Seite 1: Test: PowerColor Radeon HD 7850 PCS+

powercolor hd_7850pcs_2gbNachdem wir bereits die PowerColor Radeon HD 7870 PCS+ durch unseren Benchmark-Parcours jagen konnten, versorgte uns der Hersteller jetzt auch mit dem kleineren Ableger. Die PowerColor Radeon HD 7850 PCS+ kann dabei ebenfalls mit höheren Taktraten aufwarten und bekam den eigenen Dual-Slot-Kühler des Herstellers aufgeschnallt. Während die AMD-Vorlage noch mit 860/1200 MHz zu Gange ist, erhöhte PowerColor die Frequenzen für Chip und Speicher auf 1000 respektive 1225 MHz - ein Plus von immerhin 140 bzw. 25 MHz. Beim großen Bruder konnte vor allem die Leistung des Kühlsystems überzeugen. Ob die PowerColor Radeon HD 7850 PCS+ an diese Erfolgen anschließen kann, versuchen wir auf den nachfolgenden Seiten zu klären.

Als AMD am 5. März mit der Radeon HD 7870 und der Radeon HD 7850 seine ersten beiden "Pitcairn"-Ableger auf "Tahiti" und "Cape Verde" folgen ließ, waren die Grafikkarten der gehobenen Mittelklasse noch nicht im Handel erhältlich. Diese sollten erst zwei Wochen später in die Regale kommen. Zudem waren die Boardpartner angehalten, keine Spezifikationen ihrer kommenden Eigenlösungen und den dazugehörigen Preisen zu verraten. Auf der CeBIT 2012 konnten wir so zwar einige Modelle abseits des Referenzlayouts von XFX, Sapphire, MSI oder PowerColor ausfindig machen, genaue Details wollte uns allerdings kein einziger Hersteller verraten - auch nicht hinter vorgehaltener Hand. Erst am 19. März folgten die offiziellen Bekanntmachungen in Form von Pressemitteilungen. Als einer der ersten Hersteller schickte uns PowerColor wenige Tage nach dem offiziellen Verkaufsstart der Radeon HD 7870 seine PCS+-Version. In unserem Test konnten wir dem 3D-Beschleuniger dank der werksseitigen Übertaktung nicht nur eine höhere Leistung attestieren, sondern auch ein angenehmes Betriebsgeräusch. Am heutigen Tag wollen wir uns nun den kleinen Bruder näher anschauen, den man erst vor wenigen Tagen offiziell ins Rennen schickte.

Auch diese Version der "Pitcairn"-GPU ist schneller unterwegs als die AMD-Vorlage. Während sich diese mit 860/1200 MHz zufriedengeben muss, befeuert PowerColor seinen jüngsten Zuwachs mit 1000/1225 MHz. Damit rechnet der 2048 MB große GDDR5-Videospeicher immerhin mit 25 MHz mehr auf der Brust, wohingegen sich der Grafikprozessor mit 140 MHz mehr ans Werk macht. Um die höheren Frequenzen realisieren zu können, die Karte aber dennoch auf einem niedrigen Temperatur-Niveau zu halten und gleichzeitig für eine geringe Geräuschkulisse zu sorgen, schnallte PowerColor seinen PCS-Kühler auf. Dieser besitzt nicht nur zwei  8 mm dicke Heatpipes und zahlreiche Aluminiumfinnen, sondern wird auch von einem mittig angebrachten 90-mm-Lüfter in Axialbauweise unterstützt. Wie sich diese Lösung schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

Die PowerColor Radeon HD 7850 PCS+ baut auf AMDs jüngster "Pitcairn"-GPU auf. Diese läuft bereits im fortschrittlichen 28-nm-Verfahren vom Band und unterhält rund 2,8 Milliarden Transistoren. Da sich die Radeon-HD-7800-Modelle leistungsmäßig zwischen "Tahiti" und "Cape Verde" einpendeln sollen, haben die US-Amerikaner zwar den Rotstift angelegt, dies aber nicht ganz so aggressiv getan, wie man es noch bei der Radeon HD 7750 machte. Während es das akutelle Flaggschiff der "Southern Islands"-Familie auf 32 Compute-Units bringt, stehen der "Pitcairn"-GPU im Vollausbau immerhin noch 20 solcher Shadergruppierungen zur Seite. Bei der etwas langsameren "Pro"-Version mussten vier weitere CUs weichen. Jede Compute-Unit unterteilt sich weiterhin in vier SIMDs mit je 16 ALUs, womit es unser heutiger Testkandidat auf immerhin noch 1024 Streamprozessoren bringt (16 x 4 x 16). Die Anzahl der Textureinheiten muss damit ebenfalls nach unten korrigiert werden, da an jede CU eine Quad-TMU angeschlossen ist. Insgesamt 80 TMUs stehen noch zur Verfügung.

Beim Speicherausbau verpasste AMD beiden Radeon-HD-7800-Karten insgesamt vier 64-Bit-Controller, an die jeweils zwei 256-MB-Chips angeschlossen wurden. Damit bringt es sowohl die Radeon HD 7870 wie auch die Radeon HD 7850 auf einen 2048 MB großen Videospeicher, der über ein 256 Bit breites Speicherinterface kommunizieren darf. Zum Einsatz kommen natürlich schnelle GDDR5-Chips. Bei den Taktraten fährt AMD ein gewohnt hohes Level und schreibt für seine Radeon HD 7850 Frequenzen von mindestens 860/1200 MHz vor. Bei seiner PCS+-Variante drehte PowerColor noch kräftig an der Taktschraube und lässt seinen jüngsten Zuwachs mit 1000/1225 MHz arbeiten. Der langweilige Referenzkühler musste zudem einem eigenen Modell weichen. 

Die technischen Daten haben wir tabellarisch zusammengefasst:

PowerColor Radeon HD 7850 PCS+
Straßenpreis ca. 245 Euro
Homepage PowerColor-Produktseite
Technische Daten
GPU Pitcairn Pro
Fertigung 28 nm
Transistoren 2,8 Milliarden
GPU-Takt 1000 MHz
Speichertakt 1225 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 2048 MB
Speicherinterface 256 Bit
Speicherbandbreite 156,8 GB/Sek.
DirectX-Version 11.1
Shadereinheiten 1024 (1D)
Shadertakt 1000 MHz
Textur Units 64
ROPs 32
Pixelfüllrate 32,0 Gigapixel
SLI/CrossFire CrossFire

Dank der etwas höheren Frequenzen von 1000/1225 MHz fällt die Pixelfüllrate leicht höher aus, als wir es von einer Radeon HD 7850 bislang gewohnt waren. Diese liegt jetzt bei runden 32,0 Gigapixel in der Sekunde. Da der Speicher mit gerade einmal 25 MHz mehr arbeitet, fällt die Speicherbandbreite mit 256,8 GB/Sek. nur marginal höher aus.

asus-hd7870

Mit seiner PowerColor Radeon HD 7870 PCS+ konnte der Hersteller ordentlich vorlegen und einen 3D-Beschleuniger auf die Öffentlichkeit loslassen, der mit einer höheren Leistung aufwarten und zugleich die Ohren schonen konnte. Ob das PowerColor auch bei seiner Radeon HD 7850 PCS+ gelungen ist, erfährt man in diesem Artikel.