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Call of Duty: Modern Warfare angespielt

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call-of-duty-mwMit dem neusten Teil der Call-of-Duty-Reihe beabsichtigte die Spieleschmiede Infinity Ward wieder zu den Wurzeln der Reihe zurückzukehren und führte den in Black Ops 4 schmerzlich vermissten Story-Modus wieder ein. Dieser sorgte bereits im Vorfeld für reichlich Gesprächsbedarf. Allerdings war die Ursache hierfür keineswegs auf technische Innovationen zurückzuführen, sondern auf die Story des neuen Call of Duty: Modern Warfare. Diese ist nichts für sensible Menschen. 

Die Spieleschmiede setzt mit dem mittlerweile 16. Ableger auf eine realistische Simulation, die kein Blatt vor den Mund nimmt und auch Szenarien zeigt, die man sonst allenfalls Filmen kennt. Jedoch fühlen sich diese im Spiel sehr realistisch und authentisch an. Die Verkäufe können sich auf jeden Fall sehen lassen. Dem Publisher Activision gelang es innerhalb der ersten drei Tage einen Umsatz von rund 600 Millionen US-Dollar mit CoD: MW zu erzielen.

Aktuell lässt sich der Ego-Shooter auf dem PC, Sonys PlayStation 4 und Microsofts Xbox One daddeln. Auch bei den Anforderungen sorgte das Entwicklerstudio für Unmut unter den Gamern. So gab Activision bekannt, dass die PC-Version 175 GB an freiem Speicherplatz benötigt. Allerdings gaben die Entwickler kurze Zeit später zu Protokoll, dass es sich bei der Angabe um den benötigten Festplattenspeicher für das Game selbst und alle künftigen Erweiterungen sowie Updates handelt. Bei unserem Test mussten wir rund 130 GB herunterladen, um das Spiel zu installieren. Anschließend wurden Shader-Files für den Story-Modus und den Multiplayer benötigt, womit wir auf eine Gesamtgröße des Call-of-Duty-Modern-Warfare-Dateiordners von rund 116 GB kommen. 

Größere Probleme blieben aber zum Release des Shooters aus. Zwar konnte es bei einigen Xbox-Nutzern vorkommen, dass die Konsole sich aufhängte, ansonsten ließen sich weder in der Hardwareluxx-Community noch auf anderen einschlägigen Seiten Klagelieder von gefrusteten Call-of-Duty-Modern-Warfare-Spielern vernehmen. Zumindest bezüglich der "Technik". Zwar gibt es vereinzelte Meldungen über technische Probleme, jedoch bezieht sich die meiste Kritik auf Spielinhalte. Während unseres Tests ist Call of Duty: Modern Warfare nicht einmal abgestürzt. Wir hatten lediglich mit Rucklern in den Zwischensequenzen zu kämpfen.

Kampagne:

Nachdem alle benötigten Dateien heruntergeladen und installiert waren, konnte es endlich mit dem skandalträchtigen Story-Modus losgehen. Insgesamt erwarteten uns schließlich 14 Kapitel, um Mother Russia vor einem Giftgasanschlag zu bewahren. Aber von Anfang an. Los geht unser Abenteuer als Alex. Der SAS-Soldat übernimmt die Rolle des CIA-Agenten und ist somit der Repräsentant der Vereinigten Staaten von Amerika. In der zweiten Mission schlüpfen wir in die Rolle des Londoner Polizisten Kyle Gerrick und versuchen, einen Anschlag auf den Londoner Piccadilly Circus zu verhindern, der anschließend einem Kriegsgebiet gleicht. Im Laufe der Kampagne lernen wir weitere Charaktere wie Farah Karim und ihren Bruder kennen. 

