Seite 6: Leistungswerte und vorläufige Einschätzung

Bevor wir zu einigen von AMD präsentierten Werten kommen, ein paar Worte dazu: AMD stellt zum jetzigen Zeitpunkt nur die Karten vor und nennte Preise. Wir kennen aber noch kein Datum für die Verfügbarkeit oder einen Zeitpunkt, an dem wir eigene Werte präsentieren können.

AMD selbst liefert zu diesem Thema auch nur recht spärlich Informationen. Immerhin präsentierte man einige Mininum-FPS zu Ahes of the Singularity, Battlefield 1, Deus Ex: Mankind Divided, Doom, Forza, Gears of War, Hitman, Sniper Elite 4 und Warhammer. Auch hier aber gibt es keine Einzelwerte, sondern nur Bereiche, in denen sich die Minimum-FPS bewegen.

Dabei zielt AMD vor allem darauf ab, dass sich die Radeon RX Vega in einem für FreeSync günstigen Bereich bewegt. Absolut gesehen sieht man sich auf Augenhöhe mit der GeForce GTX 1080 bei einer Auflösung von 3.440 x 1.440 sowie 3.840 x 2.160 Pixel. Mit höherer Auflösung will man sogar bessere Minimum-FPS liefern können.

Ob sich dies in dieser Form auch auf die Durchschnittswerte übertragen lässt, wird sich noch zeigen müssen. Sicherlich sind Minimum-FPS ein wichtiger Faktor für Spieler, letztendlich muss aber das Gesamtpaket stimmen.

Vorläufige Einschätzung

Zum aktuellen Zeitpunkt konnten wir uns noch kein vollständiges Bild von der Radeon-RX-Vega-Serie machen. AMD stellt zum jetzigen Zeitpunkt ausschließlich die Hardware und Architektur vor. Wir kennen mit dem 14. August nun zwar das Datum der Verfügbarkeit, aber noch keine deutschen Preise. Eines wird jedoch recht deutlich:

AMD wird mit der Radeon RX Vega nicht das schnellste Modell von NVIDIA angreifen können. Die GeForce GTX 1080 Ti wird die schnellste Single-GPU-Grafikkarte am Markt bleiben. Darauf und auf die Leistung der Vega-10-GPU musste sich AMD in gewisser Weise einstellen. Getan hat man dies über den Preis und verkauft das vollausgestattete Modell ab 499 US-Dollar. Eine abgespeckte Variante ist schon ab 399 US-Dollar zu haben und hat sicherlich die GeForce GTX 1070 als Gegenspieler. Klar ist auch: Man muss keine Grafikkarte für 700 bis 800 Euro kaufen, um aktuelle Spiele spielen zu können. AMD versucht sich einmal mehr in einem Preisbereich, dessen Stückzahlen und damit sicherlich auch der Umsatz deutlich höher ist, als im absoluten High-End-Segment.

Die Frage ist, mit welchen Anspruch die Entwicklung der ersten Vega-GPU vorangetrieben hat. Wollte man NVIDIA hinsichtlich der Spitzenleistung schlagen und ist dabei an architektonische Grenzen gestoßen, die das Unternehmen aus der Vega-10-GPU einfach nicht mehr herausholen lassen, als sich dies aktuell zeigt? Oder aber war Vega-10 für Grafikkarten ab 500 US-Dollar geplant und funktioniert vollständig wie gewünscht – in allen Bereichen. Letztes ist nur schwer vorstellbar und vermutlich werden wir die Wahrheit auch nie erfahren.

AMD verweist gerne auf die zu erwartenden Leistungsverbesserungen durch die Aktivierung der verschiedenen Vega-Funktionen sowie die Optimierung des Treibers. Wer sich zum aktuellen Zeitpunkt aber eine Grafikkarte kaufen möchte, bekommt auch zunächst einmal die Leistung, die aktuell geboten wird. Sicherlich wird AMD über die nächsten Monate die Leistung der Radeon RX Vega steigern können, dies hat man auch bei den vorherigen GPU-Generation so machen können. Allerdings kann dies auch die Konkurrenz und zudem ist unklar, wie lange es dauert, bis Rapid Unpacked Math, HBCC und Primitive Shader eine Rolle spielen werden.

Wir müssen einfach noch ein paar Wochen warten, bis wir die Radeon RX Vega in Händen halten können. Erst dann wird sich das Bild vervollständigen. In jedem Fall bietet die Vega-Architektur wieder einmal einige interessante technische Ansätze, die es genauer im Auge zu behalten gilt.