Die Hauptprobleme für die Verkokung der Einlassventile bei modernen Motoren sind die Direkteinspritzung (DI) und Abgasrückführung. Bei Kurzstrecke wird der Motor (und somit die Ventile und das Saugrohr) nicht richtig heiß, d.h. Ablagerungen haften besser und bauen sich dann mit der Zeit auf.
Deshalb sehen bei alten oder klassischen Motoren ohne DI die Einlassventile fast immer besser aus als die Auslassventile. D.h. da es ist genau umgekehrt (saubere Einlassventile und dreckige Auslassventile mit Ablagerungen).
Krasse Ablagerungen gibt es aber auch bei alten Saugmotoren ohne DI. Ich habe schon alte amerikanische V8 Sauger aufgebaut bei denen vor der Motorrevision der Einlasskanal um 50% im Durchmesser verringert war, so dick war die Schicht der Ablagerungen im Kanal. Grund: u.a. undichte Ventilschaftdichtungen, d.h. der Motor saugt laufend Öl aus dem Zylinderkopf in die Einlasskanäle. Dieses setzt sich ab, vermischt sich mit Dreck in der angesaugten Luft und baut sich dann besonders bei Kurzstrecke langsam immer dicker im Kanal auf. Irgendwann ist der Kanal dann im Durchmesser krass verringert und die Ventile sind besonders unten am Ventilteller ebenfalls mit einer richtigen Drecksschicht versehen. Da hilft nur noch: volles Rohr strahlen mit sand/glasperlen oder so im ausgebauten und komplett zerlegten Zustand.
So ein runtergerockter Motor hatte bestimmt 30-70% Leistungsverlust je nach Drehzahl gegenüber voll offenen Kanälen. Da der Prozess eh schleichend ist merken die Leute es nicht und gewöhnen sich dran. So ein Motor kommt dann erst in die Revision wenn er wirklich aus dem letzten Loch pfeift.