1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Prozessoren
  8. >
  9. Non-AVX, AVX 2.0 und AVX-512: Komplexe Ice Lake Xeons Turbo-Tabellen

Non-AVX, AVX 2.0 und AVX-512: Komplexe Ice Lake Xeons Turbo-Tabellen

Veröffentlicht am: von

3rd-gen-xeon-scalableAnfang April kündigte Intel die dritte Generation der Xeon-Scalable-Prozessoren alias Ice Lake-SP mit bis zu 40 Sunny-Cove-Kernen an. Neben den Sunny-Cove-Kernen, die in 10 nm gefertigt werden, bietet die Plattform nun auch ein Achtkanal-Speicherinterface für DDR4-3200 sowie 64 PCI-Express-4.0-Lanes sowie einige weitere Neuerungen.

Mit der Vorstellung der Prozessoren nannte Intel den Basis-, Single-Core-Turbo- und All-Core-Turbo-Takt zu jedem neuen Modell. Aber selbst von den Core-Prozessoren wissen wir: Damit ist das Thema nicht erledigt, denn je nachdem welche Anwendung zum Einsatz kommt, takten unterschiedliche viele Kerne unterschiedlich hoch. Dies ist auch bei den Xeon-Prozessoren der Fall. Workloads ohne AVX bzw. SSE, solche mit AVX 2.0 und solche mit AVX-512 fordern die Prozessorkerne unterschiedlich stark und schöpfen damit auch das Power-Budget unterschiedlich stark aus. Soweit kennen wir dies auch von den vorherigen Generationen.

Eine weitere Komplexitätsebene bekommt das Thema allerdings, wenn man auch noch die Speed Select Technology mit den Performance Profilen 2.0 (SST-PP) mit einbezieht. Die Speed Select Technology generell, aber auch SST Base Frequency (SST-BF), SST Core Power (SST-CP) und SST Turbo Frequency (SST-TF) sind Funktionen einiger Modelle der Xeon-Scalable-Prozessoren, die Prozessorkerne mit hoher und niedriger Priorität vorsehen, die dann unterschiedlich hoch takten können bzw. denen eine Priorität eingeräumt wird. Wenn also mehrere Instanzen oder virtuelle Maschinen auf einem Server laufen, können diesen Prioritäten zugewiesen werden, sodass wichtige Anwendungen auch immer die notwendige Leistung abrufen können. Weniger wichtige Instanzen oder Anwendungen bekommen geringere Prioritäten.

All dies hat natürlich Auswirkungen auf die Taktraten der einzelnen Kerne. Intel hat nun ein Dokument mit mehr als 20 Seiten veröffentlicht, welches die Turbo-Taktraten für die Ice-Lake-Xeons aufführt.

Die Angaben zu Non-AVX, AVX 2.0 und AVX-512 sind noch weitestgehend simple aufgebaut. Am höchsten sind die Taktraten ohne AVX, schon etwas niedriger mit AVX 2.0 und mit AVX-512 natürlich am niedrigsten. Je mehr Kerne unter Last sind, desto niedriger der Takt der einzelnen Kerne – soweit keine Überraschung. Je nach Modell ist der Unterschied zwischen Single-Core- und All-Core-Turbo unter Verwendung von Non-AVX, AVX 2.0 und AVX-512 auch unterschiedlich groß. Mal sind es nur 100 MHz, mal bis zu 700 MHz.

Die nächste Ebene stellen die Modelle mit Intel Speed Select Technology dar, die über ein zweites und drittes Profil noch einmal unterschiedliche Taktraten anzubieten haben.

Die Speed Select Technology bietet aber nicht nur insgesamt drei Profile, sondern auch solche für eine garantierte Leistung für den Basis- und Boost-Zustand. Dazu sind High und Low Priority Cores mit dazugehörigen High und Low Priority Taktraten vorgesehen. Die Xeon-Prozessoren mit unterschiedlich vielen Kernen bieten natürlich eine unterschiedliche Anzahl an diesen zugeordneten Kernen. Eine Gemeinsamkeit gibt es: Es sind immer mehr Low-Priority- als High-Priority-Kerne vorhanden.

Für die High-Priority-Cores bzw. High Priority Taktraten gibt es dann noch einmal die Unterscheidung für Non-AVX, AVX 2.0 und AVX-512.

Wer möchte kann sich nun also durch die Tabellen klicken und sich genau anschauen, welches Xeon-Modell mit wie vielen Kernen unter bestimmten Bedingungen welchen Takt erreicht. Für den "Normalnutzer" (für den Xeon-Prozessoren ohnehin meist uninteressant sind), ist eine solche Übersicht natürlich weniger wichtig, dort wo die Anschaffung solcher Prozessoren aber angedacht ist, gilt es eben auch auf diese Details zu achten. Vor allem Cloud-Anbieter, die auf einem Xeon-Prozessor mehrere virtuelle Instanzen laufen haben – wozu dann auch kritisch Anwendungen gehören können – achten auf solche Details und müssen sicherstellen, dass die Hardware möglichst ihr ideales Potential abrufen kann.