Seite 1: Microsoft Lumia 640 und Lumia 640 XL im Test

nokia 640 100Mit dem Microsoft Lumia 640 und der größeren Variante Lumia 640 XL eröffnet Microsoft die nun mehr vierte Generation an Lumia-Smartphones mit Windows Phone-Betriebssystem. Beide Modelle sollen die untere Mittelklasse der Windows 10-Smartphones bereichern und setzen den Trend zu immer größeren Handys fort. Das Update auf Windows 10 soll laut Microsoft bereits im Sommer  ausgeliefert werden.

Die Hardware im Überblick

Beide Smartphones setzen bis auf das Display und die Kamera auf eine identische Hardware-Basis. So vertraut Microsoft auf den bereits etwas betagten, aber für Windows Phone vollkommen ausreichenden Snapdragon 400 mit Sensor-Core zum Zählen von Schritten aus dem Hause Qualcomm. Dem gegenüber stehen 1 GB Arbeitsspeicher sowie 8 GB an Speicherplatz für Applikationen und Media-Dateien. Anders als noch zu Zeiten des Lumia 620 sowie 630 ist nun die 1-GB-Marke für Microsoft die unterste Grenze was den Arbeitsspeicher bei neuen Geräten anbelangt. Alle neueren Lumias wie beispielsweise das Lumia 430, Lumia 532 und Lumia 535 bieten 1 GB RAM und somit genügend Ressourcen, um viele Apps im Multitasking, sofern es das Betriebssystem zulässt, zu betreiben.

Lumia640 XL Offen
Lumia 640 und 640 XL ohne Rückschale

Beim Microsoft Lumia 640 kommt ein 5 Zoll großes IPS-Display mit ClearBlack-Technologie zum Einsatz. Die Auflösung des Displays beträgt 1.280 x 720 und bietet somit die kleine HD-Auflösung. Die Kamera bietet anders als der Vorgänger Lumia 630 eine Foto-LED und eine Auflösung von 8 Megapixeln. Da die reinen Megapixel noch lange nichts über die Kameraqualität aussagen, kommen wir später auf die Kamera zurück. Als Frontkamera wird von Microsoft beim Lumia 640 leider nicht die aus dem Lumia 730/735 und Lumia 535 bekannte Selfie-Cam mit 5 Megapixel und Weitwinkelobjektiv verwendet, sondern lediglich eine einfache Frontkamera mit 0,9 Megapixeln und mäßiger Bildqualität. Im Lumia 640 XL sieht es hingegen anders aus: Hier setzt man auf die bessere Lösung.

Wenn es um das Mobilfunkmodul geht, gibt es zwei Varianten des Lumia 640. Die Dual-Sim-Version kommt maximal mit der UMTS-Beschleunigung HSPA+ und 42 Mbit/s im Downstream zurecht. Die LTE-Variante hat im Gegensatz dazu lediglich einen SIM-Kartenslot, bietet dafür aber ein LTE-Modem mit Cat 4 und 150 Mbit/s im Downstream. Ebenfalls exklusiv für die LTE-Version ist die Möglichkeit NFC zu nutzen. Wie mittlerweile bei Mittelklasse-Smartphones üblich, bieten beide Konfigurationen des Lumia 640 einen microSD-Slot.

Lumia640XL Offen
Lumia 640 XL ohne Rückschale

Das Microsoft Lumia 640 XL wird als Nachfolger des bereits betagten Nokia Lumia 1320 mit Dual-Core Snapdragon S4 betrachtet. Die Hardware-Basis mit dem Lumia 640 teilend, bietet es ein größeres Display (5,7 Zoll), jedoch nicht mehr Pixel; auch hier sind es 1.280 x 720. In Sachen Mobilfunk-Standards und Anzahl der SIM-Karten ist man in Deutschland auf Dual-SIM und HSPA+ beschränkt.

Beide Smartphones haben die restlichen drahtlosen Kommunikationsmöglichkeiten mit WLAN nach n-Standard sowie Bluetooth 4.0 gemeinsam.

Lumia640 Offen
Lumia 640 offen

Durch die selbe Hardwarebasis performen beide Geräte nahezu identisch. Bei diversen Benchmarks wie beispielsweise Sunspider oder Antutu liegen die beiden Lumias beide gleichauf, aber leider wegen der doch bereits etwas betagteteren Hardware hinter der Konkurrent aus dem Android-Lager mit Octacore-Prozessoren und 64-bit-Architektur. Im Antutu-Benchmark erreicht das Microsoft Lumia 640 11.903 Punkte und das Microsoft Lumia 640 XL 11869 Punkte, was relativ nah bei einander liegt. Im Browsermark liegen die beiden Geräte mit 1.213 beim beim Grundgerät und 1.235 bei der XL-Variante ebenfalls sehr nah beieinander.

Gehäuse: Verarbeitung, Ergonomie, Optik

Das Microsoft Lumia 640 gibt es in vier verschiedenen Farben: Cyan, Weiß, Orange und Schwarz. Lediglich die schwarze Variante besitzt ein mattes Backcover. Die anderen, farbigen Versionen haben allesamt ein Glossy-Cover, welches sich als sehr rutschig herausstellt. Allerdings wirkt das Smartphone trotz der glatten und glänzenden Oberfläche nicht billig und liegt aufgrund des dünnen Designs mit 8,8 mm sehr gut in der Hand. Ebenfalls gibt es als Zubehör diverse Rückschalen mit Display-Schutz auch farbig in mattem Kunststoff. Ansonsten kann man das Smartphone aufgrund des mit 145 Gramm eher geringen Gewichts gut auch länger ohne Probleme in der Hand halten. Allerdings wird es mit kleineren Hände schwierig, das 5 Zoll große Display sicher mit einer Hand zu bedienen.

Lumia640 Rückseite Sonne
Lumia 640

Die abnehmbare Rückschale das Smartphones sitzt sehr fest und sicher. Allerdings war die Verarbeitungsqualität bei der Lumia-Serie noch nie ein größerer Kritikpunkt. Den entsprechend hohen Erwartungen entspricht Microsoft hier völlig und liefert ein grundsolides Produkt ab. Die seitlich positionierten Tasten lassen sich angenehm drücken und zeigen kein Spiel.

Anders als das Lumia 640 ist das Lumia 640 XL durchgehen mit mattem Polycarbonat ausgestattet. Dieses liegt sehr gut in der Hand und lässt sich angenehm anfassen. Auch ist es aufgrund der Beschaffenheit weniger Anfällig für Fingerabdrücke wie das Gehäuse des Lumia 640. Allerdings kommen aufgrund des großen Displays auch Menschen mit großen Händen bei der Bedienung nicht mit einer Hand aus.

Lumia640XL Rückseite Sonne
Lumia 640 XL

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität gibt es auch beim größeren Lumia keine Kritik, Microsoft liefert auch hier eine solide Leistung ab. Das Lumia 640 XL ist in den selben Farben wie das 640 erhältlich.