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NVIDIA Ampere: Neue Netzteilversorgung soll alte Zöpfe abschneiden

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turing-gpuIn den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten wurden immer wieder neue Gerüchte zu den vermeintlichen technischen Daten der kommenden GeForce-Grafikkarten gestreut. So richtig festlegen mag sich die Gerüchteküche jedoch noch nicht und inzwischen wurde für jedes Modell so ziemlich jede SM- und Speicherkonfiguration genannt, so dass man eigentlich sagen könnte, dass eines der Gerüchte früher oder später zutreffen wird.

Wir wollen uns jedoch auf einen anderen Punkt konzentrieren, der ebenfalls in den Gerüchten behandelt wird und dieser betrifft die Stromversorgung der erwarteten Karten. Seit Jahren sind wir hier auf die PCI-Express-Stecker mit acht und sechs Pins festgelegt. Diese liefern laut Spezifikation 150 W (8-Pin) und 75 W (6-Pin) – hinzu kommen noch 75 W über den PCI-Express-Steckplatz. Allerdings sehen die Spezifikationen keine Versorgung mittels zweimal 8-Pin vor, wenngleich wir dies bei den aktuellen Grafikkarten von AMD und NVIDIA (bzw. den Boardpartnern) im High-End-Bereich inzwischen gewohnt sind.

Während die meisten Grafikkarten die theoretischen 375 W kaum überschreiten, wissen wir allerdings, dass ein Overclocking einer Grafikkarte schnell dazu führen kann, dass die Karten deutlich mehr verbrauchen. Aber selbst die Werkseinstellungen können eine solche Versorgung an die Grenzen bringen, wie beispielsweise die Radeon R9 295X2 vor einigen Jahren zeigte. Bereits damals wurde darüber diskutiert, ob die Stromversorgung über die Stecker nicht anderweitig realisiert werden sollte.

Nun besagen die Gerüchte zu den neuen Ampere-Karten, dass es auch hier Änderungen geben könnte, die damit zusammenhängen, dass die Leistungsaufnahme der Karte auf deutlich über 300 W ansteigen könnte. Bereits mit den ersten Bildern der vermeintlichen Referenzversionen wurde über einen neuen Stecker spekuliert, auf den wir nun etwas genauer eingehen wollen.

Der kolportierte Stecker ähnelt auf den ersten Blick dem ATX12VO, wie er bei den OEM-Systemen nun Einzug halten soll. Das von FCPOWERUP veröffentlichte Bild plus technischer Zeichnung zeigt einen 12 V 12-Pin-Stecker. Dieser soll eine Stromstärke von 8,5 A liefern können bzw. pro Pin so hoch belastbar sein. Ein solcher Stecker dürfte neben einigen Masse-Pins noch Sense-Pins enthalten, die erkennen, ob der Stecker gesteckt ist oder nicht. Einen Gleichstrom angenommen und ausgehend von fünf +12V-Pins könnten über einen solche Stecker mehr als 500 W (5 x 8,5 A x 12 V) geliefert werden. Mehr als 400 W sind somit also problemlos möglich.

Die technischen Spezifikationen einer solchen Verbindung im Zusammenspiel mit der von den Netzteilen verwendeten Kabel soll jedoch keine weitere Rolle spielen. Stattdessen wollen wir uns die Frage stellen, warum es sinnvoll sein könnte, hier einen neuen Standard einzuführen.

Diese Frage ist eigentlich recht schnell beantwortet: Sollte eine GeForce RTX 3080 Ti tatsächlich auf eine TDP von 350 W kommen, könnte NVIDIA laut PCI-Express-Spezifikation nicht mehr auf 2x 8-Pin zurückgreifen, da man sich hier außerhalb der Spezifikationen bewegen würde. Ein neuer 12-Pin-Stecker könnte also Abhilfe schaffen.

Ein Neustart in der Versorgung der Grafikkarten

Im Grunde sind wir bisher ganz gut mit den bestehenden 6-Pin- und 8-Pin-Anschlüssen gefahren. Aber man merkt dieser Lösung bereits an, dass sie nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Gute Netzteile stellen ausreichende Anschlüsse und Kabel zur Verfügung, aber auch hier kann eine Grafikkarte mit zwei 8-Pin-Anschlüssen schon zu Problemen führen oder es muss ein 6-Pin auf 8-Pin-Adapter verwendet werden, was sicherlich nicht im Sinne des Erfinders ist.

Es ist Zeit für einen Neustart in diesem Bereich und dieser wird sicherlich nicht ganz leicht sein, denn bisher gibt es kein Netzteil, welches einen solchen Anschluss vorsieht – wie auch, noch ist nichts offiziell. Sollte sich ein neuer Standard auf allen Karten durchsetzen, wären künftig nur noch ein Kabel und ein Stecker notwendig. Dabei spielt es dann keine Rolle, in welcher Leistungsklasse wir uns bewegen. Ein Kabel, ein Stecker und am besten noch an einer neuen Position auf dem PCB der Grafikkarte, das wünschen sich viele Nutzer schon lange.

Aber es ist nicht davon auszugehen, dass alle neuen Karten diesen neuen Stecker verwenden werden. Stattdessen dürfte man sich auf wenige Modelle oder nur eine Karte beschränken. Da anfangs keine Netzteile vorhanden sein dürften oder es hier zunächst neue geben wird, wird man anfangs noch mit Adaptern arbeiten müssen. Der Anfang wäre dann aber gemacht.

Welche ist die beste Grafikkarte (GPU)?

Unsere Kaufberatung zu den aktuellen NVIDIA- und AMD-Grafikkarten hilft dabei, die Übersicht nicht zu verlieren. Dort zeigen wir, welche Grafikkarten aktuell die beste Wahl darstellen – egal, ob es um die reine Leistungsfähigkeit oder das Preis-Leistungs-Verhältnis geht.


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