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Wie schon geschrieben, kommt das sehr auf die Hierarchie-Strukturen an.
In den Bereichen, wo ich unterwegs bin, können mir meine Chefs nicht mehr folgen.
Selbst mein direkter Vorgesetzter hat da so seine Probleme mit.
Und daher gibt es, in solchen Strukturen, auch andere Herangehensweisen, als in eher kleineren Strukturen.
Frag ma den Bahnchef, ob der bewerten kann, ob der Schalter im Führerstand einer Lok eher links oder rechts hin soll.
Der ist nämlich auch Leiter der Lokführer.
In sehr sehr großen Strukturen brauchst du als Leiter, von was auch immer, Mitarbeiter, die so fit sind, dass sie dir alles notwendig vermitteln, damit du, als Chef, die richtigen Entscheidung triffst.
Bei Weltkonzernen sind was-auch-immer-Leiter Organisatoren, die mit der Technik nichts mehr zu tun haben. Daher brauchen sie Substrukturen, die genau diese fachliche "Leitung/Führung" quasi übernehmen und sich diese Leiter auf das Organisatorische fokussieren können. Das machen die nämlich zu 90%. Technische Entscheidungen müssen so aufbereitet werden, dass eine Entscheidung auch ohne eigene Fachkenntnis getätigt werden kann.
Es ist daher ein Unterschied, ob du nen 100k Mitarbeiterunternehmen hast oder ob du deine 300Leute alle in einem Haus unterbekommst. Gerade in letzterem ist der Leiter gefühlt im selben Büro wie die Mitarbeiter. Das ist bei Konzernen ganz anders. Da weiß der Leiter nichtmal, in welchem Haus Person XYZ überhaupt sitzt, geschweige denn kann selbständig bewerten, ob jetzt Lösung A oder B das bessere ist.
IT-Leiter kann daher alles und nichts heißen.
Es kann also durchaus sein, dass ein IT-Leiter besser ein BWLer und Kommunikationsgenie ist und sich nen passenden Stab aus Berater und Fachkräften hält, als dass er selber weiß, die man "hello world" auf die Console zaubert.
Ist hier aber auch eine Frage, was für eine Entscheidung getroffen werden muss. Wo ein Schalter genau sitzt, entscheidet im großen Maßstab nicht mehr der Chef. Er sollte aber schon wissen, was ein Zug ist und dass da Schalter drin sind.
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Je weiter du nach oben kommst, desto eher ist man mit Managementaufgaben beschäftigt, als mit "realer" Arbeit.
Und Managementaufgaben kann halt alles bedeuten, abhängig vom Unternehmen.
Kann sein, dass du dich mit den Nachbarabteilungen prügeln musst, weil du sagst, dass WindowsXP kein nutztbares OS mehr ist, aber das Lagerverwaltungstool noch aus dem 2. Weltkrieg stammt und man was neues braucht.
Genauso kann es sein, dass deine Mitarbeiter der totale Zankhaufen sind und du ständig mit dem Baseballschläger in der Türe stehen musst, damit du denen eine rüberbraten kannst.
Genauso kann es sein, dass du dem Geschäftsführer 100x am Tag erklären musst, warum du 1k für Ersatzfestplatten brauchst.
Es kann aber auch sein, dass du eigentlich nur die Urlaubspläne verwaltest und zusiehst, dass die Arbeit gemacht wird, nicht überhand nimmt und sonst im Sommer immer dafür sorgst, dass zum IT-Sommerfest genug Steak und Sonnencreme (damit die Kellerbräune bleibt ) am Start ist.
Das kommt also sehr auf das Umfeld an, was eine Führungskraft können muss. Mittelstand kann halt auch alles sein.
Ich persönlich glaube, dass man als Führungskraft mit Menschen können muss und das wird zunehmend immer mehr. Vor allem auch, gerade im IT-Umfeld, die Leute bei Laune halten und ggf. auch um Nachwuchs etc. kümmern.
Ist hier aber auch eine Frage, was für eine Entscheidung getroffen werden muss. Wo ein Schalter genau sitzt, entscheidet im großen Maßstab nicht mehr der Chef. Er sollte aber schon wissen, was ein Zug ist und dass da Schalter drin sind.
