Dann Vergleichst Du entweder Äpfel mit Birnen oder nicht richtig. D.h. unterschiedliche Kälteleistung bei unterschiedlichen Temepraturgradienten.
Ein Chiller hat bei einem Temepraturgradient von 20 K @ 25 °C, Also 5 °C Verdampfungstemperatur und 40 °C Kondensationstemperatur einen COP von ~ 3 - 3,5
Ich glaube, dass hier verschiedene Anforderungen und verschiedene Lastpunkte miteinander verglichen werden. Dennoch reden wir hier vom Vergleich zweier Kühlsysteme.
Zu Deiner Rechnung: "Ein Chiller": damit versuchst Du so im Groben das COP aller Chiller zum Vergleich heranzuziehen. Okay, systembedingt liegen die nicht um Welten auseinander, da sie in etwa dem gleichen Kreisprozess folgen. Manch ein Hersteller kann da sicher noch mit besseren Pumpenmotoren etwas herauskitzeln und die Temperaturpunkte im Kreisprozess verschieben sich auch ein wenig je nach eingestellter Temperatur und verwendetem Kühlmittel/Kondensations-Verdampfungsprozess.
Zum Vergleich das Peltier von deinen Daten:
dT 20 K:
90 W -> COP 1,0
160 W -> COP 0,6
dT 20K = rote Kurve im COP Diagramm:
COP =~1 bei ~15V -> Qc=~105W (Qc= f(V) Graph) Maximale Last, die mit den verwendeten Netzteilen möglich ist -> 420W Wärmetransport bei meinen 4 Peltiers!!!
-> Wassertemp/CPU/GPU Kühler(kalt) ~15°C, Peltier kalt~12,5°,warm~32,5° Wassertemp(warm) 30°. 2,5°C ist das dT in den Kupferplatten und der Finnenstruktur/Wasserströmung geschuldet.
COP =~0,6 bei ~25V -> Qc=~160W (Qc= f(V) Graph) Wert mit verwendeten Netzteilen nicht erreichbar, weil nur bis 15V aussteuerbar!!!
nochmal der Link zum Datasheet:
Ich hatte geschrieben, wie man das Peltier-System auslegen müsste und dazu gesagt: 1/4 bis 1/2 der maximalen Leistung des Peltiers als Richtwert für die Wärmeleistung, die das Teil im realen Betrieb transportieren soll. Bei einem 220W Peltier also 60-110W maximal! Und keinesfalls dT=20K. Allerhöchstens 15°C, darüber wird es mit dem Taupunkt kritisch. Deswegen habe ich auch 4 Peltier Elemente genommen um an die 440W Wärme von CPU und GPU weg zu bekommen, da eventuell noch der Einsatz der 3080Ti ins Haus steht. ->
Nach dem heißen Herbst 2020 und der nunmehr fast schon ewig scheinenden Grafik-Karten-Durststrecke, haben wir zwischenzeitlich auch viele neue Begriffe und diverse Nöte kennengelernt.
www.igorslab.de
Mein Test mit ~500W CPU (OC) + GPU(OC) (CB20 All Core + Furmark auf GTX970 gleichzeitig) ->~260W Peltier (500W/260W an Steckdose gemessen!) zeigt, dass das halbwegs effizient geht (dT ~10K -> 12V, COP~1,7 am Ende CPU Kühler bei 21°C gehalten)
Ich glaube auch nicht dass "ein Chiller" bei der Last im Mittel mit 260W an der Steckdose hängt! Der, den ich hier hatte, machte da ~600W an der Steckdose.
Nach unseren Posts hier im Forum verstehe ich auch langsam, warum so viele Peltier-Konstruktionen allsamt nichts geworden sind und in der Realität nicht wirklich funktionieren. Aber Du hast auch den Grund genannt, warum ein Chiller eventuell viel zu viel Strom zieht ->
Nur wird man mal wieder mit einem deutlich überdimensionerten Chiller ein ebenfalls überdimensionerten und nicht isolierten Wasserkreislauf kühlen. Wasserkreislauf klein halten und isolieren oder mit einem Direktverdampfer auf die CPU gehen.
Letztlich habe ich keinen Chiller gefunden, der lautlos arbeitet, zumindest nicht 24/7/365-tauglich. Wer einen Chiller im Nachbarraum betreiben kann, der hat diesen Punkt gewonnen, aber ich kann das nicht.
Macht es Sinn ein Peltier-System für ein tiefgekühltes Übertaktungs-Setup herzunehmen? Auf keinen Fall! Da spielt Lautstärke und Stromverbrauch keine Rolle und ein bisschen Kondenswasser ist da auch noch nicht schlimm. In dem Szenario (Wasser 10°C, Radi 30°C) Hohes dT, des Peltiers Effizienz-Untergang aber des Chillers Rettung ~ Deine Rechnung oben!
Als Schlussbemerkung:
Wer von Euch wäre nicht überglücklich, wenn er seinen CPU+GPU Kühler konstant auf 20 oder 21°C halten könnte, außer einem bei 500rpm flüsternden MORA und 2 kleinen 2,5W Pumpen keine zusätzliche Geräuschkulisse hätte und im Mittel dafür zusätzlich 10-30W, beim Zocken meinetwegen kurzzeitig 200W Stromverbrauch in Kauf nehmen würde? Wenn bei mehreren von Euch die Antwort Ja ist, dann existiert tatsächlich eine Marktlücke. Ich werde dafür kein System als Unternehmer anbieten, weil ich dafür schlicht keine Zeit habe, aber mein System zeigt, dass das geht und wenn genug bei Aquacomputer anfragen, dann kann da eventuell was gebaut werden, da sie ohnehin eine XXXL Version meiner Konstruktion für Industriekunden bauen und sicher alle Skills im Unternehmen vorhanden sind! Zusätzlich zu deren Möglichkeiten Netzteile zu bauen, sind mit deren CNC Fräsen def. auch noch bessere Kupferkühler möglich, als die, die ich auf meiner Drehbank Schlitz-gefräst habe. Also zusätzlich 1-2°C kleineres Delta T, das die Effizienz weiter steigert.
Die Peltier-Elemente haben inzwischen ihren Weg in die besseren Scheinwerfer beim Auto gefunden und bei den E-Karren geht es fast ausschließlich um Stromsparen... warum nicht also auch sinnvoll eingesetzt in einer WAKÜ?