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Nach glänzenden Quartalszahlen: Amazon-Chef Jeff Bezos tritt ab

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amazonFür Mitarbeiter und Anleger von Amazon war der gestrige Abend sicher sehr ereignisreich – nicht nur, weil der Konzern nach US-Börsenschluss seine neusten Quartalszahlen offenlegte, sondern auch weil Jeff Bezos sein Rücktritt aus der Chefetage überraschend ankündigte. Im Sommer wird es einen Machtwechsel in der Führungsriege von Amazon geben.

Für den weltgrößten Onlinehändler lief das Schlussquartal 2020 überaus hervorragend. Im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember knackte Amazon beim Umsatz erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Stolze 125,56 Milliarden US-Dollar könnte der Konzern dank des Bestellbooms zur Weihnachtszeit während der Corona-Pandemie erlösen, was im Jahresvergleich einem Anstieg von stolzen 44 % bedeutet. Vor allem im internationalen Geschäft zogen die Umsatzerlöse deutlich an und kletterten um fast 57 % auf rund 37,47 Milliarden US-Dollar. Im Heimatland stiegen diese um 40 % auf etwa 75,35 Milliarden US-Dollar.

Ebenfalls einen deutlichen Anstieg verzeichnen konnte die Cloud-Sparte AWS. Hier stiegen die Umsätze im Jahresvergleich um fast 28 % auf 12,74 Milliarden US-Dollar. Sie ist weiterhin höchst profitabel, denn operativ steuerte die Sparte mehr als 3,56 Milliarden US-Dollar zum Konzerngewinn bei. Der belief sich im letzten Quartal 2020 auf insgesamt rund 6,87 Milliarden US-Dollar und konnte im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt werden. 

Im Gesamtjahr 2020 verdiente der Onlinehändler sogar einen Nettogewinn in Höhe von rund 21,33 Milliarden US-Dollar und markierte damit nicht nur einen Höchststand in der Geschichte des Unternehmen, sondern strich außerdem einen hohen Anstieg um fast 84 % ein. Die Gesamtumsätze beliefen sich während des gesamten Jahresverlaufs auf 363,17 Milliarden US-Dollar. Damit konnte Amazon die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Amazon-Chef tritt zurück

Im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen gab Firmengründer Jeff Bezos überraschend auch seinen Rücktritt an und wird den Chefposten im Sommer an den bisherigen AWS-Chef Andy Jassy übergeben. Bezos hatte die Zügel bei Amazon mehr als Vierteljahrhundert lang in der Hand, als er vor rund 27 Jahren das Unternehmen in einer Garage bei Seattle gründete. Seitdem stieg der Konzern zu einem der größten Onlinegiganten auf und knackte nach Apple als zweites börsennotiertes Unternehmen die Billionenmarke bei der Marktkapitalisierung. Amazon ist einer der wertvollsten Unternehmen der Wallstreet. 

Ganz aufhören wird Bezos jedoch nicht. Er will dem Konzern als geschäftsführender Vorsitzende des Verwaltungsrates erhalten bleiben und somit auch künftig viel Einfluss auf die Geschehnisse bei Amazon haben. Der 57-Jährige will sich ohnehin nicht zur Ruhe setzen, sondern die dadurch gewonnene Zeit anderen Projekten und Initiativen widmen, wie seinen eigenen Stiftungen oder der Raumfahrtfirma Blue Origin.

Anleger nahmen die Nachricht am Abend gefasst auf und hielten das Papier im nachbörslichen Handel auf einem stabilen Kurs.