Das war auch nur ein Beispiel.
Und so ein Schalter (als Platzhalter für eine Kleinigkeit) kann kriegsentscheidend sein.
Es zeigt aber, dass Chefs, gerade in größeren Unternehmen, die tatsächliche Thematik nicht mehr bewerten können müssen, sondern eben alle Entscheidungsvektoren kennen muss, damit er, wenn es denn sein muss, eine Entscheidung treffen kann.
Konzernleiter haben hunderte Stabsstellen, die nichts anderes machen als Entscheidungen vorzubereiten, einfach, weil die Entscheidungen in der Detailstufe auf der Ebene nicht mehr mit dem Wissen des Entscheiders getroffen werden können. Die sind ja keine Roboter. Auch wenn sie genug Geld verdienen, allwissend sind sie nicht.
Umso wichtiger sind die Strukturen darunter.
Und das kann man auch runterbrechen. Ein IT-Leiter von 1000 Entwicklern muss selber nicht mehr bewerten können, ob man jetzt lieber Modul X aus Lib Y nimmt oder lieber Modul A aus Lib B nimmt.
Wenn er das entscheiden muss, dann muss eine oder mehrere Fachkräfte darunter die Entscheidungsoption sauber herausarbeiten.
EDIT:
Man kann sich ja mal überlegen, was der IT-Chef von VW auf die Frage antworten würde, ob man lieber bei OSPFv2 bleibt oder lieber auf OSPFv3 gehen sollte (wer die Unterschiede kennt, der weiß Bescheid...) und man daher ein klein wenig Infrastruktur austauschen muss.
Ohne den zu kennen, würde ich sagen, dass der das nicht selber kann, es sei denn, er hat seit 20Jahren Netzwerk administriert.
Ein IT-Leiter einer 100 Mann IT-Abteilung, der in den Gesprächen ständig am Start ist und weiß was die Mitarbeiter im Tagesgeschäft tun, der wird das eher wissen, erst recht, wenn er mal selber Netzwerke auf der Ebene gemacht hat.
Wenn du schon Stellvertreter bist, dann kennst du doch die Umgebung und du wirst auch gekannt von den Entscheidern, kann, muss aber nicht zwangsläufig gut sein.
Auf mich persönlich kamen neben dem bekannten Fachlichen halt dann diverse neue Dinge zu, eben Personalführung, sehr viel Management zwischen den diversen Abteilungen und rudimentäres Projektmanagement.
Alles im Detail wissen wird schwierig, dafür habe ich meine Experten, aber so viel Wissen um fundiert entscheiden zu können, sollte man in der Mittelstand IT schon denke ich aufbauen können (generalisiert gesagt).
Ich mag meinen Job sehr, aber verbringe Tage mit 6+ Meetings meistens, muss man auch ertragen können
Wenn man den Rückhalt der Kollegen hat, warum nicht? Das stelle ich mir als das einzig reale Problem vor, wenn der Rückhalt unter Kollegen fehlt, die nun "unter einem" sind.
Das ist natürlich ein sehr wichtiger Punkt. War auch meine Erste Frage ins Team. Bringt ja nichts wenn die das nicht wollen bzw etwas dagegen haben. Dann hat man mehr ärger als man nötig hat.
Wenn du schon Stellvertreter bist, dann kennst du doch die Umgebung und du wirst auch gekannt von den Entscheidern, kann, muss aber nicht zwangsläufig gut sein.
Auf mich persönlich kamen neben dem bekannten Fachlichen halt dann diverse neue Dinge zu, eben Personalführung, sehr viel Management zwischen den diversen Abteilungen und rudimentäres Projektmanagement.
Alles im Detail wissen wird schwierig, dafür habe ich meine Experten, aber so viel Wissen um fundiert entscheiden zu können, sollte man in der Mittelstand IT schon denke ich aufbauen können (generalisiert gesagt).
