1.506 MHz und sollen per Boost auf mindestens 1.709 MHz kommen, während die Speicherchips mit 2.022 MHz befeuert werden. Der ASUS ROG GR8 II macht hier keine Ausnahme. Seine Grafiklösung entspricht vollends den Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede. Die typische Leistungsaufnahme wird weiterhin mit 120 W angegeben, wenngleich diese bei der 3-GB-Variante allerdings etwas geringer sein dürfte. 

Laut NVIDIA soll die GeForce GTX 1060 mit 3 GB Grafikspeicher etwa 5 % langsamer sein als eine GeForce GTX 1060 mit 6 GB Grafikspeicher. Der Verlust von 10 % an Shader- und Textur-Einheiten wird durch die gleichbleibende Anzahl an ROPs, L2-Cache, etc. kompensiert, sodass 5 % nicht unrealistisch klingen. Bisher testen konnten wir dies aufgrund fehlender Testmuster allerdings nicht – zumindest für unsere üblichen Grafikkarten-Tests. Dennoch dürfte die Grafikpower dicke ausreichen, um alle aktuellen Spieletitel ruckelfrei in 1080p auf den Bildschirm zu zaubern. Vereinzelt dürften sogar höhere Auflösungen machbar sein. VR-Fans kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten und brauchen sich im Hinblick auf die HTC Vive oder die Oculus Rift keine Sorgen zu machen. 

Die restliche Hardware-Ausstattung

Die restliche Hardware-Ausstattung des ASUS ROG GR8 II ist ebenfalls auf dem neuesten Stand. Unsere Teststellung setzt auf einen 16 GB großen DDR4-Arbeitsspeicher sowie eine 256 GB große SSD, die per M.2 angeschlossen wird, allerdings nicht per PCI-Express bzw. NVMe-Protokoll. Wer mag, kann ein zusätzliches 2,5-Zoll-Laufwerk über SATA einbinden. Verbindung ins Internet, aber auch ins heimische Netzwerk nimmt der ASUS ROG GR8 II kabelgebunden per Gigabit-LAN oder drahtlos per WiFi nach 802.11-ac-Standard auf. Gefunkt wird außerdem per Bluetooth 4.1. Neben modernen Anschlüssen wie USB 3.1 Typ-C stehen eine Vielzahl an Videoausgängen und handelsüblichen USB-3.1-Ports bereit. Mit Strom versorgt wird der Konsolen-PC über ein externes Netzteil, welches über eine Ausgangsleistung von 230 W verfügt. Ein hochwertiger Audio-Chip und ein schickes Beleuchtungssystem runden das Gesamtpaket weiter ab. Auf Thunderbolt 3 muss man allerdings verzichten, womit über den Typ-C-Port keine 40 Gbit/s, sondern nur 10 Gbit/s übertragen werden können. All das bringt man in einem 88 x 299 x 281,3 mm großen und rund 4 kg schweren Gehäuse unter, welches im typischen ROG-Design daherkommt.

Software-Dreingaben

Der ASUS ROG GR8 II kommt mit vielen Tools daher. Eine zentrale Anlaufstelle für die wichtigsten Einstellungen des Systems ist das ASUS Command Center. Hier lassen sich nicht nur die wichtigsten Parameter zur Hardware auslesen – darunter unter anderem Informationen zur verbauten Hardware –, sondern auch etliche Einstellungen tätigen. So lässt sich beispielsweise das Leistungsprofil einstellen und damit zwischen mehreren vorgefertigten Presets auswählen, sondern auch ein Recovery-Datenträger anfertigen oder die Software und Treiber binnen weniger Klicks aus dem Internet herunterladen und installieren. Weiteres, wichtiges Tool ist "Aura". Wie der Name bereits vermuten lässt, lässt sich darüber das Beleuchtungssystem des ASUS ROG GR8 II konfigurieren. Bestimmen lässt sich neben der RGB-Farbe der Effekt. Möglich sind unter anderem ein dauerhaftes Leuchten der RGB-LEDs, welche direkt an der Front angebracht sind, auch ein Pulsieren, ein stetiger Farbwechsel, ein Regenbogenmodus oder ein Welleneffekt. Die Geschwindigkeit und Intensität lassen sich ebenfalls einstellen. Das Sonic Studio III ermöglicht hingegen wichtige Einstellung zum integrierten Soundchip des ASUS ROG GR8 II.

Leider ist auch Software installiert, die man weniger braucht. So packt ASUS zahlreiche Demoversionen mit auf die SSD. Mit dabei ist unter anderem der Kaspersky-Virenscanner, Microsoft Office 365 und das sogar in mehreren, verschiedenen Sprachen (u.a. Chinesisch), ein Yahoo-Serach-Plugin, Ramcache II und PC Cleanup. All das hätte man sich sparen können.