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Supermicro 2029U-TR4T im Live-Betrieb: Performance-Übersicht

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Vor einigen Wochen berichteten wir bereits darüber, dass wir für unseren MySQL-Server ein größeres Hardware-Upgrade geplant haben. Unsere Datenbanken sollten auf einen brandneuen Supermicro 2029U-TR4T Server umziehen, ausgestattet mit 384 GB RAM und zwei Xeon Platinum 8280. Dieses Luxus-System wanderte vor ein paar Wochen endlich ins Rechenzentrum. Jetzt wollen wir zeigen, welche Performanceänderungen sich ergeben haben.

Der Supermicro-Server mit seinen zwei Sockel LGA3647 wurde von uns mit 12 32GB DDR4-2933 RDIMM ECC-Modulen ausgestattet, weiterhin den Xeon Platinum 8280 CPUs mit je 28 Kernen / 56 Threads. Insgesamt stehen uns jetzt somit 112 Threads zur Verfügung - eigentlich genug, um mehrere VMs auf der Maschine laufen zu lassen. Mit unserer Anwendung, einem MySQL Server, ist der Server auf jeden Fall unterbeschäftigt - das wussten wir bereits vor der Inbetriebnahme. Kostenintensiver Optane-Speicher kommt bei uns nicht zum Einsatz, dafür aber zwei Intel SSD DC P4610 mit einer Kapazität von je 3,2 TB, die über des U.2-Interfaces angebunden sind und jeweils 3,2 GB/s beim Lesen und 3,0 GB/s beim Schreiben schaffen. Die vier 10-GBit/s LAN-Ports helfen uns, um die bestehenden Server über einen Netgear M4300-8X8F mit voller Geschwindigkeit zu erreichen. 

Seit ein paar Wochen befindet sich unser Server nun auch in unserem Rack - und nach einer kurzen Testreihe haben wir ihn in den Livebetrieb genommen. 

Letztendlich werfen wir natürlich einen Blick auf mögliche Änderungen - wobei recht schnell bei dem Blick auf unsere Monitoring-Tools auffällt, wie sehr sich der neue Server jetzt langweilt. Das Upgrade haben wir durchgeführt, um etwas energieeffizienter unterwegs zu sein, neuere Hardware zu nutzen und mögliche Ausfälle von einem älteren System aus dem Weg zu gehen, nicht aber, um einen Leistungsengpass zu lösen. Insofern ist es aber trotzdem beachtlich zu sehen, welche Performance in dem neuen Supermicro 2029U-TR4T steckt und es lässt sich erahnen, was ein einzelner Server heute zu leisten im Stande wäre.

Werfen wir einen Blick auf die Leistungsdaten im Vergleich:

Zunächst ist einmal zu erkennen, dass der größere RAM-Ausbau bei unserem Serverupgrade deutlich mehr Auswirkungen zeigt als die größere Anzahl an CPU-Power. Ein zusätzlicher Raum zum Cachen und für die aktive Verwendung führt bei einem Server natürlich dazu, das weniger Daten auf langsamen Datenträgern liegen und so schneller zur Verfügung stehen. Auch wenn SSDs verwendet werden, hat DRAM natürlich immer noch einen beachtlichen Latenz- und Bandbreitenvorteil. 

Im oberen Bild ist gut zu sehen, dass unsere InnoDB-Datenbank deutlich weniger IO-Last verursacht, was größtenteils am größeren Speicherausbau liegt. Dies ist im unteren Bild zu sehen. Erkennbar ist auch, dass sich der Server jetzt auch noch deutlich mehr RAM genehmigen kann in Grenzfällen, denn ein größerer Bereich ist tatsächlich noch "unused" (rot gekennzeichnet).

