AVRs sind für Musik einfach nicht gemacht.
Ist das so? Hast du da irgendwelche Daten? Kleinere Studie mit ein paar Teilnehmern?
Selbst ein günstiger Stereoverstärker ist einen deutlich teureren AVR bereits überlegen. Das betrifft quasi alle Komponenten, die damit zu tun haben. Die DACs der Consumer-AVRs sind so ein Schmutz, dass die auf keinem Datenblatt irgendwie auch nur namentlich mal erwähnt werde, um was es sich da handelt. Damit nicht raus kommt, was die da für Quark verbauen. Die Endstufen und die Dimensionierung und Implementierung der Stomversorgung sind das Nächste. Lässt sich eine Weile fortführen. Wer nur ein Gerät für alles will, weil zB die bessere Hälfte nicht mehr genehmigt, ist ein AVR eine gute All-In-One Lösung, wer aber halbwegs gescheit Musik hören will, dem würde ich definitiv davon abraten.
Kannst du das irgendwie belegen? Das ist mal ein großer Rant und liest sich wie das Marketing der ganzen Hifi Schmieden.
Welche schlechte DAC Chips sind das welche nicht mindestens eine Größenordnung besser sind als das was Lautsprecher wiedergeben können?
Ich meine mal ein Interview von dem Marantz/Denon DACH Verantwortlich gesehen zu haben, bei dem er selbst sagte, dass man schon zum A10H greifen müsste, um mit einem kleinen Marantz Verstärker mithalten zu können. Und wenn der Hersteller das schon so sagt? Denn ich lehne mich aus dem Fenster und sage, dass da selbst der A10H nicht rankommt.
Wenn der Hersteller (oder im DACH Raum ist eh nur der Vertrieb vorhanden - also das Marketing) das sagt will er vermutlich das teuerste Produkt verkaufen wo die Marge deutlich höher ist.
Deiner Logik kann ich hier leider nicht ganz folgen.
Ich nutze ein DSPeaker Anti-Mode 2.0 Dual Core und erwarte mir von einer externen Endstufe keine „neue Klangwelt“, sondern in erster Linie mehr Kontrolle und Reserven bei höheren Pegeln. Gerade bei Rock / Hardrock und meinen Standlautsprechern gefällt mir eine kräftige, stabile Stereo-Endstufe einfach besser als die interne AVR-Endstufe. Das ist weniger eine Kritik am Denon, sondern eher eine Frage von Kontrolle und Laststabilität.
Was hast du für Lautsprecher und wie laut hörst du?
Das Antimode hat eigentlich sehr schlechte DAC mit recht viel rauschen (mehrere Größenordnungen unter einer CD). Auch ist der kliretwas höher als man erwarten würde.
Der 2.0 ist ein "Full Spectrum" DSP, also nicht nur für dne Bass, hat auch keinen "Sub-Out" (Mono Downmix und Lowpass Filter).
Ich habe mich damals dann für den MiniDSP OpenDRC entscheiden da der deutlich stärker war und die Wandlung dann mehr oder weniger Verlustfrei stattfindet (im hörbaren Bereich)
Und ich halte den Denon nicht für schlecht. Im Gegenteil, als AVR ist er sehr gut. Mir geht es eher darum, im Musikbetrieb den Signalweg bewusst zu reduzieren und für Stereo eine etwas puristischere Lösung zu fahren, ohne dabei mein Heimkino einzuschränken.
Geht es dir da nur um die Optik und ggf Anfassqualität oder um den Klang?
Dirac im Denon wäre natürlich eine Alternative. Allerdings möchte ich im Musikbetrieb den Denon möglichst aus dem Signalweg nehmen und das Anti-Mode gezielt nur für den Bassbereich nutzen. In meinem 15-m²-Raum sehe ich unterhalb von ~80 Hz den größten Handlungsbedarf. Oberhalb davon möchte ich möglichst wenig eingreifen.
Warum? Der Bassbereich ist wichtig, aber das Ohr (bis aufs Timing) sehr unempfindlich. Gerade der Mittenbereich kann mit DIRAC gut optimiert werden, Arbeitet aber mit ART auch extrem gut im Bassbereich
Für’s Heimkino bleibt der Denon die Schaltzentrale und für Musik versuche ich einen reduzierten 2.2-Weg zu fahren. Audiophil soll es natürlich auch klingen, sonst hätte ich mir nicht schon vor geraumer Zeit den WiiM Ultra sowie eine IOTAVX PA-3 gegönnt. Aber jetzt hatte ich eben „Bock“ auf ein Upgrade.
Wie klingt für dich Audiophil? Vorallem im Vergleich zu Studiosound
Sehe ich das richtig, dass eine 2-Kanal-Endstufe am AVR (hier AVC-3800H) für den Stereobetrieb der großen Front-LS (hier Musik) keinen merklichen Vorteil in der Klangqualität bietet (sondern nur im Mehrkanalbetrieb, da dort der AVR entlastet wird und mehr Reserven für die anderen Kanäle zur Verfügung stehen)?
Das ist die übliche Behauptung, es fehlt aber im privaten Umfeld noch der Beweis ob das wirklich relevant ist.
Und dass die meisten hier für die Erhöhung der Klangqualität im Stereobetrieb (Musik) einen Verstärker am AVR nutzen, also quasi Quelle an AVR->Verstärker->Front-LS? Oder welche Komponentenkette habt ihr da?
Ist das der Ansatz (natürlich, wenn man sich bereits intensiv mit Einmessen und allen möglichen Einstellungsoptionen am AVR beschäftigt und dort mutmaßlich das Beste herausgeholt hat), wenn man von einem Stereoverstärker mit 2.0/2.1 auf 5.1 am AVR wechselt und beim Musikhören im Stereobetrieb das Gefühl hat, man hat da im Vergleich zum Stereoverstärker einen Rückschritt gemacht?
Ich bin von getrennten Ketten, "verschränkten" Ketten (Endstufen für die Lautsprecher, für Mehrkanal einen AV-Vorstufe von Rotel, für Musik eine eigene Vorstufe von zB Audiolab - aber einiges durch probiert) hin zu einem einzigen AVR mit ordentlicher Einmessung.
Durch meinem Setup konnte ich recht einfach zwischen den Ketten umschalten und wie ich angefangen habe die Pegel anzugleichen und mal ein Tuch vor den Teilen gehängt habe, hatte ich keinen Nachteil mehr beim AVR gehört.
Jetzt bin ich aber kein Bass Head und Höre nicht extrem Laut. Lautsprecher sind selbst gebaute Little Princess ADW und DXT-Mon. Aber auch mit geborgten Genelec 8351 und Neumann KH150 (dann natürlich ohne meiner Endstufe)