Ich mag meinen Job sehr, aber verbringe Tage mit 6+ Meetings meistens, muss man auch ertragen können
So sieht es wohl aus. Ich hatte wie eingangs gefragt gedacht, man könnte gewisse dinge nennen die man in jedem fall haben sollte. Aber wie sich rausstellt, muss man natülich schauen ob das dann auch für dieses unternehmen überhaupt sinn macht und anwendbar ist.
Alles im Detail wissen wird schwierig, dafür habe ich meine Experten, aber so viel Wissen um fundiert entscheiden zu können, sollte man in der Mittelstand IT schon denke ich aufbauen können (generalisiert gesagt).
Das mit dem Wissen geht solange gut, wie man noch frisch dabei ist. Nach 20 Jahren ist dein Wissen, was die Grundlage für Entscheidungen ist, derart veraltet, dass du quasi als ungelernt giltst. (außer man hat die Chance ständig am Ball zu bleiben, kommt auf die Führungssituation an)
Und die IT lebt schnell.
Nen Kollege vor mir, war vor 20 Jahren an der gleichen Stelle wie ich. Hat also auch viel mit IT zu tun gehabt. Nur braucht man den heute nicht mehr dazu fragen, weil sich der Fokus der Arbeit verschiebt, mit der Verantwortung.
Wenn man was über Windows NT 4.0 oder Yellow Cable wissen will, dann kann man den fragen. Nur dürfte man sowas heute höchstens noch im Deutschen Museum finden oder in einer alten eingestaubten Ersatzteilkiste im IT-Lager.
@Speeddeamon
Es kommt sehr stark auf deinen Anwendungsfall an, wenn man das so sagen kann.
Kann von, du brauchst massive IT-Kenntnisse, weil dein Team von dir jede technische Frage geklärt haben will, zu, du kannst auch Bäcker sein, Hauptsache du kannst Personalentwicklungspläne erstellen, Abteilungsentwicklungsstrategien am laufenden Band machen, jeden Mitarbeiter bemuttern, weil das Arbeitsumfeld extrem schwierig ist, bis hin zu, es ist alles wie früher, musst halt öfter zum Chef rein, weil es Sachen zu klären gibt.
Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass du mehr Personalarbeit machen musst, mehr steuernde Funktionen hast, viele Gespräche mit Hinz und Kunz und wohl weniger selber am Ticket-System sitzen und die Tickets bearbeiten.
Fundamental also eher mehr kommunikativ sein. Sowas lernt man aber nicht von heute auf morgen. Im Idealfall hast du dich, z.B. vom introvertierten Nerd zur "Labertasche" entwickelt (zwischen den Zeilen lesen) und kannst die Arbeit deines alten Chefs sehr gut einschätzen. Dann kannst du, und das kann dit hier keiner abnehmen, bewerten, was du zum einen an Skills brauchst und zum anderen auch, ob du dafür bereits bist. Ob es dir liegt, wird man dann sehen. Evtl. ist das alles Kacke und du willst lieber am Switch-CLI die Kommandos runterhacken oder aber, du fragst dich, warum du nicht gleich "BWL" gelernt hast, macht irgendwie mehr bock.
Wobei man auch sagen muss, Menschen entwickeln sich...
Und um den Bogen zu 2k5lexi zu spannen. Generell sollte man mal die Arbeit gemacht haben, die man später führen soll/will/wird. Das gibt nämlich den Horizont der anderen Seite und ist sehr Hilfreich.
Das mit dem Wissen geht solange gut, wie man noch frisch dabei ist. Nach 20 Jahren ist dein Wissen, was die Grundlage für Entscheidungen ist, derart veraltet, dass du quasi als ungelernt giltst. (außer man hat die Chance ständig am Ball zu bleiben, kommt auf die Führungssituation an)
Und die IT lebt schnell.
Nen Kollege vor mir, war vor 20 Jahren an der gleichen Stelle wie ich. Hat also auch viel mit IT zu tun gehabt. Nur braucht man den heute nicht mehr dazu fragen, weil sich der Fokus der Arbeit verschiebt, mit der Verantwortung.
