> > > > NVIDIA präsentiert Jetson TX1 - die Tegra-X1-Entwicklerplattform

NVIDIA präsentiert Jetson TX1 - die Tegra-X1-Entwicklerplattform

Veröffentlicht am: von

nvidia 2013Auch wenn die ursprünglichen Pläne zur Tegra-Plattform für NVIDIA sicherlich nicht aufgegangen sind, so hat dennoch Aufgabenbereiche gefunden, in denen derart leistungsstarke und zugleich effiziente SoCs durchaus ihren Zweck erfüllen können. Zum einen sind dies leistungsstarke Tablets und eine neue Art von Wohnzimmer-Entertainment-Systeme, aber auch im Automotive-Bereich spielt NVIDIA eine immer größere Rolle.

NVIDIA Jetson TX1
NVIDIA Jetson TX1

Belegt wird dies zum einen durch die Shield Android TV, die erst kürzlich ihren Weg nach Deutschland fand, im weltweiten Maßstab aber noch zeigen muss, dass sie wirklich eine Alternative zu den diversen Streaming-Boxen und Konsolen ist. Drive PX ist eine Entwicker-Plattform für den Automotive-Bereich und bereits mit dem aktuell schnellsten Tegra-Prozessor Tegra X1 ausgestattet. Nun hat NVIDIA auch eine allgemeine Version dieser Entwickler-Plattform unter dem Namen Jetson TX1 veröffentlicht. Sie löst die bisherige Plattform Jetson TK1 mit Tekra-K1-SoC ab. Als Basis dient natürlich der im Grafikbereich wohl noch immer schnellste SoC Tegra X1.

NVIDIA Jetson TX1
NVIDIA Jetson TX1 - Größenvergleich und technische Daten

Allerdings hat NVIDIA teile seiner Strategie rund um die Jetson-Entwickler-Kits geändert, denn ursprünglich waren diese nur zur Entwicklung von Hard- und Software vorgesehen, wurden aber teilweise bereits in fertigen Produkten verwendet. Die Entwickler nahmen die Gelegenheit ein fertig entwickeltes Board mit Anschlüssen etc. verwenden zu können beim Schopf und konzentrierten sich nur noch und ausschließlich auf die Software – für kleine Entwickler ohne Budget für große Hardware-Investitionen ein machbarer Weg.

Mit Jetson TX1 will NVIDIA beide Anwendungsfälle ansprechen und bietet dazu auch zwei unterschiedliche Entwickler-Kits an. Es wird auch wieder ein solches geben, welches alle notwenigen Anschlüsse (Netzwerk, USB und viele weitere I/Os) bietet und weiterhin als eigenständige Plattform fungiert. Sind die Entwickler mit ihrer Software und eventuell notwendiger weiterer Hardwareentwicklung fertig, können sie aber nun auf das Jetson TX1 Modul zurückgreifen, welches wesentlich kompakter ist und sich daher besser in fertige Produkte integrieren lässt.

NVIDIA Jetson TX1
NVIDIA Jetson TX1 - das einzelne Modul

Zu den Details: Das Jetson TX1 Modul bietet den Tegra-X1-SoC mit einem Takt von bis zu 975 MHz und einer Rechenleistung von 1 TFLOPS bei einer maximalen Leistungsaufnahme von 10 W. Auf dem kleinen Modul, welches nicht größer als eine Krediktarte ist, sind außerdem noch 4 GB LPDDR4-3200 an Arbeitsspeicher, ein 16 GB großer eMMC-Flashspeicher, ein Gigabit-Ethernet-Controller und ein 2x2 802.11 ac + Bluetooth Controller verbaut. Damit bietet das Jetson TX1 Modul bereits alle notwendigen Voraussetzungen, um in den meisten Systemen eigenständig zu funktionieren.

NVIDIA Jetson TX1
NVIDIA Jetson TX1 - das Mainboard mit zusätzlichen I/Os

Für die eigentliche Entwicklung sowie Anwendungen bei denen die gebotenen I/Os nicht ausreichen bietet NVIDIA nun eine Art Mainboard an. Darauf findet das Jetson-TX1-Modul Platz und wird über einen Board-to-Board-Anschluss mit 400 Kontakten verbunden. Diesen Anschluss müssen letztendlich auch die fertigen Produkten verwenden, die ein Jetson-TX1-Modul enthalten sollen. Während auf dem Modul grundsätzlich nur die Controller vorhanden sind, bietet das Mainboard für das Ethernet, WiFi + BT auch die entsprechenden Anschlüsse und Antennen. Hinzu kommen HDMI, USB, M.2, eine größere Anzahl an GPIOs, ein Kamera-Interface mit einer 5-Megapixel-Kamera sowie ein PCI-Express-2.0-x4-Steckplatz.

