Seite 1: Hardwareluxx Weihnachtsempfehlungen 2020

Hardwareluxx Weihnachten 2020Auch vor dieser ungewöhnlichen Adventszeit hat die Hardwareluxx-Redaktion die Köpfe (natürlich mit Abstand) zusammengesteckt und die diesjährigen Weihnachtsempfehlungen diskutiert. Das war nicht immer ganz einfach, denn die letzten Monate waren auch für uns ungewöhnlich. Es wurde zwar viele neue Hardware gezeigt, sie war aber nicht immer verfügbar.  Bei der weihnachtlichen Hardware-Jagd gehört in diesem Jahr also etwas Glück dazu. Unser Redaktionsteam hat die interessantesten Prozessoren, die schnellsten Grafikkarten, die neuen Storage-Lösungen und vieles mehr zusammengetragen. Welches Produkt sich unter dem Tannenbaum lohnt? Wir klären auf!

Prozessor-Empfehlungen:

Für Multicore-Fans: AMD Ryzen Threadripper 3990X

Mit seinen Ryzen-Threadripper-Prozessoren begann AMD im August 2017 die Jagd nach möglichst vielen CPU-Cores für den Endanwender und brachte in diesem Jahr mit dem Ryzen Threadripper 3990X schließlich sein neuestes Flaggschiff. Stolze 64 Kerne und 128 Threads legt er in die Waagschale, zählt so zu den kernstärksten Prozessoren überhaupt, ist aber ein echtes Nischenprodukt für eine ganz besondere Zielgruppe, denn für Spieler oder gar nur einfache Alltagsarbeiten ist er schlichtweg zu überdimensioniert, mit einem Preis von fast 3.650 Euro alles andere als ein Schnäppchen. 

Technisch gesehen hat der schnellste Threadripper viel mit dem Ryzen Threadripper 3970X und 3960X gemein, den AMD zusammen mit der TRX40-Plattform vor etwa einem Jahr vorgestellt hatte, die aber noch auf 32, bzw. 24 Kerne beschränkt waren. Damit baut er weiterhin auf der Zen-2-Architektur auf und bietet einen integrierten Quadchannel-DDR4-Speichercontroller sowie bis zu 64 PCIe-4.0-Lanes. Trotz der Verdoppelung bei den Cores und Caches sortiert AMD sein aktuelles Threadripper-Flaggschiff in der 280-W-TDP-Klasse ein, womit die Taktraten zumindest im Boost leicht nach unten korrigiert werden mussten. 

Der AMD Ryzen Threadripper 3990X arbeitet mit mindestens 2,9 GHz und geht per Boost auf bis zu 4,3 GHz hoch. Zum Vergleich: Beim 32 Kerne starken Ryzen 3970X waren es noch bis zu 4,5 GHz, beim Ryzen 9 5950X sind es sogar bis zu 4,9 GHz.

Vor allem für kleinere Filmstudios, die mit vielen Spezialeffekten in der Postproduktion arbeiten, ist der AMD Ryzen Threadripper 3990X ein echter Gewinn. Aber auch für Profis, die ihre Workstation täglich mit aufwendigen Rechenarbeiten wie eben dem Video-Rendering oder dem Software-Compiling füttern, ist der 64-Kerner eine Empfehlung. Alle anderen werden sich schwer tun, das Kernmonster tatsächlich auszulasten. 

Hardwareluxx-Test: AMD Ryzen Threadripper 3990X im Test: Mit 128 Threads auf den Multi-Threaded-Thron

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen Threadripper 3990X
Nicht verfügbar 4.199,90 Euro Ab 3.999,84 EUR


Der Allrounder im High-End: AMD Ryzen 9 5950X

Mit einem Preis von etwa 850 Euro deutlich günstiger ist der AMD Ryzen 9 5950X, dessen Plattform-Kosten dank AM4-Sockel im Gegensatz zum Threadripper-Modell ebenfalls deutlich niedriger ausfallen. Dafür stehen mit 16 Kernen und 32 Threads immer noch mehr als genug Kerne zur Verfügung, um selbst im professionellen Umfeld eine hohe Power bieten zu können. Das AM4-Spitzenmodell ist erst seit Anfang November im Handel erhältlich und baut somit auf der neuen Zen-3-Architektur auf, die vor allem bei der Single-Core- und Spieleleistung gehörig aufholen und damit auch die letzte Intel-Bastion zu Fall bringen konnte. Die Ryzen-5000-Generation bietet eine hohe Spieleleistung, viel Multicore-Power und das viel bessere Preis-Leistungs-Verhältnis als die Konkurrenz. 