Wenn man was über Windows NT 4.0 oder Yellow Cable wissen will, dann kann man den fragen. Nur dürfte man sowas heute höchstens noch im Deutschen Museum finden oder in einer alten eingestaubten Ersatzteilkiste im IT-Lager.
Ja klar, aber das ist unabhängig von der Führungsrolle. Kannst auch als Fachmann einfach den alten Schuh relativ lange fahren, geht meist recht lange gut, bis man dann irgendwann halt abgehängt wird, sollte man nicht vorher am Ball geblieben sein.
Frischen Wind sollte man sich immer reinholen, sei es durch Weiterbildung, (studentische) Hilfskräfte oder die normale Fluktuation. Wenn man dann aufgeschlossen ist, dann denke ich passt das schon.
Gerade in der IT darf man nicht an alten Zöpfen festhalten. Mein Standort ist allerdings Teil einer größeren globalen Organisation, da kommt definitiv häufig frischer Wind herein durch diverse Vorgaben ;-)
Es geht dabei nicht so sehr am Ball bleiben, sondern um die Verlagerung der Arbeit.
Wenn du andere Sachen machst, dann muss man andere Sachen wegschieben.
Du kannst nicht gleichzeitig der Firewallguru, ESX-Designer und Errichter sein, globale MPLS/BGP Strukturen administrieren und parallel dazu noch die MS-SQL und Oracle DB administrieren und nebenbei die Software dazu schreiben.
Dazu ist die Welt der IT zu komplex (geworden) und zu dynamisch.
Auch bei modernen Sachen wie Cloud oder auch Docker und ähnliches kann sich das zwar anhören, um aber wirklich fundierte techn. Entscheidungen zu treffen, fehlt, aus meiner Sicht, einfach die Zeit, insbesondere als Führungskraft.
Daher ist man mit zunehmender Zeit auf die Zuarbeit anderer angewiesen und das eigene Fachwissen geht, in der Tiefe, verloren. Und Breitenwissen ist gut für die Übersicht, nur kann darauf kaum fundierte Entscheidungen (eigenständig) stützen.
Ja da muss ich dir recht geben, meine vorherigen Spezialgebiete habe ich auch zu Teilen abgegeben und merke, dass man doch etwas rostet wenn man nicht ständig dran bleibt.
Witzigerweise suchen jedoch Firmen auch sehr oft in Leitungsfunktionen gleichzeitig noch Fachspezialisten, witziger Spagat den man da hinbekommen soll
Ist doch oft so. Die guten bzw. fachlich starken Mitarbeiter werden dann auch oft noch Führungskraft bzw. Vorgesetzter weil "Ja, die oder der ist gut!" War in meiner alten Firma Gang und Gäbe und in meiner Abteilung hat es zu vielen Kündigungen geführt, weil besagte Teamleiterin einfach null emotionale Intelligenz besitzt und nur die Karriere vor Augen hat(te). Und solche Leute fallen ebenso meistens nur noch höher in der Karriereleiter.
Und dazu kommt halt auch - arbeite Mal 10 Jahre ohne wirklich Fachwissen zu verstärken als Führungskraft - und dann musst oder willst Firma wechseln... Beobachte hier konstant das Angebot an Stellen und ausgeschrieben ist wie gesagt fast immer erstmal das Fachwissen an Platz 1 und nebenbei wäre noch Führungserfahrung wünschenswert...
Vielleicht sollte man einfach alle paar Jahre die Führung durch rotieren so dass jeder Mal darf und man wieder weg vom Generalisten hin zum Spezialisten kommt
Ist doch oft so. Die guten bzw. fachlich starken Mitarbeiter werden dann auch oft noch Führungskraft bzw. Vorgesetzter weil "Ja, die oder der ist gut!" War in meiner alten Firma Gang und Gäbe und in meiner Abteilung hat es zu vielen Kündigungen geführt, weil besagte Teamleiterin einfach null emotionale Intelligenz besitzt und nur die Karriere vor Augen hat(te). Und solche Leute fallen ebenso meistens nur noch höher in der Karriereleiter.
