daß es damals in Physik und im Studium doch auch schöner war das Hirn mit sowas zu belasten...
In der Schulzeit war mein Problem meistens, das ich so "theoretischen Quatsch" lernen musste und wenn ich mal gefragt habe, wofür man diesen "Quatsch" denn überhaupt brauchen kann, kam von den meisten Lehrern keine Antwort oder wieder nur irgendwelche Theoretisiereien wie "Ja, damit kannst du ausrechnen an welcher Position sich zwei Geraden schneiden"... toll.

Selber hatte ich zu der Zeit auch keine praktische Anwendung, weil Zeug wo man sowas dann hätte wirklich praktisch anwenden können, und seis nur um zu verstehen warum etwas nicht wie gedacht funktioniert, hatte ich nicht und hätte ich mir auch nicht leisten können.
So 10, 20 Jahre später sind dann allmählich Fälle aufgetreten, wo ich mir dann dachte: Moment, da war doch irgendwas in Physik/Chemie/etc... und dann hab ich das auch verstanden (statt nur auswendig gelernt).
Besser spät als nie.

(Und zugegeben, offensichtlich blieb trotzdem irgendwas davon hängen)
In der 11ten und 12ten Klasse hatten wir einen spitzenklasse Lehrer in Mathe, der absoluter Praktiker statt Theoriedepp war. Wenn du den gefragt hast, wofür man den "Scheiß" denn überhaupt brauchen kann, konnte er dir immer einen praktischen Anwendungsfall nennen, sogar solche die man als 17/18-jähriges, dummes Kind verstehen und nachvollziehen konnte. Und weil man dann schon dabei war, wurde dann auch gleich das praktische Beispiel von hinten bis vorne durchexerziert, statt "Hier hast du einen Term, löse ihn".

Seltsam, das sich da urplötzlich meine Noten um 2-3 Stufen verbessert haben. Und weil der Mathelehrer so gut war, waren wir mit dem Mathestoff viel zu früh fertig und er hat uns in den letzten 3 Monaten im Matheunterricht Physik beigebracht, Weil unser Physiklehrer war mit Abstand einer schlechtesten Lehrer die ich jemals hatte. Der Physikunterricht in den Mathestunden hat mein Fachabi gerettet.
Ich kann bis heute nichts rein theoretisches Lernen, oder nur um des Lernens Willen lernen. Einem ehemaligen Vorgesetzten bin ich schonmal fast ins Gesicht gesprungen, weil er meinte ich soll mir ein Softwareentwicklungsframework angucken. Also einfach nur damit rumprobieren und es auf diese Weise "lernen", ohne irgendwelche Anforderungen, Zielvorgaben oder überhaupt irgendwelche Punkte die ich konkret ausprobieren soll. Ist dann damit geendet, das ich darauf bestand, das mir entweder irgendwas als Ziel gesetzt wird, oder ich mach das halt einfach nicht. Hab es dann am Ende nicht gemacht.
War übrigens neben der Finanzierungsfrage der Hauptgrund, warum ich nicht studiert habe. Da hätte ich ja noch mehr theoretischen Quatsch lernen müssen, für das mir nichtmal jemand eine praktische Anwendung nennen kann (so habe ich mir neben der schlechten Erfahrung aus der Schulzeit damals jedenfalls ein Studium vorgestellt, aber was ich bei vielen Freunden und Bekannten mitgekriegt habe, war es dann auch mehr oder weniger so).