Der AMD Ryzen 9 5950X kann im Turbo bis zu 4,9 GHz erreichen und schlägt damit sogar den kleineren Ryzen 9 5900X mit zwölf Kernen. Der Basistakt liegt hingegen bei 3,4 GHz, der L3-Cache beläuft sich auf 64 MB, die TDP-Klasse auf 105 W.

Wie sein Vorgänger unterstützt auch AMDs Ryzen 5000 DDR4-3200 im Dualchannel-Betrieb, hat 24 PCIe-Gen4-Lanes und wird im 7-nm-Verfahren produziert. Preislich muss man rund 850 Euro für den Ryzen 9 5950X einplanen.

Hardwareluxx-Test: Generations-Nachzügler: AMD Ryzen 9 5950X und Ryzen 7 5800X im Test

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 9 5950X
809,00 Euro 839,00 Euro Ab 809,00 EUR


Günstiger 10-Kern-Einstieg: Intel Core i9-10850K

Mit dem Intel Core i9-10850K reduziert sich die Kernanzahl innerhalb unserer Weihnachts-Empfehlungen weiter. Für den Sockel LGA-1200 sind derzeit zehn Kerne und 20 Threads das Maximum, was auch unsere Empfehlung aus der Comet-Lake-S-Reihe zu bieten hat. Gegenüber dem Intel Core i9-10900K als amtierendes Spitzenmodell der Plattform sinkt auf dem Papier eigentlich nur der Takt. So fallen der Basis-Takt, Single-Core-Boost, Max Turbo 2.0 und der Thermal Velocity Boost um 100 MHz niedriger aus, wohingegen die TDP-Spezifikationen weiterhin 125 W beträgt und damit sogar über den deutlich kernstärkeren Ryzen-Prozessoren liegt. Selbst das PL1 und Tau bleiben gegenüber dem Spitzenmodell identisch. 

Nicht aber der Preis: Der fällt von rund 514 Euro auf nur 419 Euro deutlich ab, womit der Core i9-10850K klar das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bei nur unwesentlich niedriger Performance bietet und somit perfekt für unsere nächste Weihnachts-Empfehlung ist.

Seinen Platz nimmt der Intel Core i9-10850K im LGA-1200-Sockel mit Z490-Chipsatz, der 16 PCI-Express-Lanes zur Anbindung einer Grafikkarte zur Verfügung stellt und noch auf den 3.0-Standard vertraut, dafür schon 2,5Gbe bietet. Der Speichercontroller kommt mit DDR4-2933 zurecht. Insgesamt ist der Intel Core i9-10850K ein sehr schneller Gaming-Prozessor, der nur geringfügig langsamer als das amtierende Spitzen-Modell der Comet-Lake-S-Familie ist. Im Preisvergleich ist er derzeit für 419 Euro erhältlich.

Hardwareluxx-Test: Günstiger 10-Kern-Einstieg: Intel Core i9-10850K im Test

Preise und Verfügbarkeit
Intel Core i9-10850K Avengers Edition
Nicht verfügbar 381,49 Euro Ab 376,00 EUR


Älterer Vertreter mit acht Kernen: Der Ryzen 7 3700X

Die Ryzen-5000-Generation ist noch recht jung und besteht aktuell aus nur vier Modellen. Der Einstieg beginnt zwar schon bei rund 250 Euro für den Ryzen 5 5600X, der bietet mit sechs Kernen jedoch etwas weniger Recheneinheiten als unsere nächste Empfehlung. Denn für etwa 20 Euro mehr bekommt man beim Ryzen 7 3700X gleich acht Kerne und 16 Threads, was die Multicore-Performance deutlich erhöht, für den Spieler jedoch einen kleinen Nachteil bei der Single-Core- und Spieleleistung nach sich zieht, denn die Vorgänger-Generation basiert noch auf der Zen-2-Architektur. In der Praxis dürften sich die Unterschiede jedoch in Grenzen halten, zumal beim Spielen ohnehin die Grafikkarte die entscheidendere Komponente ist.

AMDs Ryzen 7 3700X bietet acht Kerne, die sich mit Taktraten von 3,6 bis 4,4 GHz ans Werk machen und auf einen 32 MB großen L3-Cache zurückgreifen können. Die TDP wird mit reduzierten 65 W angegeben, womit sich das Modell als vergleichsweise effizient erweist. 