Ist mir auch viel wichtiger, dass meine Chefin ihr Ding als Führungskraft gut macht (Entscheidungen vertreten, Ressourcen einteilen, Personalthemen, ...). Interesse an meiner Tätigkeit ist erwünscht, aber ich muss inhaltlich nicht auf Augenhöhe diskutieren. Sieht in anderen Strukturen vielleicht anders aus, aber in einem Konzern wäre anders herum eine Katastrophe.
Als ich damals Führungskraft geworden bin, war die Vereinbarung dass ich mindestens 30% meiner Zeit für Führungsaufgaben habe (fand ich schon wenig, aber wollte ja auch weiterkommen). Zum Schluss waren es dann nur noch maximal 5% (wenn überhaupt). Ich hatte mich mehrfach darüber im Jahresgespräch beschwert und meine Mitarbeiter fanden es sowieso nicht schön - meinem Chef war es egal: "Die Führungsaufgaben machst du ja nur nebenbei."
Und genau deswegen habe ich bei meiner letzten Stelle die Führungsverantwortung zum Schluss auch nicht mehr haben wollen. Dieses einfach mal "nebenbei" haut nicht mehr hin, gerade wenn du nicht nur zwei, drei Männeken koordinieren sollst.
Auf meiner jetzigen Stelle sollte ich auch schon wieder ein Sub-Team koordinieren. Habe ich abgelehnt.
Ich mache jetzt die Ausbildungsleitung für unseren Fachbereich und das bindet genug Zeit. Aber ich will junge Menschen nach vorne bringen. Mit den "erwachsenen" Mitarbeitern soll sich jemand anderes herumschlagen. Da bin ich raus.
Ja, war bei mir auch einer der Kündigungsgründe. Ich sollte 12 Mitarbeiter plus zwischenzeitlich einen Azubi "nebenbei" führen, coachen etc. Irgendwann konnte ich keinem mehr gerecht werden und die Kundenaufträge gingen natürlich immer vor. Mir hat die Arbeit als Ausbildungskoordinator in der Abteilung viel Spaß gemacht und motivierte Azubis waren immer super, aber das war alles einfach zu viel.
Hängt natürlich auch immer vom Typ ab. Es gibt Menschen die wollen das alles und viele die das eben nicht möchten - sich nur auf eine Sache konzentrieren möchten.
Schlussendlich ist es auch so, dass man Skills wie SAP etc auch erlernen kann - musst halt eben eine langweilige Schulung mitmachen.
Es ist glaube ich mehr wert, jemanden nicht einarbeiten zu müssen in die Abteilung, ihm dafür aber im Gegenzug andere Skills durch Schulungen zu geben.
Mal ne Frage an Euch: Warum hat sich SAP eigentlich durchgesetzt? Ich höre immer nur klagen und das Programm ist so ätzend, viel zu viel klicken, keine Erklärung...
Also in meiner alten Firma ist die Einführung von SAP gescheitert. Bin zwar kein ITler aber meiner Meinung nach kann eine Software entweder in die Tiefe oder in die Breite gehen - wir brauchten quasi beides mit unserer Maschinenlandschaft bzw. den alten Systemen und das hat nicht funktioniert.
Ich glaube einfach SAP ist bekannt und hat gleichzeitig eine große breite an Funktionen. Deswegen hat es sich durchgesetzt bzw. ist so präsent am Markt. Die Schulung mache ich, weil es in der Firma wo ich hin möchte eingesetzt wird bzw. SAP generell sehr verbreitet ist.
Mal ne Frage an Euch: Warum hat sich SAP eigentlich durchgesetzt? Ich höre immer nur klagen und das Programm ist so ätzend, viel zu viel klicken, keine Erklärung...
