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Machine Learning: Google News wird umgekrempelt

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googleGoogle krempelt seinen Nachrichten-Aggregator Google News komplett um und will ihn dank Machine Learning intelligenter machen. Dem Nutzer sollen so gezielter Inhalte präsentiert werden, die ihn tatsächlich interessieren. Im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz I/O am Dienstagabend hat man die neue Version näher vorgestellt. 

Als Google News vor etwa 15 Jahren gestartet wurde, war die Intention dahinter noch eine völlig andere: Nachrichtenartikel sollten aus verschiedenen Quellen zu ein- und demselben Thema zusammengefasst werden, um den Leser eine möglichst große Bandbreite an Informationen zu liefern und die Abermillionen Beiträge des Internets übersichtlich zu sortieren. Aber auch für Verlage ist Google News ein wichtiges Instrument, um neue Leser zu generieren. Wie Google im Rahmen seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz verlauten ließ, hat man die Plattform nun komplett umgebaut und vor allem für die Nutzer verbessert. 

Dank Machine Learning und einer Reihe verschiedener KI-Techniken sollen Nutzer von Google News einen besseren Überblick erhalten und gleichzeitig gezieltere Nachrichten angezeigt bekommen, die sie wirklich interessieren. Google will die Inhalte in Echtzeit analysieren und so erkennen, welche Menschen, Orte und Dinge in einer Geschichte enthalten sind und in welcher Beziehung sie zueinanderstehen. Im Kern sollen die Beiträge sinnvoller verbunden werden. Die KI soll lernen, für welche Themen sich der Nutzer interessiert, um passende Beiträge anzuzeigen. 

Wird die Plattform häufiger genutzt, soll die Technik stetig dazulernen und so die Ergebnisse verbessern. In der neuen Rubrik „Für dich“ sollen diese Ergebnisse künftig zusammengetragen werden. Dann werden zunächst fünf Meldungen angezeigt, die einen Mix aus den wichtigsten Schlagzeilen, Lokalmeldungen und den neusten Infos zu den eigenen Themen enthalten. Das können beispielsweise Sportnachrichten, Auto-News oder PC-Themen sein, über die wir beispielsweise bei Hardwareluxx berichten. 

Neues Design, eigene Bezahlfunktion

Um die Meldungen obendrein anschaulicher zu gestalten, experimentiert Google mit einem neuen visuellen Format, das neben großen Bildern auch Videos von YouTube oder Tweets von Twitter und anderen sozialen Netzwerken einbeziehen wird. Natürlich sind die Inhalte Smartphone-optimiert. 

Um nicht in eine Filterblase zu gelangen und um stets zu wissen, was auf der Welt gerade so passiert, wird Google News auch weiterhin unter „Schlagzeilen“ die wichtigsten Nachrichten ungefiltert auflisten und zusätzliche Rubriken zu bestimmten Ressorts wie Technologie, Sport, Wirtschaft und Unterhaltung anbieten. 

Die Plattform wäre nicht ohne die Verlage und Webseitenbetreiber möglich, weshalb Google auch sie mit seinem neuen Google News bedenken will – wenn auch nicht ganz uneigennützig. Wer seine Nachrichtenquellen finanziell unterstützten möchte, wird das künftig über sein Google-Konto tun können. Webseiten, die Bezahlinhalte anbieten und das neue „Subscribe with Google“-Feature unterstützen, können ab sofort bequem über das Google-Konto abonniert werden. Dann braucht man sich für die einzelnen Webseiten keinen eigenen Account zu erstellen und muss nicht ständig seine Zahlungsinformationen preisgeben – die im Google-Account hinterlegten Informationen genügen. Google dürfte daran allerdings über Provisionen mitverdienen. Wie hoch die ausfallen, verrät man nicht. 

Die neue Version von Google News wird auf Mobilgeräten und der Desktop-Version seit gestern verteilt. Da der Rollout in Wellen erfolgt, soll er ab der kommenden Woche in allen 127 Ländern zur Verfügung stehen.

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Kommentare (3)

#1
Registriert seit: 30.04.2008
Civitas Tautensium, Agri Decumates
Leutnant zur See
Beiträge: 1039
Zitat HWL News Bot;26303764
Dem Nutzer sollen so gezielter Inhalte präsentiert werden, die ihn tatsächlich interessieren.


Es wäre ja auch schlimm, wenn das jeweilige Weltbild durch anderslautende Nachrichten getrübt würde. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder einfach ein neutrales Abbild der Welt gezeigt bekäme. Womöglich noch mit unpassender Werbung - ein Graus!
#2
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Registriert seit: 06.10.2006
Ba-Wü & WÜ
Flottillenadmiral
Beiträge: 4578
Zitat smalM;26303998
Es wäre ja auch schlimm, wenn das jeweilige Weltbild durch anderslautende Nachrichten getrübt würde. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder einfach ein neutrales Abbild der Welt gezeigt bekäme. Womöglich noch mit unpassender Werbung - ein Graus!

So schwarz weiß ist das nicht. Mach mal in der mobilen Version von Chrome einen neuen Tab auf, da kommen unten ja auch gesammelte Nachrichten. Nüchtern betrachtet interessieren mich die Springreitergebnisse der 3. Division des HotteHü Club Cannstatt einfach nicht. Die ein oder andere Meldung aus dem IT-Bereich lese ich da schon eher, weils in meinem Interessenbereich liegt. Einen Gaulstreiber werden IT-News wieder herzlich wenig interessieren, dafür will er sogar die Springreitergebnisse der 6. Division HotteHü Club Cannstatt usw.
Wer die volle ungefilterte Bandbreite an Nachrichten geht muss halt zu n-tv.de, was auch immer, oder die Tageszeitung aufschlagen.

Grüße
Thomas
#3
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 12411
Praktisch täglich hat man mehr Informationen zugriffsbereit als gestern noch. Im Vergleich zur vor-internet-ära ist es wahrscheinlich ne million mal mehr die man auf Knopfdruck aufrufen kann.
Da ohne zu filtern durch zu kommen ist entsprechend Quatsch.

Klar das problem der Filterblase/Informationsblase besteht, andererseits beginnt die erstmal im Kopf und ist dort auf stärksten verankert.
Kann ja niemand glauben dass z.B. Trumpwähler nicht mitbekommen wieviel Kritik von praktisch allen Seiten auf den Typen einprasselt.
Trotzdem ändert das nichts an ihrer "Meinung".

Das Problem heutzutage ist dass man Zugriff auf so viel Information hat, dass man beim aktiven Suchen immer irgendwas findet was einen unterstützt (natürlich machen sich zu wenige die Mühe die Glaubwürdigkeit der Quelle und Quelle der Quelle zu prüfen, etc.).
Dem gegenzusteuern kann aber selbst der Staat wohl nur schwer... und das Risiko selbst manipulativ zu werden ist natürlich da (allerdings noch nicht bei den Vorschlägen die aktuell auf dem Tisch sind, also man wird sehen ob diese was nutzen).
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