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Qualcomm setzt bei Windows on ARM auf Hilfe von Händlern und Providern

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Mit näher rückendem Start scheinen die Argumente, die für Windows on ARM sprechen, immer weniger zu werden. Entsprechend wird Qualcomm auf dem nächste Woche startenden MWC die Werbetrommel rühren. Denn einen Misserfolg dürfte man sich angesichts der nach wie vor drohenden Übernahme durch Broadcom nicht leisten können. Umso wichtiger dürften die bereits vereinbarten Kooperationen sein.

Dabei verfolgt Qualcomm gemeinsam mit Microsoft einen zweigleisigen Ansatz. So soll es bereits zum Start ein umfangreiches Händlernetz geben, das vermutlich für viel Werbung sorgen dürften. Gleichzeitig sollen aber auch Mobilfunkanbieter mit ins Boot geholt werden, damit die entsprechenden Geräte problemlos in den jeweiligen Netzen genutzt werden können.

In Deutschland wird letztere Rolle von der Deutschen Telekom ausgefüllt, in der Schweiz kooperiert Swisscom, in Spanien Telefónica, im Vereinigten Königreich EE. Welche Aufgaben die Provider am Ende konkret übernehmen werden, bleibt aber nebulös. Ist ein Windows-on-ARM-Gerät nur mit einer eSIM ausgestattet, wäre der Einsatz nur im LTE-Netz eines Partners möglich - eine regionale Exklusivität wäre somit gegeben. Allerdings konnten Qualcomm und Microsoft einige Anbieter davon überzeugen, die Geräte auch direkt zu verkaufen. Die Bündelung von Datentarif und subventioniertem Notebook auf Windows-on-ARM-Basis wäre somit denkbar. Ob zu letzterem Kreis auch die Deutsche Telekom gehören wird, ist nicht klar.

Fest steht dafür, dass das deutsche Händlernetz für die ersten Geräte, die Qualcomm auch als Always Connected PCs bezeichnet, sehr löchrig sein dürfte. Während man sich in anderen Ländern namhafte Partner wie Fnac (Frankreich), John Lewis (Vereinigtes Königreich) oder Amazon (USA) sichern konnte, fehlt Deutschland auf der Liste. Ob man sich mit Media Markt, Saturn, Expert und Co. nicht einigen wollte oder eine derartige Kooperation hierzulande gar nicht erst angestrebt hat, bleibt offen.

Bezeichnend ist vor diesem Hintergrund, dass der Start der ersten Windows-on-ARM-Notebooks innerhalb der nächsten fünf Wochen erfolgen soll, es aber für keines der drei Modelle eine Händlerlistung gibt. Dabei sollten das ASUS NovaGo, HP Envy x2 und Lenovo Miix 630 nahezu zeitgleich verfügbar werden. Stattdessen führt eine Suche nach „NovaGo" auf der deutschen ASUS-Hompage zu 0 Treffern. Ähnlich sieht es bei Lenovo und HP aus.

Das überrascht angesichts der Vorzüge, die Qualcomm und Microsoft bewerben - und von denen wir uns teilweise bereits selbst überzeugen konnten. So war beispielsweise beim Hands-on des NovaGo nichts davon zu spüren, dass im Gehäuse kein Intel-Prozessor steckt. Das Versprechen, dass beispielsweise Ladezeiten von Programmen in vielen Fällen nicht signifikant länger, oftmals sogar kürzer ausfallen, dürfte gehalten werden. Zudem kommen klare Vorteile wie eine lautlose Kühlung und gute Laufzeiten. So wirbt ASUS beispielsweise mit bis zu 22 Stunden, die das NovaGo mit einer Ladung durchhalten soll. Qualcomm spricht bei gemischter Nutzung inklusive Connected Standby von mehr als 25 Stunden, nennt aber keine Akkukapazität.

Ob das am Ende ausreicht, um ausreichend Kunden zu gewinnen, wird sich zeigen müssen. So wurde erst vor wenigen Tagen bekannt, mit wie vielen Einschränkungen Windows on ARM verbunden sein wird. Vor allem die Benutzung von Zubehör wie Druckern dürfte zu Problemen führen, werden doch entsprechende ARM64-Treiber vorausgesetzt.