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Netzfundstück: LGA3647- zu LGA4189-4-Interposer von Intel

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intelIn den kommenden Wochen sollen die Xeon-Prozessoren auf Basis von Cooper Lake starten. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Intel die Cooper-Lake-Prozessoren für 1S- und 2S-Server gestrichen hat. Bis auf weiteres werden die aktuellen Cascade-Lake-Prozessoren die 1S- und 2S-Server bedienen. Für 4S- und 8S-Server können die Cooper-Lake-Prozessoren vorgesehen werden – je nachdem, ob dies im Datacenter-Einsatz Sinn macht.

Die Xeon-Prozessoren auf Basis der Cooper-Lake-Architektur werden ausschließlich für die Cedar-Island-Plattform erscheinen. Die Varianten für die Whitly-Plattform sind komplett gestrichen worden. Intel legt Cooper Lake damit auf Serversysteme mit vier oder gar acht Sockeln aus. Für kleinere Server spielt Cooper Lake hingegen keine Rolle mehr. Der Cascade-Lake-Refresh muss also bis zum Erscheinen der Ice-Lake-Prozessoren durchhalten.

In diesem Zuge ist das Netzfundstück sehr interessant, auf welches wir gestoßen sind. Twitterer @Loeschzwerg_3DC hat drei Fotos eines Adapters veröffentlicht:

Der gezeigte LGA3647- zu LGA4189-4-Interposer hat einige Referenzen, die auf den Fotos zu erkennen sind. So verweist die Beschriftung auf dem PCB auf CLX = Cascade Lake und auf CPX4 = Cooper Lake. CPX4 steht genauer gesagt sogar für Quad-Channel-Variante der Cooper-Lake-Prozessoren, die eben für die 1S- und 2S-Server gedacht waren und die gestrichen wurden. Für die 4S- und 8S-Server verwendet Intel die CPX6-Varianten, die sechs Speicherkanäle vorzuweisen haben. Entsprechend hieße dieser Sockel LGA4189-6.

Der LGA3647- zu LGA4189-4-Interposer wird vermutlich dazu verwendet, initiale Tests der Mainboards und der BIOS vorzunehmen, wenn noch keine Cooper-Lake-Prozessoren verfügbar sind. Intel selbst und auch die Mainboard-Partner können also mit den vorhandenen Cascade-Lake-Prozessoren bereits die neuen Mainboards testen. Im finalen Praxiseinsatz wird man solche Adapter-Interposer nicht mehr sehen.

Cooper Lake bietet als MCM-Design mehr Kerne als Cascade Lake, unterstützt jedoch auch das Datenformat BFloat16 und soll daher in Deep-Learning-Anwendungen besonders schnell sein. Server mit Cooper-Lake-Prozessoren werden daher vermutlich vor allem in diesen Bereichen zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund beschränkt Intel deren Einsatzgebiet auch auf die 4S- und 8S-Server, da hier meist größere Systeme mit mehreren Prozessoren pro Node zum Einsatz kommen.

Die von Intel vorgesehenen Prozessoren für Server
  Fertigung CPU-µArch GPU-µArch Launch
Cascade Lake 14 nm Skylake - 2019
Cooper Lake 14 nm Skylake - 2020
Ice Lake 10 nm Sunny Cove - 2020
Sapphire Rapids 10 nm Willow Cove - 2021
Granit Rapids 7 nm Golden Cove - 2022

Auf der einen Seite werden die OEMs und ODMs glücklich darüber sein, dass sie 2020 keine zwei neue Xeon-Generationen auf einer Plattform (kleine Server und große Server getrennt voneinander betrachtet) werden anbieten müssen. Auf der anderen Seite ist die Purley-Plattform inzwischen drei Jahre alt und es fehlt ihr an wichtigen Weiterentwicklungen wie beispielsweise PCI-Express 4.0. Diese wird Intel erst mit den Ice-Lake-Prozessoren einführen können.