Im späteren Verlauf steuern wir Farah zudem als Kind und müssen einen Soldaten mit einer Schere außer Gefecht setzen. Andere Missionen lassen uns eine Drohne steuern und in Schwarz/Weiß-Grafik einen russischen Flughafen inklusive Soldaten zerbomben. Realistischer geht es kaum, da ein echter Drohnenpilot ein ähnliches Bild auf seinem Monitor sehen dürfte. In einem weiteren Auftrag übernehmen wir zwar nicht die Steuerung einer Drohne, müssen aber mit einem Laserpointer entsprechende Ziele markieren und beobachten, wie die Raketeneinschläge die markierten Ziele zerbersten. Zudem betätigt sich der Spieler als Scharfschütze und muss dabei nicht nur die Entfernung zum Ziel mit einrechnen, sondern auch auf den Wind achten. Außerdem ist der Einsatz von Nachtsichtgeräten im Kampagnen-Modus notwendig, was für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt. 

Sobald Zivilisten oder die eigenen Mitstreiter vom Spieler liquidiert werden ist das Spiel umgehend vorbei. Dann geht es beim letzten Kontrollpunkt weiter. Allerdings kann es zum Beispiel bei einer Hausdurchsuchung vorkommen, dass die Zivilbevölkerung plötzlich das Feuer eröffnet. Des Weiteren kann es passieren, dass vermeintliche Zivilisten, die als menschlicher Schutzschild eines Terroristen herhalten, dem Feuergefecht zum Opfer fallen. Grundsätzlich gilt, dass darauf geachtet werden sollte, nicht als wilder Cowboy durch die Gegend zu ballern und alles was sich bewegt zu erschießen. Dies trifft natürlich auch auf den Einsatz von Granaten oder ähnlichem zu.

Multiplayer

Im Multiplayer erwarteten uns zunächst Loadouts. Hier lassen sich zwei Waffen und diverse Gadgets und Perks selektieren. Im Vergleich zu älteren Teilen der Serie ist der Umfang allerdings reduziert worden. Gerade für neue Spieler der Serie dürfte dies von Vorteil sein. Im Spiel selbst lassen sich bei guten Leistungen auf diversen unterschiedlichen Maps Extras abstauben. Dazu zählt unter anderem ein Upgrade beim Radar. Des Weiteren ist es beim Multiplayer von Call of Duty: Modern Warfare möglich, Anpassungen an den Waffen vorzunehmen. Hier ist der Hobby-Soldat unter anderem in der Lage, eine Erweiterung des Magazins oder das Hinzufügen eines Schalldämpfers vorzunehmen. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass besagte Upgrades erst erspielt werden müssen. Dies gelingt, indem der Spieler die entsprechende Waffe im Gefecht einsetzt. 

Bei den Multiplayer-Modi lässt sich neben "Team Deathmatch" oder "Feuergefecht" unter anderem "Bodenkrieg" auswählen. Hierbei können bis zu 64 Spieler gleichzeitig in die Schlacht ziehen. Die dafür vorgesehenen Maps sind allerdings dementsprechend in ihrer Größe angepasst. Somit sollte einem bewusst sein, dass es etwas Zeit in Anspruch nimmt, bis man sich wirklich auf den Maps auskennt. Dies gilt auch für die anderen Modi. Egal ob es sich dabei um den Piccadilly Circus oder einen Palast handelt. Es dauert etwas, bis man den Dreh raus hat und weiß, wie man sich auf der Map zu bewegen hat. 

Zudem erwarten die Hobby-Soldaten mit "Cyberangriff", “Hauptquartier” und vielen mehr noch weitere Modi im Call-of-Duty-Modern-Warfare-Multiplayer. Ob sich in Zukunft auch ein Battle-Royal-Modus in die Liste einreihen wird bleibt zunächst abzuwarten. Jedoch bestätigen erste Dataminer einen entsprechenden Modus für bis zu 200 Spieler.

Koop-Modus

Der Koop-Modus lässt sich am besten als Erweiterung der Kampagne beschreiben. Hier ist unter anderem das Überleben beziehungsweise das Abwehren eines feindlichen Angriffs das Ziel. Jedoch erwarteten uns auch Missionen, bei denen wir Geiseln befreien oder unsere Hacking-Skills spielen lassen mussten. Im Spiel selbst wird zwischen zwei Modi unterschieden. Zum einen lassen sich "Operations" spielen, hier geht es um Koop-Einsätze mit verschiedenen Zielen. Zum anderen gibt es "Missionen". Hierbei handelt es sich um kurze lineare Aufgaben, die erfüllt werden müssen. Alle PlayStation-4-Nutzer können zudem bis Oktober 2020 exklusiv den Modus "Survival" daddeln. Hier müssen sich die Spieler gegen eine Vielzahl von Gegnern durchsetzen, die scheinbar endlos auf die Hobby-Soldaten einprasseln.  

Mit den insgesamt sechs verfügbaren Klassen fördert Infinity Ward das Zusammenspiel der einzelnen Gamer, da jede Klasse ihre ganz eigenen Vorteile hat. Ob als Medic, der verletzte Soldaten versorgt, oder mit den Spezialisierungen Heavy oder Recon, ein ausgewogenes Vierer-Team kann im Koop-Modus einen erheblichen Vorteil bieten. 

Zudem lassen sich vor jeder Runde drei Versorgungskisten wählen. Besagte Kisten werden anschließend zufällig auf der Map platziert und enthalten unter anderem Waffen, die im späteren Gefecht äußerst nützlich sind. Im Koop-Modus stehen ebenfalls die gespeicherten Loadouts mitsamt Waffen-Attachments und Ausrüstungsgegenständen aus dem Multiplayer zur Verfügung.

Fazit

Auch wenn Call of Duty: Modern Warfare im Vorfeld gerade mit der Kampagne für viel Aufsehen und Kritik sorgte, muss man eindeutig festhalten, dass es sich bei der Story selbst und deren Umsetzung um harten Tobak handelt. Gerade die Kämpfe mit vielen Zivilisten sowie die Folterszenen oder die Flucht als Kind vor den Soldaten sind nichts fürs zartbesaitete Menschen, geschweige denn für Kinder oder Jugendliche. Die USK18-Einstufung ist auf jeden Fall gerechtfertigt. CoD:MW ist ohne Frage ein Spiel für Erwachsene, das viel Spaß machen kann. Wer schon immer in die Rolle eines Elitesoldaten, bzw. Geheimagenten schlüpfen und so realitätsnah wie möglich erleben wollte, wie sich das anfühlt, ist beim neuesten Teil der Call-of-Duty-Reihe genau richtig. 

Der Multiplayer ist etwas hektisch und unübersichtlich. In sämtlichen Ecken verstecken sich Spieler und in der Regel ist man auf sich allein gestellt und wird überrannt. Im Team und mit entsprechender Kommunikation kann das Ganze allerdings auch Spaß machen. Wild durch die Gegend zu rushen, ist jedoch eher kontraproduktiv. 

Beim Koop-Modus hingegen sorgen zwar der hohe Schwierigkeitsgrad und die unzähligen Gegner für gewisse Frustrationsmomente, mit dem richtigen Team kann man jedoch auch im Koop-Modus sehr viel Spaß haben. Gerade wenn man die Kampagne abgeschlossen oder diese bereits mehrfach durchgespielt hat, stellt der Koop-Modus eine interessante Abwechslung dar. 

Somit lässt sich Call of Duty: Modern Warfare allen Hobby-Agenten empfehlen, die weltweit auf Terroristenjagd gehen und dabei auch einen Blick auf die Schattenseiten dieser Welt werfen wollen. Zudem eignet sich der Ego-Shooter für Gamer, die keine stundenlangen Gaming-Sessions einlegen wollen, sondern gelegentlich mal zwei oder drei Runden zocken möchten. Die Länge der Missionen in der Kampagne ist ideal dafür, um nach einem anstrengenden Arbeitstag ganz entspannt vom eigenen Rechner aus die Welt zu retten.

Preise und Verfügbarkeit
Call of Duty: Modern Warfare (2019) (PS4)
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 54,95 EUR


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