Seite 9: Fazit

Das Morpheus ist als Meshgehäuse mit eher unaufgeregtem Design optisch erst einmal nicht besonders auffällig. Auch die rote LED-Beleuchtung von Logo und Frontlüftern kann das nicht wirklich ändern. Funktional sticht es dafür um so stärker heraus. Denn einem Gehäuse, das sowohl als Midi- als auch als Mini-Tower aufgebaut werden kann, sind wir bisher noch nicht begegnet. Aufbauen ist dabei ein ganz entscheidendes Stichwort: Denn das Morpheus ist kein fertig montiertes Gehäuse, sondern wird tatsächlich in Einzelteilen ausgeliefert. Man sollte für den Aufbau schon etwas Zeit einplanen. Es hat aber durchaus seinen Reiz, ein Gehäuse selbst zusammenzubauen. Dabei kann das Ergebnis mit Blick auf Stabilität und Funktionalität durchaus mit manchem Fertiggehäuse mithalten. 

Einschränkungen gibt es aber durch das Layout mit zwei nebeneinander liegenden Kammern. Die Netzteil- und Laufwerkskammer kann zwar viel Platz für Kabel und ein sehr überzeugendes Kabelmanagement bieten. Dafür reicht der Platz in der Mainboardkammer aber nur für kleinere Towerkühler und einen 80-mm-Rückwandlüfter. Dass die Kühlleistung trotzdem respektabel ist, liegt sicherlich auch an den zahlreichen Luftöffnungen des Meshgehäuses. Für Wasser- bzw. AiO-Kühlungen stehen 240-mm-Radiatorenplätze zur Verfügung (allerdings anders als von Riotoro versprochen nicht am Boden, sondern nur hinter der Front und unter dem Deckel). Auf externe Laufwerksplätze muss zwar verzichtet werden, bis zu sechs interne Laufwerksplätze werden für die meisten Nutzer aber ausreichend sein.  

Die große Frage ist allerdings letztlich, ob die Wandelbarkeit des Morpheus überhaupt sinnvoll ist. Denn der Unterschied zwischen beiden Formaten fällt doch überschaubar aus. Wer keinen Deckelradiator benötigt, auf zwei 2,5-Zoll-Laufwerksplätze und drei Erweiterungskartenslots verzichten kann, der spart mit der Mini-Variante schlicht 6 cm Höhe. Dafür ist die Montage generell aufwändig und der Kaufpreis vergleichsweise hoch. Andere Gehäuse der gleichen Preisklasse sind üblicherweise unkomplizierter, bestehen zumindest teilweise aus höherwertigen Materialien und lassen sich meist auch vielseitiger und mit weniger Einschränkungen nutzen. 

Trotzdem ist es beeindruckend, wie man beim Morpheus aus vielen Einzelteilen selbst ein durchaus funktionales Gehäuse zusammenbauen kann. Auch für Modding könnte sich das Gehäuse mit seinen Schraubverbindungen anbieten. Insgesamt ist Riotoros Selbstbaugehäuse so ungewöhnlich und innovativ, dass wir unseren Technik-Award zücken. 


Positive Aspekte des Riotoro Morpheus:

  • komplett modular aufgebaut, kann wahlweise als Mini- oder Midi-Tower aufgebaut werden
  • Zweikammeraufbau und überzeugendes Kabelmanagement sorgen für Ordnung
  • ab Werk solide Kühlleistung, Lüfter lassen sich weit herunterregeln und sind dann angenehm leise
  • werkzeuglose Montage für 3,5-Zoll-Laufwerke und Erweiterungskarten
  • entnehmbare Staubfilter (an den Seitenteilen bleiben allerdings seitlich Streifen unabgedeckt)
  • zwei USB 3.1 Typ-C-Ports

Negative Aspekte des Riotoro Morpheus:

  • für Material und Ausstattung relativ teuer
  • klares Limit bei der CPU-Kühlerhöhe, nur 80-mm-Hecklüfter
  • keine HDD-Entkopplung, keine werkzeuglose Montage für 2,5-Zoll-Laufwerke in den 2,5-Zoll-Laufwerksschubladen

Preise und Verfügbarkeit
HP 27 Curved 68,58 cm (27 Zoll), VA - DP, HDMI
Nicht verfügbar 229,90 Euro Nicht verfügbar