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PCIe 4.0 Optane SSDs stehen bereit – Intel fehlt die dazugehörige Plattform

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intel-optane-dc-memoryOffenbar kann Intel seine Optane SSDs der nächsten Generation bereits in Sampleform ausliefern, besitzt aber keine eigene Plattform, um diese extern testen zu lassen. Dies geht aus einem Tweet von Technical Marketing Performance Engineer Frank Ober hervor. So wurden einigen Linux-Entwicklern Samples einer "gen2 pcie 4 capable" Optane SSD angeboten. Dabei handelt es sich um die Coldstream-Nachfolger alias Alder Stream, die Intel auf dem Memory & Storage Day Mitte September 2019 angekündigt hatte.

Mit der zweiten Generation der Optane-SSDs will Intel einen weiteren Schritt für den schnellen Speicher machen. Der auf 3D Xpoint basierende Speicher zeichnet sich vor allem durch seine niedrigen Latenzen und parallelen Zugriffe aus. Die Datenraten sind maßgeblich durch das verwendete Interface und den Controller begrenzt. Hier kommt dann die Unterstützung von PCI-Express 4.0 ins Spiel, denn beim 4.0-Standard kann die Datenrate im Vergleich zum Vorgänger PCI-Express 3.0 verdoppelt werden. Für den Einsatz von schnellem Optane-Speicher wäre dies sicherlich von Vorteil.

Derzeit hat Intel aber keine Prozessor-Plattform, welche PCI-Express 4.0 unterstützt. Weder die aktuellen Xeon-Prozessoren auf Basis von Cascade-Lake, noch die Desktop-Modelle auf Basis von Coffee Lake-S bieten die Unterstützung für PCI-Express 4.0. Einzig die Stratix 10 FPGAs besitzen bereits ein PCI-Express-4.0-Interface.

Derzeit gibt es auch noch kein genaues Datum, wann Intel die erste PCI-Express-4.0-Plattform auf den Markt bringen wird. In diesem Jahr werden gleich zwei Xeon-Modelle eingeführt werden: Cooper Lake und Ice Lake. Beide sollen die Unterstützung von PCI-Express 4.0 bieten. Gerade im Datacenter kann PCI-Express 4.0 seine Vorteile ausspielen, während Datenraten von mehreren Gigabyte pro Sekunde im Endkundenbereich für die Praxis kaum eine Rolle spielen.

Im Desktop-Segment dürfte es aber noch bis Ende 2020, wenn nicht gar Anfang 2021 dauern, bis wir PCI-Express 4.0 bei Intel sehen werden. Comet Lake-S soll in der ersten Jahreshälfte 2020 erscheinen und bis zu zehn Skylake-Kerne anbieten können – allerdings keine Unterstützung für PCI-Express 4.0. Ob und wann es die ersten Desktop-Prozessoren auf Basis von Ice Lake geben wird, ist nicht bekannt. Derzeit sieht es so aus, als wäre Tiger Lake als Nachfolger von Ice Lake im mobilen Segment ein heißer Kandidat für den ersten Prozessor mit PCI-Express-4.0-Unterstützung im Jahre 2020. Allerdings sprechen wir hier zunächst von den mobilen Varianten und keiner Desktop-Serie.

AMD auf breiter Linie mit PCI-Express 4.0 im Angebot

Anders sieht es bei AMD aus. Hier waren die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation die ersten, die ab Sommer 2019 PCI-Express 4.0 anbieten konnten. Im Spätsommer folgten die EPYC-Prozessoren der zweiten Generation. Die 128 PCI-Express-Lanes nach 4.0-Standard sind einer der großen Vorteile der Serverplattform von AMD. Ende November folgten die Ryzen-Threadripper-Prozessoren der dritten Generation für das HEDT-Segment.

Allesamt verwenden diese Prozessoren einen I/O-Die in zwei Ausbaustufen – samt Controller für PCI-Express 4.0. AMD hat das schnellere Interface also in breiter Fläche eingeführt. Über die Relevanz im Desktop lässt sich aber trefflich streiten. Eine hohe Datenübertragungsrate ist das Eine, aber wie oft werden mehrere Gigabyte an Daten von einem auf ein anderes Laufwerk kopiert oder verschoben und beide sind per PCI-Express 4.0 angebunden? Für das Datacenter hingegen ist AMDs Angebot an PCI-Express 4.0 deutlich größer von Vorteil.

Intel wird die Optane SSDs der zweiten Generation alias Alder Stream wohl erst einführen, wenn auch die dazugehörigen Plattformen verfügbar sind.

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