Geforce3M3
Neuro-Bierologe
- Mitglied seit
- 28.09.2012
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Das Thema ist zu komplex um es hier zu gut erläutern, aber ich kann gerne ein kleines Beispiel geben:Naja im Alter sterben Menschen bzw bauen ab. Da würde mich mal eine Statistik interessieren. Vielleicht weiß ja @Geforce3M3 was?
Das Gehirn bzw. Nervensystem besitzt über die gesamte Lebenszeit des Organismus die Fähigkeit zur sogenannten neuronalen oder synaptischen Plastizität. Diese Plastizität nimmt zwar mit zunehmenden Alter immer weiter ab, sie bleibt dennoch immer erhalten.
Was bedeutet das etwas genauer formuliert? Einzelne Neurone (Nervenzellen) sind über Axone und Dendriten (die Nervenfasern) miteinander entweder indirekt (über chemische Synapsen und deren Neurotransmitteraustausch) oder direkt (über elektrische Synapsen, die aber viel seltener als die chemische Variante sind) verbunden.
Nun ist es so dass jede Erfahrung (alles was ihr erlebt) sowie jedes Verhalten, d.h. der gesamte Tagesablauf des Organismus bzw. der Person, diese synaptische Plastizität beeinflusst. Menschen die sich jeden Tag kognitiv mehr anstrengen als andere besitzen im statistischen Mittel auch mehr (komplexere) synaptische Verbindungen in ihrem Gehirn. Das Gehirn ist also ein dynamisches System das sich teilweise im laufenden Wandel befindet. Diese komplexeren Verbindungen können im Alter als "Puffer" gegen die Demenz dienen. Denn je mehr "Ressourcen" schon vor Beginn als auch während der Demenz da sind, umso mehr kann der Organismus dieser Erkrankung auch entgegenhalten. Deshalb kann sich der Beginn einer Demenz bei "intelligenten" Menschen später symptomatisch zeigen als bei Menschen die sich während ihrer Lebensspanne weniger kognitiv engagiert haben.
Neben der neuronalen Plastizität existiert aber auch die (adulte) Neurogenese. Im common-sense wird ja immer wieder gerne noch behauptet dass im Gehirn keine neuen Nervenzellen/Neurone im Erwachsenenalter mehr entstehen können. Das ist nicht korrekt. Neue Neurone entstehen z.B. im dentate gyrus des Hippocampus, in der subventricular zone um die lateralen Ventrikel herum, etc. Körperliche Aktivität bzw. Sport ist z.B. förderlich für die Neurogenese. D.h. neben kognitiver Anstrengung ist auch Sport förderlich gegen frühzeitigen Abbau des Nervensystems.
Eigentlich also alles nichts neues: ein gesunder mentaler und physischer Lebensstil wirkt im statistischen Mittel förderlich gegen Demenz. Neben Umweltfaktoren spielen natürlich auch genetische Faktoren eine Rolle, da der Organismus ja ein System aus Organismus+Umwelt ist.




Nur mit sparen wird es sehr schwer.