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Radeon-RX-6000-Serie: AMD soll Preise für Partner um 10 % erhöht haben

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radeon-rx-6000Innerhalb der Berichterstattung zu den hohen Preisen bei den Grafikkarten werden auch immer wieder die hohen Gewinne der GPU-Hersteller genannt. In direkter Form profitieren AMD und NVIDIA aber sicherlich nicht von den aktuellen Marktpreisen, denn sie haben mit ihren Boardpartner feste Abnahmepreise vereinbart, die auf die extrem dynamische Preisentwicklung keinerlei Auswirkung haben.

Aber natürlich haben auch die GPU-Hersteller mit der aktuellen Situation zu kämpfen und müssen höhere Herstellungskosten kompensieren. Öffentlich darüber reden wollen sie natürlich nicht, wenngleich zumindest NVIDIA in der Bekanntgabe der letzten Quartalszahlen von Vorratskäufen und Lieferverpflichtungen in Höhe von 6,9 Milliarden US-Dollar sprach – deutlich mehr als in den vorherigen Jahren. NVIDIA wird seine ursprünglichen Verträge und Preise für die Abnahme der GPUs und Speicher gegenüber seinen Partnern sicherlich angepasst haben bzw. dann anpassen, wenn diese auslaufen.

Laut Board Channels Forums (via Videocardz) soll AMD seine Boardpartner über eine Preissteigerung informiert haben. Demnach sollen die Preise für die GPUs und auch die Lieferung um 10 % steigen, was zwischen 20 und 40 US-Dollar sein sollen. Vor allem die Kosten in der Fertigung bei TSMC seien ein Grund für die Preissteigerung. Von den höheren Preisen betroffen sein sollen alle GPUs der Radeon-RX-6000-Serie, also von der kleinsten Radeon RX 6600 bis hin zur Radeon RX 6900 XT.

Unklar ist, welche Auswirkungen dies auf die Straßenpreise haben wird. Da die Preiserhöhung zukünftige Bestellungen betrifft, dürfte es einigen Wochen oder gar Monate dauern, bis eine solche Preiserhöhung durchschlagen kann. In der aktuellen Marktsituation wären weitere 10 % aber ohnehin kaum spürbar und offizielle unverbindliche Preisempfehlungen geben nur noch die wenigsten Hersteller an, sodass es schwierig sein wird, die höheren Kosten der Hersteller direkt dazustellen.

Vor allem die letzten Teilnehmer in der Angebotskette verdienen sich in den letzten Monaten eine goldene Nase. AMD und NVIDIA haben fest Preise gegenüber ihren Boardpartnern und diese wiederum auch sicherlich mit den Distributoren/Lieferanten. Bis die Karte beim Endkunden landet, sind häufig aber noch Zwischenhändler eingebunden und in diesen letzten Schritten bis zum (virtuellen) Verkaufsregal geschehen die größten Preissteigerungen.

Bis auf absehbare Zeit wird sich daran vermutlich auch nichts ändern. NVIDIA, AMD, aber auch andere große Halbleiterhersteller gehen erst zur zweiten Jahreshälfte 2022 oder gar 2023 davon aus, dass die Nachfrage wieder gedeckt werden kann. So lange es Kunden gibt, die bereit sind, mehr als 3.000 Euro für ein High-End-Modell oder 1.000 Euro für eine Mittelklasse-Karte auszugeben, so lange werden die Preise auf dem aktuellem Niveau verbleiben – und auch vermutlich nicht mehr auf das Ausgangsniveau zurückkehren, wie bereits im Dezember 2020 prognostiziert haben.