Sicherlich aus Monitoring-Gründen schon unübersichtlich, aber lustig anzusehen, ist die Thread-Liste des Systems, denn mit den 112 Threads wird sie unübersichtlich und voll. Erkennbar ist die neue Architektur in erster Linie am niedrigeren Idle-Takt, der mit 1 GHz minimaler Frequenz dazu führt, dass unsere Server auf deutlich stromsparenderen Einstellungen laufen können - trotz deutlich höherer Kernanzahl. Beobachtet man zudem die Taktfrequenzen der einzelnen Kerne, so lässt sich erkennen, dass diese kaum aus dem Schlafmodus herauskommen - insofern ist es beeindruckend, was für ein Leistungsbackup hier im Hintergrund ist. 

Letztendlich spiegelt sich das natürlich auch in der Gesamtlast des Servers wieder, die - von niedrigem Niveau kommend - noch weiter abgesunken ist. 

Einen Geschwindigkeitsvorteil für unsere Webseite hat es demnach auch nicht gegeben: 

Wie man im letzten Bild sehen kann, sind bei der reinen Ladezeit keine größeren Unterschiede zu sehen, da hier andere Dinge einen höheren Einfluss haben, als der bereits wenig belastete MySQL-Server. Letztendlich wären hier softwaretechnische Änderungen ergiebiger, oder eine schnellere Anbindung unserer Server an das Internet im Generellen. 

Fazit des Serverupgrades

Wären wir in einem Performanceengpass, hätte der Supermicro 2029U-TR4T alle Probleme beseitigt. Es ist beeindruckend, was Intel aktuell mit seinen Cascade-Lake-Prozessoren an den Tag legt - und dass eine derartige Computing-Performance mittlerweile in zwei Höheneinheiten zu haben ist. Letztendlich könnten Anwender auch noch AI-Funktionen mit entsprechenden Beschleunigerkarten realisieren - und für professionellere Anwendungen bietet Supermicro auch noch eine Ausbaustufe mit 25 NVME-Drives in der Front an. 

Unser einfacher Workload als MySQL-Server ist für den Supermicro 2029U-TR4T keine wirkliche Herausforderung. Schaut man auf die Performance, so wäre es sicherlich möglich, sämtliche anderen Server auf diese zwei Höheneinheiten zu migrieren, ohne Performanceprobleme zu bekommen. Letztendlich haben wir aber unsere beiden Ziele erreicht: Unsere Architektur läuft jetzt auf frischer, leistungsfähiger Hardware, die zum einen sicherlich eine größere Lebensdauer hat, als die bereits vier Jahre alte Generation davor, zudem ist der neue Server mit knapp 250 W im Betrieb (da fast nur idle) auch sparsamer unterwegs als der ältere Server, der mit höherer Belastung, älterer Architektur und schlechterem Effizienzgrad des Netzteils knapp 400 W auf dem Tacho hatte. Mission also erfüllt!


Supermicro 2029U-TR4T Spezifikationen
CPU2x LGA 3647 Intel Xeon Scalable Prozessoren (Cascade-Lake/Skylake), 70 - 205 W, bis zu 28 Kerne pro CPU
Speicherausbau24 Dimm Slots, bis zu 6TB über 3DS ECC DDR4-2933 MHz RDIMM/LRDIMM mit Intel Optane DCPMM (mit Cascade Lake)
ChipsatzIntel C621 Chipsatz
SATA14 SATA Ports (SATA3), mit VROC Key auch im RAID 0, 1, 5, 10
NVMEbis zu 4 U.2 Drives mit optionalem Anschlusskit, M.2 über optionalem Riser-Kit
Netzwerk4x RJ45 10GBase-T LAN-Ports und 1x RJ45 IPMI LAN Port über Intel XL710 und X557-AT4
Netzteilredundantes 80Plus Titanium PSU, je 1000W, 96% Effizienz
Weitere FeaturesHot Swappable 2,5" Drive bays (25x), 4x 8cm Heavy Duty Fans, div. Monitoring, ASPEED AST2500MBC Grafik, PCI-Express-Erweiterungsmöglichkeiten (2x PCIe 3.0x16, 4x PCIe 3.0x8, 1x PCIe 3.0x8 Low Profile), verwendetes Mainboard: Supermicro Super X11DPU

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