Seite 3: Prozessorkühlung, Grafikkartenkühlung, Netzteil

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Für den ersten Schritt der hardwareseitigen Lautstärkeoptimierung haben wir unser Problemsystem offen aufgebaut und nach und nach laute Komponenten durch leisere Alternativen ersetzt.

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Um festzustellen, wie wirkungsvoll der Austausch einzelner Komponenten ist, wurde die Lautstärke aus 20 cm Abstand mit einem Schallpegelmessgerät von Voltcraft (SL-400) gemessen.

Prozessorkühlung

Wird ein Prozessor als Boxed-Modell gekauft, liefern AMD und Intel einen Prozessorkühler mit. Die überwiegend einfach gestalteten Kühler sind zumindest im Lastbetrieb auf hochdrehende Lüfter angewiesen, die entsprechend laut werden. Das gilt auch für den Boxed-Kühler, der den AMD Octa-Core-Prozessor des Beispielsystems zu kühlen versucht.

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Wir haben den Boxed-Kühler deshalb durch einen Dark Rock 2 von be quiet! ersetzt. Prinzipiell bietet jeder aktuelle Towerkühler im Vergleich zum Boxed-Kühler eine massive Steigerung der Kühlleistung. Die Temperaturunterschiede zwischen den gehobenen Modellen sind dabei fast zu vernachlässigen. Für den Silentbetrieb wichtiger ist das Gesamtpaket aus Kühler und Lüfter. Der Dark Rock 2 wird mit einem 135-mm-SilentWings-Lüfter ausgeliefert, der durch einen Gummiring vom Kühler entkoppelt wird. Dieser PWM-Lüfter läuft mit bis zu 1300 U/min, kann aber auch weit heruntergeregelt werden und wird dann sehr leise. 

Mit dem Boxed-Kühler mussten wir unter CPU-Last eine Lautstärke von rund 45 dB(A) messen. Mit dem Dark Rock 2 (alle anderen Komponenten wurden für diese Messung passiv gekühlt) fällt die Lastlautstärke bei automatischer Lüftersteuerung auf 36,8 dB(A). Praktisch ist statt eines lauten Orkans nur noch ein zartes, leises Luftrauschen zu hören. Im Leerlauf sinkt die Lautstärke sogar auf 34 dB(A), der Lüfter ist so gut wie unhörbar. Im Kühlungsbereich haben wir weitere Prozessorkühler getestet.

Grafikkartenkühlung

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Nachdem der Prozessorkühler als Lärmquelle eliminiert wurde, stachen die beiden Lüfter der ASUS-Grafikkarte störend hervor. Weil ASUS den Regelbereich nach unten sperrt, ließen sich die Lüfter nicht so weit herunterregeln, wie es für ein flüsterleises System nötig wäre. Die naheliegende Lösung wäre die Montage eines alternativen Grafikkartenkühlers wie des Prolimatech MK-26. Aus Platzgründen konnten wir nicht auf diesen Kühler zurückgreifen, er hätte schlicht nicht in das kleine Lian Li-Gehäuse gepasst. Mancher andere Kühler fiel weg, weil er nur zu Grafikkarten im Referenzdesign kompatibel ist, ASUS aber das PCB dieser HD 6950 eigenentwickelt hat. Generell müssen Besitzer von Custom-Designs vor dem Kauf eines alternativen Grafikkartenkühlers genau auf die Kompatibilität achten. 

Schließlich haben wir einfach die Lüfterabdeckung und die Lüfter der Radeon HD 6950 DirectCU II entfernt und einen 140-mm-SilentWings 2-Lüfter von be quiet! mit Kabelbindern am Kühlkörper befestigt. Diese Eigenbaulösung hat ihre Nachteile: Der Luftstrom ist anders als mit den regulären Grafikkartenlüftern (vor allem die Spannungswandler werden weniger gekühlt), eine Lüftersteuerung von der Grafikkarte selbst nur mit Adapterlösungen möglich. Doch die Vorteile sind auch nicht von der Hand zu weisen. Neben den geringen Kosten überzeugt diese Lösung mit deutlich niedrigerer Lautstärke. Bei voller Drehzahl habe wir nur noch 34,8 dB(A) gemessen, auf 7 Volt heruntergeregelt reduzierte sich die Lautstärke auf kaum hörbare 34,2 dB(A). Weil der Lüfter ungeregelt läuft, kann diese Lautstärke auch im Lastbetrieb gehalten werden. Das auffällige Hoch- und Runterregeln eines automatisch gesteuerten Grafikkartenlüfters entfällt.

Generell ist zu beachten, dass Modifikationen an der Grafikkartenkühlung mit einem Garantieverlust verbunden sein können.