um mal noch was dazu zu sagen, ich habe ansich das gleiche Interessa an Autos, und mein Auto ist auch getunt, mache das seit mittlerweile fast 20 Jahren, aber genau solche Leute sind der Grund, warum ich seit 6-7 Jahren auf kein einziges Treffen mehr fahre, und mich damit überhaupt nicht mehr identifizieren will.
Jeden ersten Samstag im Monat ist die Toyota Collection offen. Ein Mal im Jahr ist an diesem Tag dann auch das 86 Meet. Bis letztes Jahr noch zusammen mit dem Celica/Supra-Day, dieses Jahr haben wir aber den Hof ganz für uns alleine gehabt, weil es immer mehr wurden und letztes Jahr schon der Parkplatz hinter der Toyota-Bank für uns aufgemacht werden musste, weil es zu viele wurden.
Es ist jedes Jahr wieder mucksmäuschenstill. Da sind einige wirklich laute Autos dabei, aber in dem Moment, wo sich alle auf einem Parkplatz eingefunden haben und die Motoren abgeschaltet haben, konntest du die Vogel zwitschern hören. Es ist so leise, man hört Serienautos am anderen Ende des Parkplatzes nach Hause fahren. Jeder weiß sich zu benehmen, keiner macht Lärm, gefährdet irgendwen, posiert rum oder sonst irgendwas. Jeder hat n anderen Zweck, was er mit dem Auto macht. Einer steht da komplett im Originalzustand, der nächste hat zehntausende Euros in originale TRD/GR-Teile gesteckt. Wieder einer ist so tief, dass er Angst vor Dehnungsfugen hat, der Nächste fährt ein Hardcore-Tracktool und hofft, dass es nicht regnet. Und mittendrin irgendjemand, der sich getraut hat, 550 PS aus diesem zerbrechlichen Drecksmotor rauszuziehen (was nicht lange gut gehen wird). Und trotzdem beglotzen se sich alle gegenseitig die Autos und freuen sich n Ast. Letztes Jahr stand n Typ mit nem komplett normalen Polo 86C vor der Schranke und meinte nur: "Wieso, ist doch 86 Meet?!" Und alle haben das Ding begutachtet und bis beide Ohren gegrinst. In die erste Reihe, direkt neben den Eingang zum Museum, haben wir ihn hingewunken.
Ohne mich jetzt explizit auf Webmi zu beziehen: Autos ziehen nahezu immer eine gewisse Käuferschaft an. Wer sich sehr für Autos interessiert oder sich damit in irgendeiner Form profilieren will, fährt wohl eher seltener auf dem Hof vom Dacia-Händler. Genauso kauft niemand, der das Auto als reines Zweckmittel sieht, einen Maserati. Wenn solche Treffen eskalieren, war es mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der alljährliche Manta-Treff. Und ich sag's wie es ist: Das Klientel, das sich häufig nicht zu benehmen weiß, ist halt nun mal nicht selten das im überzüchteten Kleinwagen (VW GTI/R, Audi S3/RS3, i20/i30 N), modernen BMW oder Benz, Cupras, dem abgeranzten E46, etc. Ich schätze mich nicht als intelligent genug ein, um einen definitiven Grund zu nennen, wieso es diese Überschneidung in menschlicher Verhaltensweise und gewählten Kfz gibt. Aber ich erkenne, dass die Hälfte dieser Autos schon von Werk aus Pops & Bangs hat. Wenn die Fahrer dieser Autos keinerlei Respekt vor Menschen haben, die ihr Kind in den Schlaf wiegen, selbst schlafen wollen/müssen oder einfach mal in ihren eigenen vier Wänden ihre Ruhe haben wollen, wieso sollte sich das Verhalten dann in einem persönlichen Gespräch ändern?
Und natürlich gibt es genug Ausnahmen, in beiden Extremen. Am Ende sind Menschen halt alle individuell. Es gibt genug Leute, die fahren ihren Golf GTI deswegen, weil sie ein Auto wollen, das einfach ein bisschen zügiger beschleunigt. Und genauso benehmen sich auch genügend in einem Peugeot wie die Axt im Walde. Also ja, ich habe jetzt viel generalisiert. Aber die Klischees, die hier die letzten Seiten wieder genannt wurden, kommen halt nicht einfach so aus der Luft.
Ihr dürft mich nun kritisieren oder hassen...