Wie die aktuellen Ryzen-Prozessoren nimmt auch der Ryzen 7 3700X in der AM4-Plattform Platz und bietet in der dritten Generation 24 PCI-Express-4.0-Lanes, wovon vier für die Anbindung des Chipsatzes reserviert sind und somit 16+4 für die Anbindung der Grafikkarte und weiterer Komponenten wie einer SSD übrigbleiben. An Speicher wird DDR4-3200 unterstützt. Rund 270 Euro werden aktuell für den AMD Ryzen 7 3700X im Preisvergleich ausgerufen.

Hardwareluxx-Test: AMDs Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X im Test

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 7 3700X
268,00 Euro 299,90 Euro Ab 268,00 EUR


Ohne K ein guter Allrounder: Der Intel Core i5-10400F

Als Non-K-Modell hat der Intel Core i5-10400F gleich mehrere Besonderheiten: So verzichtet er nicht nur auf den nach oben hin geöffneten Multiplikator und lässt sich damit etwas schwerer übertakten, in der Regel setzt Intel außerdem je nach Batch nicht mehr auf den großen 10-Kern-Die, bei dem einfach nur vier Kerne und die integrierte Grafikeinheit abgeschaltet werden, was die Leistungsaufnahme und Abwärme weiter minimiert. 

Der Intel Core i5-10400F bietet sechs Kerne und ein aktives HyperThreading, womit insgesamt zwölf Threads zur selben Zeit verarbeitet werden können. Dank der weggefallenen Grafiklösung sinkt die TDP auf sparsame 65 W, das LP2 kann kurzzeitig jedoch auch bei 134 W liegen. Das Speicherinterface ist auf DDR4-2666 beschnitten und damit etwas langsamer als bei den größeren Core-i7-Modellen. Die sechs Comet-Lake-S-Kerne machen sich mit einem Basis- und Turbo-Takt von 2,9 bis 4,3 GHz an Werk, der L3-Cache der 14-nm-CPU beläuft sich auf 12 MB. 

Preislich muss man für den Intel Core i5-10400F derzeit nur knapp 145 Euro investieren, womit das kleine Intel-Modell in vielen unserer Tests in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis immer sehr weit oben mitspielt. 

Hardwareluxx-Test: Ohne K ein guter Allrounder: Der Intel Core i5-10400F im Test

Preise und Verfügbarkeit
Intel Core i5-10400F
179,00 Euro 182,34 Euro Ab 167,75 EUR


Klein aber fein: Der AMD Ryzen 3 3100

Mit der Vorstellung des AMD Ryzen 3 3300X und Ryzen 3 3100 rundete AMD die Matisse-Familie im Mai weiter nach unten hin ab. Die beiden Einsteiger-CPUs nehmen weiterhin im aktuellen AM4-Sockel Platz, eignen sich jedoch vor allem in Verbindung mit dem B550-Chipsatz am besten, da dieser etwas günstiger als die X570-Varianten angeboten wird. Der AMD Ryzen 3 3100 ist mit Blick auf seine Leistung und vor allem sein Overclocking-Potential unsere diesjährigen Einsteiger-Empfehlung.

Er bietet insgesamt vier Zen-2-Kerne mit SMT für acht Threads an, womit das Hyper-Threading-Feature ein Novum im Generationsvergleich ist. PCI-Express-4.0-Support gibt es ebenso wie DDR4-3200-Unterstützung und einen nach oben hin geöffneten Multiplikator. Über Letzteren kann der Prozessor ganz einfach übertaktet werden, was in der Praxis sogar recht gut funktioniert. Denn während die kernstärkeren Modelle der Ryzen-5- bis Ryzen-9-Familie stark am Limit arbeiten und sich teilweise überhaupt nicht außerhalb der spezifizierten Höchstfrequenzen betreiben lassen, sind bei ihm ein paar hundert Megahertz mehr drin. 

Standardmäßig beläuft sich der Basis- und Boost-Takt auf 3,6 bis 3,9 GHz. Der L3-Cache fasst 16 MB an Daten. Preislich muss man nur knapp 90 Euro für das Einsteiger-Modell investieren.

Hardwareluxx-Test: AMD Ryzen 3 3300X und Ryzen 3 3100 im Test: Kleine Ryzen für Gamer ganz groß

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 3 3100
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar