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In den vergangenen Tagen zeigten sich einige Zerwürfnisse oder womöglich auch nur Fehler in der Kommunikation und Informationen, die missinterpretiert wurden. Aber es wird auch einmal mehr deutlich, wie empfindlich die Märkte und beteiligten Unternehmen sind, wenn die gewaltigen und gegenseitigen Investitionen hinterfragt werden.
Wir wollen einmal versuchen, das Geschehene etwas besser einzuordnen. Bei seinem Besuch in Taiwan reagierte NVIDIAs CEO Jensen Huang auf einen Bericht des Wall Street Journal, wonach die geplanten Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in einer strategischen Partnerschaft zwischen OpenAI und NVIDIA auf Eis liegen sollen.
Nach dem Bericht kritisierte er OpenAIs Geschäftsmodell für mangelnde Disziplin und äußerte Besorgnis über den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Google und Anthropic.
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Darauf in Taiwan angesprochen, reagierte Huang gereizt. Man habe nie die volle Summe von 100 Milliarden US-Dollar bestätigt. Es gäbe keine Verpflichtungen im Rahmen der Partnerschaft, vielmehr habe OpenAI das Unternehmen NVIDIA dazu eingeladen, bis zu 100 Milliarden US-Dollar zu investieren – ohne dass NVIDIA diese Summe im vollen Umfang verpflichtend wahrnehmen wolle. Laut Jensen Huang wolle man schrittweise vorgehen.
Ein wenig später sagte er dann:
Medien und Märkte waren trotz der zweiten Einordnung durch NVIDIA gefühlt in Panik und schnell war erkennbar, dass alle beteiligten Unternehmen plötzlich sehr bemüht waren, sich deutlicher auszudrücken und keinerlei Zweifel an der jeweiligen Partnerschaft aufkommen zu lassen.
Aber noch bevor sich OpenAI zu diesem Thema äußern konnte, meldete Reuters, dass man bei OpenAI unzufrieden mit einigen der neuesten KI-Chips von NVIDIA sei und suche seit letztem Jahr nach Alternativen. Der Grund liegt in NVIDIAs zunehmender Fokussierung auf Inference-Chips – Chips, die spezifische Elemente des KI-Inferenz-Prozesses ausführen, wenn KI-Modelle wie ChatGPT auf Kundenanfragen reagieren. Während NVIDIA bei Trainings-Chips für große KI-Modelle dominiert, hat sich Inference zu einem neuen Wettbewerbsfeld entwickelt. Wohl auch im Hinblick auf die Inferencing-Leistung gingen OpenAI und Cerebras eine Partnerschaft ein, die aber wohl erst 2028 erste Früchte tragen wird. Zudem soll OpenAI bei Broadcom einen eigenen Chip in Auftrag gegeben haben.
Die Situation wird zusätzlich durch gescheiterte Investitionsgespräche zwischen den beiden Unternehmen kompliziert. Deren Auswirkungen zeigen sich in den Aussagen von NVIDIA CEO Jensen Huang. Statt schnell abgeschlossen zu werden, zogen sich die Verhandlungen über Monate hin. In der Zwischenzeit hat OpenAI Partnerschaften mit AMD und eben erwähnten anderen für GPU-Alternativen abgeschlossen.
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Sam Altman zeigte sich daraufhin aber sehr bemüht, die Wogen zu glätten. Man liebe es, mit NVIDIA zusammenzuarbeiten, und NVIDIA habe auch die besten KI-Chips der Welt. Man hoffe, ein großer Kunde von NVIDIA zu werden.
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Es ist eine gewisse Vorsicht zu spüren, nichts Falsches zu sagen und den Kritikern des KI-Booms keine Argumente zu liefern. Der Kreislauf an Multi-Milliarden-Investitionen hat kritische Marktbeobachter aber längst vorsichtiger werden lassen. Nicht nur OpenAI, NVIDIA, Microsoft, Oracle, Meta, Amazon, AMD oder SoftBank investieren Milliardensummen in neue Hardware und strategische Partnerschaften. Auch die dahinterliegende Fertigung der Chips bei TSMC, Samsung, SK Hynix, Micron und Co. hat sich auf den Boom eingestellt und investiert kräftig. Hinzu kommen die Service-Dienstleister für die Rechenzentren wie Crusoe, CoreWeave, Northern Data, Applied Digital und ergänzende Infrastruktur-Player, die ebenfalls aktuell nur eine Richtung kennen: maximaler Ausbau der Ressourcen, um so viele Marktanteile wie möglich abzugreifen.
Wie schnell dabei Dinge aus dem Ruder laufen können, zeigen die fast schon gereizten Reaktionen von NVIDIA. Aber auch jeder Medienbericht, welcher auch nur andeutet, die KI-Blase könnte kurz vor dem Platzen sein, wird direkt von allen Seiten angegriffen.
Eine gewisse Nervosität ist dabei spürbar – bei nahezu allen beteiligten Unternehmen. Noch gibt es kein sicheres Fundament an bezahlten Services und Nutzern, welches die mehreren hundert Milliarden US-Dollar, die bereits investiert wurden und die noch investiert werden sollen, auch wieder refinanzieren kann. Genau wie jedes Unternehmen und jeder Investor an der Spitze dabeisein möchte, so möchte aber auch niemand am Ende, sollten die KI-Strategiepläne nicht aufgehen, derjenige sein, der die Rechnung bezahlen muss.
Sollte das Kartenhaus zusammenbrechen, dürften die Auswirkungen auf die Wirtschaft gewaltig sein. Zu viel Geld ist bereits geflossen, als dass diese Investitionen einfach so abgeschrieben werden können. Zahlreiche Unternehmen dürften dann in eine wirtschaftlich schwierige Lage kommen.
Dass die Preise von Arbeitsspeicher, Grafikkarten und anderer PC-Hardware dann wieder fallen könnten, dürfte einer der wenigen positiven Aspekte sein.