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Cannes 2017: Filmfestival bietet erstmals Amazon und Netflix eine Bühne

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festival de cannes logo Das Festival de Cannes, umgangssprachlich meistens einfach nur Cannes genannt, ist international renommiert. Hier feiern neben bekannteren Hollywood-Filmen oft auch kleinere Independent-Filme ihre Premiere. Eine gute Annahme in Cannes kann den Erfolg eines Films durchaus entscheidend mitbestimmen. 2017 markiert dabei für das französische Filmfestival allerdings einen besonders spannenden Wendepunkt. Denn erstmals bietet man auch den beiden größten Streaming-Anbietern, Amazon und Netflix eine breite Bühne.

Generell trägt man zudem dem aktuellen „Golden Age of Television“ (goldenen Zeitalter des Fernsehens) Rechnung. So werden in Cannes nämlich auch erstmals die beiden ersten Episoden der neuen Staffel von David Lynchs („Lost Highway“) „Twin Peaks“ gezeigt. Die amerikanische Serie wird beim Sender Showtime im Mai 2017 Premiere feiern. In Deutschland hat sich bereits Sky die Rechte für die zeitnahe Erstausstrahlung gesichert.

Netflix ist in Cannes erstmals durch seine Produktionen „The Meyerowith Stories“ mit Ben Stiller und Adam Sandler sowie „Okja“ des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon-Ho („Snowpiercer“) mit Jake Gyllenhaal und Tilda Swinton vertreten. Amazon wiederum kredenzt den Cannes-Besuchern „Wonderstruck“ von Regisseur Todd Haynes („Velvet Goldmine“) sowie „You Were Never Really Here“ von Lynn Ramsay („We need to talk about Kevin“). In den Vereinigten Staaten werden die Filme von Amazon und Netflix sogar in ausgewählten Kinos laufen, bei uns dürften sie wohl erst später direkt über die Streaming-Anbieter ihre Premiere feiern.

Natürlich sind aber noch viele weitere Filme im Programm des Filmfestivals zu sehen: Etwa Sofia Coppolas („Lost In Translation“) „The Beguiled“ oder Michael Hanekes („Amour“) „Happy End“. Zur Eröffnungsnacht des Festivals im Mai wird es wiederum den Film „Ismael‘s Ghosts“ des französischen Regisseurs Arnaud Desplechin („Der Wald“) zu sehen geben.

Es ist insgesamt spannend, wie die Streaming-Anbieter Amazon und Netflix, mittlerweile mit neuem Bewertungssystem, gerade im Bereich der Filmfestivals, auf denen es traditionell weniger um Mainstream-Blockbuster geht, immer ernster genommen werden. Hier zeigt sich dann ein Paradigmenwechsel, welcher nicht nur den beiden Unternehmen, sondern auch den jüngeren Teilen des Publikums zusagen dürfte.