Mal ne Frage an Euch: Warum hat sich SAP eigentlich durchgesetzt? Ich höre immer nur klagen und das Programm ist so ätzend, viel zu viel klicken, keine Erklärung...
ich bin über 20jahre im internet dabei, über 30jahre am pc dabei und habe mal ne 1monat schulung für sap gemacht. die software ist für einen menschen mit hoher affinität für pc/windows relativ leicht zu erlernen und zu verwenden für den nutzer am ende. das sind zb bürokräfte, welche angebote erstellen, rechnungen schreiben usw... dafür ist sap einfach godlike im gegensatz zur steinzeit methode mit word vorlage irgendwas zusammenklauben.
wo sap halt richtig fickerig wird sind administrative aufgaben in den datensätzen. das löschen eines datensatzes war zumindestens damals eine aufgabe, die der normale nutzer nicht konnte. allerdings konnte man auch nicht alle werte in diesen einen datensatz ändern, weshalb es zu massiven problemen kommen konnte, wenn man artikel 12345 im datensatz 12345 ablegen wollte, aber der datensatz 12345 leider durch einen tipfehler bereits für was anderes verwendet wurde.
das genörgel kommt also eher aus der it abteilung, welche die fehler der nutzer irgendwie ausbügeln mussten, was die software aber maximal unkomfortabel ermöglicht. und von nutzern, die einfach keinen plan von pc nutzung haben und alles für ein hexenwerk halten. natürlich hat jedes system noch so seine schwächen und grenzen, welche alleine durch die schierre masse an verwendung auch klar hochkommt. ist wie das automatikgetriebe von vw, welches auch einen legendär miesen ruf hat, aber prozentual nicht schlechter ist als bei anderen herstellern.
Lidl hat teuer gelernt, das SAP nicht alles ist.
Vorallem ist es einfacher, seine Prozesse an SAP anzupassen, als SAP an seine Prozesse.
bei SAP kommt es in der Tiefe auch drauf an, was genau man damit macht, einfach weil es die eierlegende Wollmilchsau sein möchte. - S4/HANA machts nicht besser...
Vielen Vielen Dank für die vielen Beiträge und Gedanken dazu!
Ich werde mir mal meine Gedanken dazu machen und in mich reinhören ob ich der Typ dafür sein könnte. Oder doch lieber "stumpf" reiner Techniker bleibe und mein Wissen vertiefe.
Vielen Vielen Dank für die vielen Beiträge und Gedanken dazu!
Ich werde mir mal meine Gedanken dazu machen und in mich reinhören ob ich der Typ dafür sein könnte. Oder doch lieber "stumpf" reiner Techniker bleibe und mein Wissen vertiefe.
Probier es! Wenn es die nicht gefällt, kannst du immer noch wechseln.
Ein guter Freund war Teamleiter, hat aber das operative Geschäft vermisst und hatte keine Lust mehr 1000 Mails pro Tag zu beantworten und ist wieder gewechselt.
Wenn du schon Stellvertreter bist und du kein Problem hast dein zeit mehr mit anderen Dingen als nur fachlichen Problemen zu verbringen würde ich mich einfach mal bewerben.
Bin zwar kein ITler aber meiner Meinung nach kann eine Software entweder in die Tiefe oder in die Breite gehen - wir brauchten quasi beides mit unserer Maschinenlandschaft bzw. den alten Systemen und das hat nicht funktioniert.
Kann man so nicht sagen. Aber es braucht eben ein (sehr) gutes Projektmanagement bei so einer Einführung. Vor allem wenn es in die Breite über das gesamte Unternehmen geht.
Siehe gescheiterte Einführungen bei Lidl, Haribo,...
Lidl hat teuer gelernt, das SAP nicht alles ist.
Vorallem ist es einfacher, seine Prozesse an SAP anzupassen, als SAP an seine Prozesse.
bei SAP kommt es in der Tiefe auch drauf an, was genau man damit macht, einfach weil es die eierlegende Wollmilchsau sein möchte. - S4/HANA machts nicht besser...
