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Huawei stellt Kirin 990 mit integriertem 5G-Modem vor

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huaweiHuawei hat während der IFA 2019 erstmals seinen neuesten mobilen Prozessor Kirin 990 vorgestellt. Wie auch in den vergangenen Jahren, wurde der SoC von der eigenen Tochter HiSilicon entwickelt und wird wohl in den kommenden Flaggschiffs wie dem Mate 30 Pro oder P40 Pro verbaut sein. Der mobile Prozessor bietet neben acht Rechenkernen auch ein integriertes 5G-Modem, womit der Hersteller das Modem nicht mehr durch einen zusätzlichen Chip im Smartphones verbauen muss.

Die Basis des Kirin 990 bilden insgesamt acht Rechenkerne. Dabei greift man auf das Big/Middle/Little-Prinzip zurück. Damit stehen dem Nutzer zwei Hochleistungskerne in Form der Cortex-A76-Kerne zur Verfügung, die mit bis zu 2,86 GHz arbeiten. Zwei weitere A76-Kerne rechnen mit 2,36 GHz und vier stromsparende A55-Kerne werden mit 1,95 GHz betrieben. Je nach Auslastung des Prozessors werden damit unterschiedliche Kerne genutzt und somit die Effizienz des SoCs gesteigert. 

Für die Grafikberechnungen greift der Hersteller auf eine nicht näher benannte Mali-GPU mit 16 Kernen zurück. Diese soll im Vergleich zum Vorgänger Kirin 980 mehr Leistung bieten. Die genaue Taktfrequenz der GPU lässt der Hersteller allerdings offen

Als Highlight des Kirin 990 nennt Huawei die Integration des selbst entwickelten 5G-Modems. Dadurch kann das Smartphone mit dem 5G-Netz umgehen und ist außerdem auch abwärtskompatibel zu LTE und UMTS. In der Spitze könnten laut Hersteller damit bis zu 2,3 Gbit/s im Downstream und 1,25 Gbit/s im Upstream erreicht werden. Allerdings funkt das 5G-Modem lediglich in Bereichen unter 6 GHz und verzichtet damit auf höhere mm-Wave-Frequenzen. Diese Entscheidung sei auf den noch geringen Ausbau des 5G-Netzes zurückzuführen. Huawei habe sich stattdessen dazu entschieden, den LTE- und 5G-Träger zu bündeln und damit die Bandbreite stabiler zu gestalten.

Der Kirin 990 kann darüber hinaus mit zwei SIM-Karten umgehen, allerdings steht das 5G-Netz lediglich bei einer SIM-Karte zur Verfügung, während die zweite maximale mit LTE betrieben werden kann. Gefertigt wird der mobile Prozessor von TSMC im 7-nm-Verfahren. Außerdem plant man auch einen Kirin 990 ohne integriertes 5G-Modem in den Handel zu bringen, der dann lediglich mit LTE umgehen kann.

Das erste Gerät mit dem Kirin 990 wird wohl das Mate 30 Pro werden. Das Gerät wird vom Hersteller am 19. September vorgestellt. Allerdings bleibt derzeit noch unklar, ob das Smartphone überhaupt mit den Google-Diensten ausgeliefert wird oder eine Veröffentlichung für Europa aufgrund fehlender Android-Lizenz nach hinten verschoben werden muss.