NVIDIA Jetson TX1
NVIDIA Jetson TX1 - Machine Learning als Anwendungsgebiet

NVIDIA sieht das Anwendungsgebiet für Jetson TX1 klar im Bereich von Machine Learning der autonomen Steuerung. Auf der GTC 2015 im März gab man dazu in verschiedenen Vorträgen bereits zahlreiche Beispiele. So lernt ein Fahrzeug mit Drive PX (ebenfalls mit dem Tegra TX1 ausgestattet) den besten Weg über verschiedene Untergründe zu finden. Auch im normalen Straßenverkehr soll die Rechenleistung dazu beitragen ein vollständig autonomes Fahren möglich zu machen. Im Fokus steht dabei die Maxwell-GPU im Tegra TX1, die maßgeblich für die Rechenleistung des SoC verantwortlich ist.

Neben der Hardware strickt NVIDIA auch noch ein entsprechendes SDK für Jetson TX1, welches in den verschiedenen Bereichen wie Vision, Grafik und Compute die entsprechenden Schnittstellen zur Verfügung stellt.

Ab dem 12. November sollen Entwickler die beiden Varianten von Jetson TX1 in den USA vorbestellen können. Die Auslieferung soll ab dem 16. November beginnen. Die Preise liegen bei 599 US-Dollar im Retail-Markt und 299 US-Dollar im Education-Segment. Im ersten Quartal 2016 sollen die Module dann ebenfalls verfügbar sein und 299 US-Dollar pro Stück bei einer Abnahme von 1.000 Stück kosten.

Social Links

Kommentare (0)

Das könnte Sie auch interessieren:

  • AMDs Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMDRYZEN93900X

    Heute ist es endlich soweit: AMD bläst zum Großangriff. Die Zen-2-Architektur versetzt AMD offenbar in die Situation, endgültig mit dem Konkurrenten Intel aufzuschließen. Mit Zen, Zen+ und der AM4-Plattform hat AMD über zwei Jahre die Basis zum Erfolg geschaffen. Nun will man den... [mehr]

  • AMD Ryzen 5 3600 im Test: Ohne X noch viel besser

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_5_3600_TEST-TEST

    Gegenüber dem AMD Ryzen 5 3600X aus unserem letzten Test, der trotz seiner Einstufung in die Mittelklasse ältere Topmodelle schlägt, ist der AMD Ryzen 3600 ohne das X-Kürzel nur 200 bis 300 MHz niedriger getaktet und mit einer TDP von 65 W sparsamer klassifiziert, was einen... [mehr]

  • AMD Ryzen 5 3600X im Test: 265-Euro-CPU schlägt ältere Flaggschiff-Modelle

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN_5_3600X_REVIEW-TEASER

    Mit dem Ryzen 9 3900X und dem Ryzen 7 3700X ist AMD seinem Konkurrenten wieder mächtig auf die Pelle gerückt und macht ihm selbst im High-End-Bereich mit einer hohen Anwendungs- und Spiele-Leistung zu einem deutlich günstigeren Preis das Leben schwer. Doch auch in den unteren Preis- und... [mehr]

  • Insider-Gerüchte: Intel streicht 10-nm-Pläne für den Desktop komplett

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

    Aus Insiderkreisen haben wir einige exklusive Informationen zu zukünftigen Desktop-Prozessoren von Intel erhalten. Die Quelle hat sich in der Vergangenheit zu CPU-Themen bereits mehrfach aus treffsicher erwiesen. Dennoch sollte wie bei allen Gerüchten dieser Art eine gewisse Vorsicht an den... [mehr]

  • 400 gegen 2.000 Euro: Core i7-9700K gegen Core i9-9980XE im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL-CORE-I9

    Heute wagen wir einmal einen ungewöhnlichen Vergleich: Ein Intel Core i7-9700K gegen einen Core i9-9980XE. Diese beiden Modelle haben neben der Tatsache, dass sie beide von Intel stammen und auf der Skylake-Architektur basieren, wenig miteinander zu tun. Doch wir wollten uns einmal anschauen, wo... [mehr]

  • AMD Ryzen 5 3400G im Test: Weniger Änderungen als erwartet

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_5_3400G-TEASER

    Im letzten Jahr erwiesen sich die Raven-Ridge-APUs als gute Alternative, wenn man sich einen sparsamen und günstigen Office-Rechner zusammenbauen wollte. Die Kombination aus Zen-Prozessor und Vega-Grafiklösung erwies sich als durchaus leistungsfähig für den Alltag. Ob dies auch für die... [mehr]