Ich habe jetzt 20 Jahre SAP Erfahrung. Anfänglich als IT-Projektleiter für die Einführung in einem Unternehmen des Mittelstands mit den Modulen SAP Basis, CO (Controlling), MM (Materialwirtschaft), BP (Business Partner), BW (Business Warehouse) und ITS (Internet Transaction Server) mit Ablösung von diversen Großrechner Applikationen. Dazu gehörte darauf hin die jahrelange Hauptverantwortung von Betrieb und Weiterentwicklung (ABAP) der Module. Davor und parallel habe ich in diversen andere Programmiersprachen entwickelt (Assembler, VB, VC++ in Visual Studio, ...), Datenbanken genutzt (ODBC, aber auch Oracle Designer + Forms) und auf Ihnen Entwickelt (Stored Procedures etc. auf Oracle und MS SQL Server). Inzwischen bin ich seit langem bei einem Global Player Hauptverantwortlich für ein SAP Modul und dessen weltweiten Betrieb und Weiterentwicklung. Es gibt kein Einsatz einer Änderung die ich nicht mindestens Konzipiert oder Qualitätsgesichert habe.
Die größten Stärken von SAP sind meines Erachtens nach:
1. Das im Standard hervorragend funktionierende ineinander greifen von Standardmodulen mit Standardschnittstellen. Da ist Beispielsweise der Wert eines Artikels in MM, FI, CO, BW immer gleich. Egal wie oft der Preis angepasst wurde. Diese Qualität der Daten im Verbund ist durch Einzelapplikationen in der Regel nicht zu erreichen.
2. Die Menge von Standardmodulen im betriebswirtschaftlichen Sektor ist sehr hoch.
3. Die eigene Weiter- und Neuentwicklung wird durch die interne Programmiersprache ABAP sehr leicht gemacht.
Ganz persönlich gesehen kann man mit SAP Know How hervorragend Geld im oberen Spektrum verdienen. Die Interne Programmiersprache ist ein weiter entwickeltes Cobol und leider komplett unsexy (trotz OO Ansätzen u.s.w. ). Der Schwerpunkt von SAP liegt im betriebswirtschaftlichen Bereich von Datenhaltung und Datenverarbeitung und ist daher auf die Dauer ebenfalls nicht wirklich motivierend.
Die Qualität von großen IT Einführungen steht und fällt immer mit dem Personal. Diese ist oft nur bei Gehaltsvorstellungen und beim Ego Weltklasse. Jeder der mal ein bisschen Programmiert hat denkt er sei Entwickler und Architekt. Jeder der mal zu dritt etwas entwickelt hat, denkt er sei Projektleiter. Auf einmal 20 IT-Bereiche, Betriebsrat, Steuerkreise, Rechtsabteilungen, Datenschutz, Fachbereiche, Fremdanbieter, etc. zu Steuern, dies dann noch interkulturell überfordert in der Regel. Da muss man reinwachsen und Netzwerke haben. Da die Qualität von Fachbereichen und Fachkonzepten ebenfalls oft unzureichend ist hilft dazu eine sehr gutes fachliches Wissen in dem Bereich. Als folge daraus bewerte ich die Qualifikation über die Vita eines Bewerbers.
Und natürlich ist es immer sinnvoll die eigenen Prozesse vor einer Neueinführung zu überprüfen und mit dem neuen System abzugleichen. Zu oft sind eigene Prozesse historisch gewachsen und kosten/nutzen technisch nicht sinnvoll zu übernehmen.
Und natürlich ist es immer sinnvoll die eigenen Prozesse vor einer Neueinführung zu überprüfen und mit dem neuen System abzugleichen. Zu oft sind eigene Prozesse historisch gewachsen und kosten/nutzen technisch nicht sinnvoll zu übernehmen.
Prozesse und Tools müssen halt aufeinander abgestimmt sein.
Die Prozesse, die Tools gleichzeitig zu ändern führt dann aber eher dazu, dass man am Ende völlig blank dasteht. Ist beim alten Arbeitgeber mal geschehen, war mit ein Kündigungsgrund meinerseits. "Ihr macht das schon" ist halt eine bescheidene Lösungsstrategie. Hatte ich fast verdrängt. Der Witz ist - die Software aus der alten Toolchain wird immer noch verwendet weil irgendjemand vergessen hat seine Sonderlocke zu dokumentieren und die Abteilung, die den alten DevOps-Server gehostet hat den nicht nur abgeschaltet hat, sondern zur effizienten Arbeitsvermeidung gleich gelöscht; Backups? Zu aufwändig die Aufzuspielen.