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Ein erster Blick auf die AMD Radeon VII (inkl. Video)

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amd-radeonviiBereits vor dem eigentlichen Start der Radeon VII können wir einen Blick auf die Karte werfen. Mit der Karte auf Basis der Vega-20-GPU will AMD zumindest eine gewisse Zeit im High-End-Segment zu NVIDIA aufschließen können. Die Radeon VII bietet eine in 7 nm gefertigte GPU – als erster und bisher einziger GPU-Hersteller. Hinzu kommt eine Ausstattung mit 16 GB HBM2, die über ein 4.096 Bit breites Speicherinterface angebunden sind und die eine Speicherbandbreite von 1 TB/s erreichen.

Allerdings verzichtet AMD in einigen Bereichen auch auf die Möglichkeiten der Vega-Architektur der zweiten Generation. So wird die Radeon VII kein PCI-Express 4.0 unterstützen, obwohl dies theoretisch möglich gewesen wäre. Im Sommer wird AMD die erste Desktop-Plattform in Form der Ryzen-Prozessoren der dritten Generation vorstellen, die PCI-Express 4.0 unterstützen wird. Gründe für die fehlende Unterstützung von PCI-Express 4.0 gibt es nicht, vermutlich möchte AMD einfach auf die notwendige Zertifizierung verzichten. Für eine Spielerkarte spielt der Leistungsunterschied zwischen PCI-Express 4.0 und 3.0 auch keine große Rolle.

Zudem fehlt es der Radeon VII an der vollen Unterstützung der FP64-Einheiten in der Vega-20-GPU. Statt der vollen FP64-Rechenleistung wird diese nur im Verhältnis von 1:4 zur FP32-Rechenleistung liegen. Dies positioniert die Karte irgendwo zwischen den Radeon-Instinct- und bisherigen Vega-Karten, die nur eine Rechenleistung im Verhältnis von 1:32 bieten konnten. Die Radeon-Instinct-Beschleuniger hingegen bieten die volle FP64-Rechenleistung im Verhältnis von 1:2 zur FP32-Rechenleistung.

Die technischen Daten der AMD Radeon Vega VII in der Übersicht
Modell: Radeon RX Vega 64Radeon VIIGeForce RTX 2080
Technische Daten
GPU: Vega 10 Vega 20TU104
Fertigung: 14 nm 7 nm12 nm
Transistoren: 12,5 Milliarden 13,2 Milliarden13,6 Milliarden
GPU-Takt (Basis): 1.247 MHz -1.515 MHz
GPU-Takt (Boost): 1.630 MHz 1.800 MHz1.800 MHz

Speichertakt:

945 MHz 1.000 MHz1.750 MHz
Speichertyp: HBM2 HBM2GDDR6
Speichergröße: 8 GB 16 GB8 GB
Speicherinterface: 2.048 Bit 4.096 Bit256 Bit
Bandbreite: 484 GB/s1 TB/s448 GB/s
Shadereinheiten: 4.096 3.8402.944
Textureinheiten: 256 240184
ROPs: 64 6464
TDP: 295 W 300 W225 W
PCIe: 3.0 3.03.0

Die Radeon VII bietet mit einem maximalen Boost-Takt von 1.800 MHz fast 200 MHz mehr, als die Radeon RX Vega 64. Dies ist wohl vor allem auf die Fertigung in 7 nm zurückzuführen. Beschleunigt wurde auch der Speicher-Takt. Der HBM2 kommt nun auf die prognostizierten 1.000 MHz, für die er ursprünglich mal ausgelegt wurde. Zusammen mit einem 4.096 Bit breiten Speicherinterface kommt der Speicher auf eine Bandbreite von 1 TB/s. Ob und wie sich der große und schnelle Speicher als Vorteil erweisen wird, werden wir uns noch anschauen müssen.

