Seite 1: Test: Samsung Galaxy Beam (inkl. Video)

teaserBetrachtet man die aktuelle Smartphone-Welt, so liegen die Geräte sowohl im Low- als auch High-End-Bereich sehr dicht beieinander. CPUs, Displays oder Kameras sind nur noch selten ein Alleinstellungsmerkmal. Um so erfreulicher ist es, das es mit dem Samsung Galaxy Beam ein Smartphone in unsere Testräume geschafft hat, das etwas ungewöhnlicher ist. Der Clou des Ganzen: ein integrierter DLP-Beamer.

Wir bedanken uns bei 'getgoods.de' für die problemlose Bereitstellung des Testsamples.

Einen ausführlichen Blick auf das äußere Erscheinungsbild, die Verarbeitungsqualität sowie die installierte Software bieten wir im obigen Videoreview - sowie direkt bei hardwareclips.de und auch auf unserem YouTube-Channel.

Doch betrachten wir das Gerät zunächst einmal als normales Smartphone - die Beamerfunktion wollen wir erst auf der anschließenden Seite, dafür um so detaillierter, betrachten. In der Verpackung findet sich für ein aktuelles Gerät äußerst viel: Smartphone, In-Ear-Headset mit verschiedenen Aufsätzen, Netzteil, USB-Kabel, ein externes Akkuladegerät und ein zweiter Akku. Gerade der Ersatzakku wird viele Nutzer sicherlich freuen. Bei einem Preis von rund 420 Euro kann man aber natürlich auch ein wenig mehr Zubehör erwarten, wenn das Gerät schon nicht mit der Oberklasse mithalten kann.

microSD und SIM-Karte sind von außen zugänglich - erst umständlich den Akkudeckel zu entfernen, entfällt hier.

Denn ein Blick ins Innere verrät: das Galaxy Beam befindet sich nicht auf dem aktuellsten Stand. Angetrieben von einem Dual-Core-Prozessor mit je 1 GHz Taktfrequenz, 768 MB Arbeitsspeicher, Android 2.3.6 und einem 4,0-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln kann es in seiner Preisklasse nur bedingt mit Top-Geräten wie dem Huawei Ascend P1 (Hardwareluxx-Test), das sogar 50 Euro weniger kostet, mithalten.

Auch die restliche Hardware ist lediglich Mittelmaß: 5 MP Primär- und 1,3 MP Sekundärkamera, 8 GB interner Speicher und eine Dicke von rund 1,3 cm sind nicht gerade das, was man von einem 400+ Euro Smartphone erwartet. Lediglich in Sachen Akku lässt das Beam die Muskeln spielen: 2000 mAh fasst der kleine Kraftprotz, von dem es - wie oben schon erwähnt - gleich zwei im Lieferumfang gibt. Mehrere Tage ohne Steckdose sind da wohl kein Problem.

Natürlich ist das Highlight des Beam der integrierte DLP-Projektor, der den Preis selbstverständlich etwas in die Höhe treibt. Zu diesem haben wir uns im Laufe des Tests aber noch ausführlich geäußert. Wir wollen uns das Gerät zunächst etwas genauer ansehen, bevor wir direkt auf die Besonderheiten eingehen.

Der Beamer sitzt an der Oberseite - ebenfalls zu sehen: die kombinierte Zweitakku-Ladestation mit integrierter Handyhalterung.

Das Design des Galaxy Beam ist gewagt - das schwarze Gehäuse mit dem gelben, umlaufenden Streifen und eine strukturierte, gummierte Rückseite versprühen in etwa den Charme eines Caterpillar-Baufahrzeuges. Auf der anderen Seite wirkt das Gerät dadurch aber auch deutlich robuster als die superdünnen Smartphones der aktuellen Generation. Die SIM- und microSD-Karte können ohne Öffnen des Akkudeckels über die Seiten des Gerätes gewechselt werden.

Zusätzlich finden sich an eben diesen noch die Lautstärkewippe, ein Power-Button, der Beamer-Button sowie ein 3,5-mm-Klinke-Anschluss. Die Oberseite ist dem Beamer vorbehalten, auf der Unterseite findet sich der microUSB-Anschluss. Die Vorderseite langweilt da schon fast etwas mit dem mechansichen Home-Button und einem Menü- sowie Zurück-Button.

Apropos Vorderseite: auf der sitzt natürlich auch das Display. Die Auflösung ist mit 800 x 480 Pixeln zwar in Ordnung, aber im Android-Lager und in dieser Preiskategorie mittlerweile eher selten anzutreffen. Dafür können sich Käufer über ordentliche Blickwinkel und eine gute Maximalhelligkeit freuen. Damit ist das Display durchaus in Ordnung aber keinesfalls ein Alleinstellungsmerkmal.

Insgesamt macht das Beam einen durchdachten und stabilen Eindruck - die Spaltmaße sind gleichmäßig und lassen keinen Grund zur Beanstandung. Dank der gummierten Rückseite hat man immer einen festen Halt - zudem fühlt sich das Gerät dadurch trotz des hohen Kunststoffeinsatzes sehr wertig an. Das Gewicht ist mit 149 Gramm zwar im Vergleich nicht unbedingt gering, für ein Gerät mit integriertem Beamer aber doch leichter als man zunächst annehmen würde.

Mit Android 2.3.6 zwar noch ein altes System - dafür aber mit Samsungs TouchWiz überzogen.

Interessant ist definitiv auch noch der Punkt Software - hier hinkt das Beam nämlich deutlich hinterher. Mit Android 2.3.6 ist nicht einmal die aktuellste Gingerbread-Version vorinstalliert. Updates gibt es bislang keine - und ob jemals eines auf Android 4.0 oder gar 4.1 kommen wird, ist ebenso fraglich. Daher müssen wir zunächst damit rechnen, dass das Gerät aufgrund seiner speziellen Anpassungen auf Android 2.3.6 verbleiben wird.

Verpackt unter Samsung TouchWiz-Oberfläche bedient sich das System in großen Teilen ruckelfrei, Apps öffnen angenehm schnell und auch Browsern geht gut von der Hand. Auch nach längerer Benutzung bedient sich das Beam noch immer flüssig - hier hat Samsung also Hand angelegt und gute Arbeit geleistet. Mitgeliefert werden die typischen Samsung Apps (verschiedene Hubs, AllShare, Voice Command, ChatOn) sowie einige vorinstallierte Apps wie kaufDa, myTaxi, HRS Hotels, Hugendubel, Lieferheld und Polaris Office, die natürlich nicht Bestandteil unseres Tests sind.

In der Galerie befinden sich neben den in diesem Test verwendeten Bildern noch weitere interessante Details
- reinschauen lohnt sich.

Weitere Anpassungen finden sich im Notification-Center, das mit Schnellzugriffen ausgestattet ist, sowie in den Einstellungen. Hier wurde ein Power-Saving-Mode eingeführt, der ab einem bestimmten Akkustand verschiedenste Datendienste deaktivieren und die Displayhelligkeit reduzieren kann. Ansonsten halten sich die Anpassungen in Grenzen und sind mit anderen Samsung-Smartphones, die noch auf Gingerbread setzen, vergleichbar.

Obwohl das System rund läuft, wäre ein Update auf Android 4.0 wünschenswert - Apps wie Google Chrome oder die neue Gmail-App sind nur für die aktuellen Systemversionen verfügbar. Und da diese in letzter Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen (Android 4.0: Marktanteil auf über 10 Prozent gestiegen), werden viele Entwickler über kurz oder lang wohl ihre Apps auf Ice Cream Sandwich oder Jelly Bean fokussieren.