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Lakefield im Test: Core i5-L16G7 verhält sich doch wie erwartet

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intel-lakefield-2020Vor einigen Wochen tauchten die ersten Benchmarks des neuen Lakefield-Prozessors von Intel auf. Im Test der Kollegen von Notebookcheck aus Österreich konnte der Prozessor im Samsung Galaxy Book S jedoch nicht wirklich überzeugen. Die versprochenen Taktraten wurden nicht erreicht und wohl auch aufgrund einiger Fehler im BIOS bzw. der Firmware war das Gesamtergebnis alles andere als überzeugend.

Alle Details zum Lakefield-Prozessor und den beiden neuen Modellen haben wir uns bereits angeschaut. Es handelt sich um einen Hybrid-Prozessor, der aus einem einem großen Sunny-Cove-Kern und den vier Tremont-Kernen besteht. Das Hyperthreading ist sowohl auf dem Sunny-Cove-Kern als auch in den vier Tremont-Kernen nicht aktiv. Dem Sunny-Cove-Kern wurde zudem seine AVX512-Funktionalität genommen, um eine gewisse ISA-Kompatibilität zwischen den unterschiedlichen Kernen gewährleisten zu können. Hinzu gesellt sich eine Gen11-Grafikeinheit.

Nun haben sich die Kollegen von Golem ebenfalls ausführlich mit Intels x86-Hybrid-Design beschäftigt. Hier wurde ebenfalls ein Galaxy Book S mit Core i5-L16G7 verwendet. Allerdings nutzt Samsung aktuell nicht das volle Potenzial und wählt anstatt eines PL1 für langfristige Last von 7 nur 5 W. Das PL2 für kurzzeitige Last entspricht mit 9,5 W aber den Vorgaben von Intel. Auch das Tau, also der Wert wie lange das PL2 angewendet werden darf, ist mit 28 s entsprechend vorgegeben. Nach diesen 28 s fällt die TPD auf das PL1 und in diesem Fall eben 5 W zurück.

Der erste Test ließ große Zweifel daran, dass das Zusammenspiel aus Hard- und Software ideal funktionierte. Die Werte von Golem sehen hier schon deutlich besser aus. Der einzelne Sunny-Cove-Kern kommt immer dann zum Einsatz, wenn kurzzeitig eine hohe Single-Core-Leistung gefragt ist – beispielsweise beim Start eines Programms. Dann taktet dieser einzelne Kern mit 2,5 GHz.

Ist eine hohe Multi-Threaded-Leistung gefragt, sind die vier Tremont-Kerne deutlich effektiver und entsprechend kommen diese dann zum Einsatz. Ihr Takt liegt unter Dauerlast bei 1,9 GHz. Zu diesem Anwendungsprofil gehört beispielsweise ein 3D-Rendering oder der Export eines Videos.

Kurze Boosts auf 2,9 GHz (Sunny Cove) und 2,7 GHz (Tremont) sieht Golem ebenfalls. Alle diese Werte entsprechen schon deutlich eher dem, was Intel versprochen hat. Derzeit gibt es noch keine Anwendung, die alle 4+1-Kerne gleichzeitig verwendet. Automatisch wird ein 1T-Test des Cinebench auf den vier Tremont-Kernen herumgereicht (Core Rotation Policy). Der Sunny-Cove-Kern kommt gar nicht zum Einsatz. Manuell kann ein Prozess aber einem Kern zugeordnet werden und so ist es möglich, die Leistung der einzelnen Kerne besser zu beurteilen.

Cinebench R20

Single- und Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Der Sunny-Cove-Kern ist also um 28 % schneller als ein Tremont-Kern, vier Tremont-Kerne wiederum mehr als doppelt so schnell als ein Sunny-Cove-Kern. Die Hardware verhält sich also in etwa so, wie es zu erwarten gewesen ist.

Golem hat noch weitere Tests gemacht, unter anderem im Vergleich zu einem Core i7-1065G7 (Ice Lake), Core i5-10210U (Comet Lake), Pentium N5000 (Gemini Lake) und dem Snapdragon 8cx von Qualcomm. Ein Core i7-1065G7 mit vier Sunny-Cove-Kernen ist teilweise deutlich schneller, ein Core i5-10210U ist für den Hybrid-Prozessor jedoch schon eine machbare Aufgabe und den Pentium N5000 lässt er hinter sich. Gegenüber dem Snapdragon 8cx ist der Core i5-L16G7 um knapp 20 % schneller. Alle Details zu den einzelnen Benchmarks finden sich bei Golem.

Das Fazit fällt wie erwartet aus: Große Leistungswunder sind bei einem Prozessor mit einer TDP von 5 bzw. 9,5 W nicht zu erwarten. Aber: Wer sich ein Notebook mit einem solchen Prozessor kauft, darf keine Rendering-Workstation erwarten und einfache Office-Arbeiten erledigt der Prozessor im Galaxy Book S problemlos.