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Meta muss andere Chatbots zulassen

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Meta muss andere Chatbots zulassen
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Auch WhatsApp setzt zunehmend verstärkt auf KI-gestützte Funktionen und integriert seit einiger Zeit einen eigenen Chatbot des Mutterkonzerns Meta in den Messenger. Die EU-Kommission hat Meta nun angewiesen, diese Infrastruktur nicht ausschließlich für den eigenen KI-Chatbot zu reservieren, sondern auch konkurrierenden KI-Anbietern den Zugang zu ermöglichen. Nach Auffassung der Kommission könnte der Ausschluss externer Anbieter kleinere Wettbewerber vom Markt verdrängen, da WhatsApp in vielen europäischen Ländern eine zentrale Kommunikationsplattform darstellt. Sollte Meta der Aufforderung nicht nachkommen, kündigte die Behörde an, europäisches Wettbewerbsrecht notfalls mit Zwang durchzusetzen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die zunehmende Nutzung von WhatsApp als technischem Kanal für Unternehmenskommunikation. Neben klassischen Textnachrichten kommen dabei automatisierte Dialogsysteme zum Einsatz, die auf KI-Modellen basieren und große Mengen an Anfragen parallel verarbeiten können. Meta erhebt für diese Nutzung Gebühren und betreibt die dafür nötige Server- und Cloud-Infrastruktur selbst. In der Vergangenheit nutzten jedoch auch reine KI-Anbieter WhatsApp als Frontend für ihre eigenen Chatbots und griffen so auf Reichweite und technische Ressourcen von Meta zurück.

Um dieses Modell zu unterbinden, änderte Meta im Oktober letzten Jahres seine Geschäftsbedingungen. Seitdem sind Unternehmen von der WhatsApp-Unternehmens-Chat-Funktion ausgeschlossen, deren Kerngeschäft die Bereitstellung von KI-Systemen ist. Technisch bedeutet dies, dass entsprechende Accounts keinen Zugang mehr zu den Programmierschnittstellen und Automatisierungsfunktionen erhalten, die für den Betrieb von KI-Chatbots notwendig sind.

Die EU-Kommission sieht darin einen Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln. Aus ihrer Sicht nutzt Meta seine marktbeherrschende Stellung im Messenger-Bereich, um den eigenen KI-Dienst zu bevorzugen und alternative Anbieter auszuschließen. Dies könne insbesondere für kleinere Entwickler schwerwiegende Folgen haben, da ihnen ein wichtiger technischer Vertriebskanal entzogen werde. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera sprach von der Gefahr eines irreparablen Schadens für den Markt.

Meta weist die Vorwürfe indes zurück und bestreitet, dass WhatsApp eine zentrale technische Plattform für den Vertrieb von KI-Chatbots sei. Der Konzern kann nun formell auf die Aufforderung aus Brüssel reagieren. Sollte die Kommission an ihrer Einschätzung festhalten, kann sie einstweilige Maßnahmen anordnen und Meta verpflichten, seine technischen und vertraglichen Rahmenbedingungen anzupassen. Andernfalls drohen dem Unternehmen empfindliche Bußgelder.

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