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OpenAI und Amazon haben am Freitag eine weitreichende strategische Partnerschaft verkündet, deren Gesamtvolumen sich in einer Dimension bewegt, die selbst im Maßstab des KI-Booms beispiellos ist. Amazon investiert 50 Milliarden US-Dollar direkt in OpenAI – zunächst 15 Milliarden US-Dollar sofort, gefolgt von weiteren 35 Milliarden US-Dollar, sobald vertraglich vereinbarte Bedingungen erfüllt sind. Gleichzeitig erweitern OpenAI und Amazon Web Services (AWS) das bereits im November geschlossene und 38 Milliarden US-Dollar schwere Cloud-Abkommen um zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von acht Jahren.
Bereits die im November getroffene Vereinbarung galt als einer der größten Infrastrukturverträge der KI-Branche. OpenAI begann damals mit der Nutzung der AWS-Infrastruktur, aufgebaut auf Hunderttausenden von NVIDIA-GPUs (H200 und GB300), um ChatGPT-Antworten und das Training neuer Modelle zu beschleunigen. Der nun angekündigte Aufschlag in dreistelliger Milliardenhöhe entspricht noch einmal mehr als dem Doppelten.
Besonders bemerkenswert: Das neue Abkommen beinhaltet, dass OpenAI rund zwei Gigawatt Rechenkapazität aus Amazons eigenen Trainium-Chips beziehen will – eine direkte Abkehr von der bisherigen ausschließlichen NVIDIA-Abhängigkeit. Trainium ist Amazons selbstentwickelter KI-Chip, der im Rechenzentrumsbereich auf Effizienz und große Durchsätze ausgelegt ist und mit dem Amazon als Konkurrent zu NVIDIA im KI-Chip-Markt auftreten will. Die Vereinbarung umfasst sowohl die aktuellen Trainium3-Chips als auch die für 2027 angekündigten Trainium4-Prozessoren, die deutlich höhere FP4-Rechenleistung, mehr Speicherbandbreite und mehr High‑Bandwidth‑Memory bieten sollen.
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Die Partnerschaft geht aber weit über reine Rechenkapazität hinaus: AWS wird künftig der exklusive Drittanbieter für OpenAI Frontier – eine neue Enterprise-Plattform, die auf OpenAIs leistungsfähigsten Modellen basiert. Außerdem vereinbarten beide Unternehmen die gemeinsame Entwicklung maßgeschneiderter KI-Modelle, die direkt in Amazons eigene Kundenprodukte integriert werden sollen – von Alexa über Amazon Business bis hin zu AWS-Diensten.
Gemeinsam wollen beide Unternehmen eine sogenannte "Stateful Runtime Environment" entwickeln. Im Gegensatz zu klassischen, zustandslosen KI-Anfragen, bei denen jede Interaktion von vorne beginnt, kann diese Kontext speichern, sich an frühere Arbeitsschritte erinnern und über mehrere Softwaretools und Datenquellen hinweg arbeiten und Rechenleistung gezielt abrufen.
Für Amazon ist das ein strategischer Doppelschlag: Als größter Cloud-Anbieter der Welt gewinnt AWS einen der wichtigsten KI-Kunden und sichert sich gleichzeitig direkten Zugang zu OpenAIs fortschrittlichsten Modellen, um eigene Produkte aufzuwerten. Nimmt man dann noch die bereits beschlossenen Investitionen von NVIDIA, Softbank und Co. mit dazu, kommt man auf eine Investitionsrunde, bei der OpenAI mit rund 940 Milliarden US-Dollar bewertet wird.
Die Partnerschaft dürfe diesen Weg in Richtung IPO weiter beschleunigen.