Seite 18: Fazit

Schaffte es Gigabyte bei einigen Vorgänger-Grafikkarten nicht immer das vorhandene Potenzial auch wirklich zu nutzen, hinterlässt die GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming einen anderen Eindruck. Um das zu erreichen, passt Gigabyte die Karte den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten an. Das PCB wurde überarbeitet, bietet mit acht Phasen aber bei weitem nicht eine so starke Versorgung wie manch anderer Hersteller. Für die von Gigabyte gewählten Taktraten reicht es aber allemal aus. Verbessert hat man auch den Windforce-Kühler, der in der Theorie in der Lage ist eine Abwärme von bis zu 600 Watt abzuführen.

Die von Gigabyte gewählten Taktraten bringen die Karte in das obere Drittel des Testfeldes für die GeForce GTX 980 Ti. Man ist gleichschnell wie die Palit GeForce GTX 980 Ti Super Jetstream (Hardwareluxx-Artikel) und muss sich beispielsweise nur einer MSI GeForce GTX 980 Ti Gaming 6G (Hardwareluxx-Artikel) oder ASUS GeForce GTX 980 Ti Strix (Hardwareluxx-Artikel) geschlagen geben. Die Unterschiede sind allerdings sehr gering und bewegen sich in einem Rahmen, den man in der Praxis kaum spüren kann und sich in erster Linie in Benchmarks bemerkbar macht. Aber festzuhalten bleibt auch, dass es für die absolute Spitze eben nicht reicht.

Gigabyte schaltet die drei Lüfter im Idle-Betrieb ab und wählt dabei eine intelligente Steuerung, denn nicht nur schalten sich die Lüfter erst ab 62 °C ein und ab 50 °C und weniger wieder ab, auch dazwischen versucht sich Gigabyte an einem recht sanften Anfahren und Abschalten, sodass die Übergänge so flüssig wie möglich sind. Auch unter Last kann die Kühlung der Gigabyte GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming überzeugen, kaum ein High-End-Modell war bisher unter Last leiser. Gerade im Vergleich zu den übrigen Varianten der GeForce GTX 980 Ti weiß die Karte von Gigabyte zu überzeugen. Mit dem Abschalten der Lüfter erkauft sich Gigabyte allerdings auch eine höhere Idle-Temperatur. Aus technischer Sicht stellt dies aber kein Problem dar. Unter Last bleiben die GPU-Temperaturen mit 73 °C so niedrig, dass ständig der maximale Boost-Takt anliegt - auch hier sehen wir also keinerlei Einschränkungen. Der Verbrauch bewegt sich in einem üblichen Rahmen für eine derart übertaktete GeForce GTX 980 Ti.

Das Overclocking konnte ebenfalls überzeugen. Mit einem Boost-Takt von 1.510 MHz erreichen wir eines der höchsten Ergebnisse für die Custom-Modelle der GeForce GTX 980 Ti. Das Overclocking entspricht einem weiteren Leistungsplus von 14 Prozent - kein schlechtes Ergebnis für ein paar Einstellungen und etwas Zeit.

Mit einem Preis von etwa 725 Euro erspart man sich bei der Gigabyte GeForce GTX 980 Ti den teilweise happigen Aufpreis zu vergleichbaren Modellen. Allerdings ist die Situation derzeit etwas schwierig zu beurteilen, da unser Preisvergleich fast tägliche eine andere Liefersituation und Preise für die Gigabyte GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming nennt. Es gilt also die Augen offen zu halten!

Alternativen? Alternativen zur Gigabyte GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming sind zahlreich vorhanden. Natürlich wäre da die AMD Radeon R9 Fury X (Hardwareluxx-Artikel) zu nennen, die etwas langsamer, aber aus technischer Sicht sicherlich eine Alternative ist. Gigabyte muss aber gar nicht in das AMD-Lager schauen, wir haben uns schon zahlreiche Modelle der GeForce GTX 980 Ti angeschaut, die sich alle in der Artikel-Sektion befinden und die allesamt eine Alternative sein können.

 

Positive Aspekte der Gigabyte GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming:

  • sehr gute Leistung in hohen Auflösungen
  • Anti Aliasing und anisotropische Filterung durchgehend möglich
  • UltraHD/4K mit Abstrichen möglich
  • 6 GB Grafikspeicher
  • DirectX 12
  • Dynamic Super Resolution (DSR)
  • HDMI 2.0
  • gute Kühlung (niedrige Last-Lautstärke)

Negative Aspekte der Gigabyte GeForce GTX 980 Ti G1 Gaming:

  • relativ hohe Leistungsaufnahme

 

Persönliche Meinung

Was auf den ersten Blick nach Alltagskost für die GeForce GTX 980 Ti aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als mehr als das. Gigabyte liefert eine gute bis sehr gute Leistung und bietet dabei eine ausgezeichnete Kühlung, welche die GPU auf niedriger Temperatur hält und dabei gerade unter Last sehr leise ist. Das Abschalten der Lüfter ist inzwischen zu einer Standard-Funktion geworden. Die GeForce GTX 980 Ti zeigt in ihren Interpretationen durch die Hersteller vor allem eines: Vielfalt. Etwas was AMD bei der Radeon R9 Fury X derzeit nicht bieten kann und erst durch die Radeon R9 Fury ergänzt wurde. (Andreas Schilling)