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Imagination entwickelt eigene RISC-V-Kerne

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imagination-technologies-2019Eine der ersten größeren Ankündigungen auf dem RISC-V Summit kommt vom britischen Chipentwickler Imagination – bis zuletzt vor allem bekannt für seine GPU-IP, die sich überwiegend in den ersten A-Series-Chips von Apple einen Namen gemacht hat. Inzwischen entwickelt Apple seine GPUs selbst und somit brach ein großer Bereich für Imagination weg. Zuletzt machte ein chinesischer Hersteller mit Grafikkarten auf sich aufmerksam, deren GPUs auf dem Design von Imagination basieren.

Imagination will sich neu erfinden und dazu eine komplette Serie an RISC-V-Kernen entwickeln, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen. Die Catapult-Familie soll aus verschiedenen Designs bestehen, die ebenso unterschiedliche Anwendungsbereiche abdecken. Los geht es mit einigen In-Order-Designs, die vor allem für Microcontroller verwendet werden. In gewisser Weise kann man sich hier an der Cortex-M- und Cortex-R-Strategie von Arm orientieren. Die gleichnamigen Kerne sind ebenfalls für Microcontroller und Echtzeit-Anwendungen vorgesehen. Etwas später will Imagination dann mit größeren Out-of-Order-Designs sogenannte Application-Kerne anbieten, die genau wie die Cortex-A-Kerne bei Arm Anwendungen direkt ausführen können, bzw. als komplette Systeme in Frage kommen.

Imagination Catapult-Serie
Imagination Catapult-Serie
Imagination Catapult-Serie
Imagination Catapult-Serie

Die ersten Catapult-Microcontroller werden bereits an Kunden ausgeliefert. Dies dürfte vor allem für den Automobil-Zulieferer Renesas zutreffen, der die Catapult-Kerne in seinen SoCs verbaut.

Über die kommenden Jahre sollen die In-Order-Designs immer weiterentwickelt und leistungsstärker werden. Imagination verfolgt aggressive Entwicklungspläne für die kommenden zwölf bis 18 Monate. Ab 2023/24 sollen dann leistungsfähigere Out-of-Order-Designs bereitstehen, die ähnlich wie die P-Serie von SiFive den schnellen Arm-Kernen Konkurrenz machen sollen.

Einer der Vorteile für Imagination ist sicherlich, dass man eigene GPU- und NPU-Designs besitzt, die sich dann recht einfach mit den RISC-V-Kernen kombinieren lassen. Andere Hersteller für RISC-V-Kerne müssen diese meist von extern lizensieren. In einem weiten Blick in die Zukunft (mehr als drei Jahre) spricht Imagination von "Next Generation Heterogeneous Compute"-Designs, für die eine tiefe Integration aller Komponenten (CPU, GPU, NPU, ...) entscheidend ist.

Ob Imagination am Ende tatsächlich mit der Entwicklung eigener RISC-V-Kerne erfolgreich sein wird, wird die Zukunft zeigen. Inzwischen gehört das ehemals britische Unternehmen einer Investorengruppe namens Canyon Bridge aus China. Daher auch die enge Verbindung zu Innosilicon und der Fantasy-One-Grafikkartenserie.