Hinsichtlich der Ausbaustufe bewegt sich die Radeon VII auf Niveau der Radeon Instinct MI50. Die Radeon Instinct MI60 hingegen bietet den Vollausbau der Vega-20-GPU mit 4.096 Shadereinheiten. Die Radeon Instinct MI50 hingegen bietet 3.840 Shadereinheiten – genau wie die Radeon VII. Außerdem kommen bei der Radeon VII 240 Textureinheiten und 64 ROPs zum Einsatz. 

Die Thermal Design Power der Radeon VII liegt bei 300 W – also etwas mehr als bei der Radeon RX Vega 64. Das Einsparpotenzial bei der Leistungsaufnahme durch die Fertigung in 7 nm verwendet AMD also nicht und steckt die freien Ressourcen stattdessen lieber in einen höheren Takt. Ob und wie sich dies in den Benchmarks darstellen wird, werden wir in wenigen Tagen wissen.

Heute nun dürfen wir wie gesagt einen ersten Blick auf die Karte werfen – sowohl in Fotos als auch in Videoform.

AMD setzt bei der Radeon VII nicht mehr auf eine Kühlung mittels geschlossenem Gehäuse und einem Radiallüfter am hinteren Ende der Karte sondern will die 300 W Abwärme durch drei Axiallüfter abführen. Diese besitzen einen Durchmesser von jeweils 75 mm.

Auf der Rückseite der Karte verwendet AMD eine Backplate mit einigen Schlitzen im Bereich der GPU. Wie auch das Gehäuse des Kühlers, besteht die Backplate aus gebürstetem Aluminium.

Auf der Stirnseite der Karte befindet sich ein beleuchtetes Radeon-Logo. Hier ebenfalls zu sehen ist der Aufbau der Karte mit einer Backplate (oben), dem PCB (beige in der Mitte) und dem Kühler mitsamt einer großen Bodeplatte aus Kupfer. Darauf sitzt dann wiederum der eigentliche Kühlkörper.

Am hinteren Ende der Karte befinden sich die zusätzlichen Stromanschlüsse. Über zwei 8-Pin-Anschlüsse können laut PCI-Express-Spezifikation 300 W an die Karte geführt werden. Über die Anschlüsse könnte aber auch deutlich mehr geliefert werden. Hinzu kommen 75 W, die über den PCI-Express-Steckplatz bereitstehen. An den Seiten sieht AMD einige Öffnungen im Gehäuse des Kühlers vor, durch die warme Luft entweichen kann, die durch die Lüfter in Richtung des PCBs und durch den Kühlkörper gedrückt wird.

Wie auch schon bei den Frontier-Editions der erste Vega-Generation befindet sich auch auf der Radeon VII ein beleuchteter Cubus an der hinteren Ecke der Karte.

Auf der Slotblende sind die Display-Anschlüsse in Form von dreimal DisplayPort 1.4 und einmal HDMI 2.0b zu finden. AMD sieht diese flach im unteren Drittel der Slotblende mit zwei Bauhöhen vor. Durch den Rest kann ein gewisser Teil an warmer Abluft aus dem Gehäuse geblasen werden.

Im Betrieb zeigt sich das beleuchtete Radeon-Logo auf der Stirnseite der Karte sowie der ebenfalls beleuchtete R-Cubus im hinteren Bereich der Karte. Abschalten oder farblich verändern lässt sich die Beleuchtung nicht.

Nur ein Ausblick

Heute dürfen wir leider noch nicht über Messwerte oder Benchmarks sprechen. Ein ausführlicher Blick auf die Radeon VII soll nur der Anfang sein, denn zum Verkaufsstart wird es den gewohnt ausführlichen Test der Karte geben – natürlich inklusive einem intensiven Vergleich mit der GeForce RTX 2080 sowie Szenarien, in denen die 16 GB an Grafikspeicher eine Rolle spielen könnten. Zudem werden wir uns den Themen Overclocking und Undervolting widmen.

Update: Preis

AMD hat nun auch den Preis für die Radeon VII kommuniziert. 729 Euro soll die Karte hierzulande kosten.

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